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Do, 13. Juli 2017, 15:00

Linux-Desktops in deutschen Behörden - eine Übersicht

Login-Bildschirm von LiMux

Martin Stock

Login-Bildschirm von LiMux

Einen anderen Weg geht Schwäbisch Hall. Bereits 1997 hat man dort für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Internet, E-Mail und Proxies mit Open-Source-Software umgesetzt. 2001 wurden die Maßnahmen erweitert, in dem man die bis dahin eingesetzte, proprietären Standard-Progamme (Betriebssystem und Office-Paket) gekündigt hatte. Dadurch konnte man weitere Upgradekosten und teure Anschaffungskosten für neue Hardware sparen. Auch einen damaligen Einbruch der Gewerbesteuern konnte man so auffangen.

Die Mitarbeiter in der Verwaltung wurden während einer Umstellungsphase auf ein Linux-Betriebssystem (hier: Suse) und OpenOffice als Bürosoftware geschult und konnten danach sofort loslegen zu arbeiten, da die Rechner zeitgleich einsatzbereit waren.

Konsequent wird Open-Source-Software verwendet und dies hat laut Schwäbisch Hall Vorteile in der Flexibilität und in der Anpassungsfähigkeit. Außerdem wird der Einsatz von offenen Standards und Formaten als Erhalt von Informationen in der Zukunft gesehen.

Nicht nur Städte und Gemeinden setzen auf Open Source-Produkte. Auch Bundesbehörden setzen diese ein. Das Bundesamt für Strahlenschutz »profitiert im Linux-Bereich von den technischen Vorteilen des Systems, versucht aber auch, Open-Source-Gedanken zu fördern«.

Linux wird in deren Serverbereich eingesetzt und bringt dem BfS Vorteile in der Systemstabilität und Managebarkeit. Die Administratoren sind mit Linux sehr zufrieden. Das Projekt Open-Source unterstützt man beim BfS wohl eher indirekt. Denn dort kauft man »Produkte und Dienstleistungen bei Unternehmen ein, die ihrerseits an der Entwicklung von Open-Source-Projekten mitwirken.«, so eine Sprecherin des BfS per E-Mail.

KDE-Desktop von LiMux

Martin Stock

KDE-Desktop von LiMux

2002 hat der Ältestenrat des Deutschen Bundestags eine generelle politische Entscheidung getroffen, um den Einsatz von Open Source-Software zu fördern. Bei neuen Projekten soll der Einsatz dieser Software bevorzugt werden. Die wirtschaftlichste Lösung gewinnt den Zuschlag. Für reine Verwaltungsprojekte wird dies sogar auch umgesetzt. »Gerade für kleinere Projekte, die unabhängig von der zentralen Infrastruktur betrieben werden können, wird OSS-Lösungen in der Regel der Vorzug gegenüber proprietären Lösungen gegeben.«, so der Bundestag per E-Mail.

Fazit

Auch mehr als 20 Jahre nach der Einführung von freier Software setzt man weiterhin auf proprietäre Lösungen in den Arbeitsbereichen oder man mischt es als »Hybrid-System«. Man vertraut lieber einer nicht durchschaubaren Software, als sich offenen Quellcodes anzunehmen, der nachweislich anpassungsfähiger, wirtschaftlicher und produktiver ist. Vielleicht ist es auch die Angst vor dem Loslassen alter Strukturen.

Open-Source-Produkte haben es weiterhin schwer in deutschen Verwaltungen. Aber es gibt erste Anhaltspunkte, die zeigen, dass es durchaus möglich ist, die Hoffnung nicht aufzugeben. Der Steuerzahler trägt weiterhin die Kosten der Anschaffung proprietärer Produkte. Freie Software heißt nicht unbedingt schlechtere Produktivität, Qualität und Kostenrechnungen. Vielleicht herrscht immer noch Unwissenheit über Open-Source-Software in den Entscheidungsgremien.

  • Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes müssen unter den gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Der Name des Autors/Rechteinhabers muss in der von ihm festgelegten Weise genannt werden.

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