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Do, 13. Juli 2017, 15:00

Linux-Desktops in deutschen Behörden - eine Übersicht

Open-Source-Produkte haben es weiterhin schwer in deutschen Verwaltungen. Auf dem Desktop ist Linux nur bei wenigen Behörden im Einsatz, dabei könnten und sollten es viel mehr sein. Der Artikel fragt bei einigen Behörden nach, die Linux einsetzen.

Ein schnörkelloser Linux-Desktop - vermutlich typisch für Behörden und Unternehmen

Martin Stock

Ein schnörkelloser Linux-Desktop - vermutlich typisch für Behörden und Unternehmen

Vor mehr als 20 Jahren haben Open-Source-Programme nicht nur in Privathaushalten Einzug gehalten. Behörden und Organisationen konnten auch von einem »Trend« profitieren. In Verwaltungen gab es schon damals Bürosoftware wie StarOffice und Browser wie Firefox.

Doch von Anfang an ist es schwer, gewisse IT-Strukturen der Verwaltungen und Arbeitsweisen der Mitarbeiter durch Bereitstellung von Software-Programmen aus dem Open Source-Bereich zu verändern. Die meisten Arbeitsplätze sind mit Computern ausgestattet, die Microsoft Windows installiert haben. Durch die marktbeherrschende Struktur dieses Betriebssystems, die Entwicklung tausender Programme auf dem kommerziellen Markt und die Gewöhnung der Nutzer an dieses System ist ein Schritt zu einer anderen Distribution sehr schwer.

Immer wieder haben Behörden und Städte die Schritte versucht, komplett auf Open Source zu bauen, und sich von hohen Lizenzkosten eines einzigen Betriebssystems zu befreien.

Zum Beispiel Mannheim. Die Webseite der Stadt setzt für die Administration das Content Management System Drupal ein. Mitte der 2000er Jahre hat man dort auf eine Umsetzung von Linux auf den Arbeitsrechnern der Stadtverwaltung verzichtet. »Der Grund war die tiefe Verzahnung von kommunalen Fachapplikationen mit Microsoft Office. Ohne die Microsoft Office-Basis sind viele Fachapplikationen nicht nutzbar.«, so die Aussage einer Mitarbeiterin der Stadt. Allerdings setzt man in der Verwaltung auf Open Source-Produkte, so ist z.B. der Firefox-Browser der Standardbrowser für den Zugriff auf das Internet.

Start von LiMux

Martin Stock

Start von LiMux

In den letzten Monaten war verstärkt aus München zu hören, dass man mit den eigens entwickelten Linux-Betriebssystem LiMux nicht zufrieden sei. Wobei die bisherigen Informationen über dieses doch gut durchdachte System sich sehr gut anhören. Denn die Idee hinter dem Projekt, »für die städtischen PC-Arbeitsplätze Open Source-Software einzusetzen, war, mehr Unabhängigkeit von Herstellern und Betriebssystemen/Plattformen zu erreichen. Deshalb wurde das Projekt LiMux durchgeführt. Wie im veröffentlichten Abschlussbericht des Projektes detailliert aufgeführt worden ist, wurden neben den Projektzielen zum Thema Unabhängigkeit weitere Punkte erreicht, die über die IT-technischen Projektziele hinaus politische Stadtrats-Ziele unterstützten, wie z.B. die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen, die Förderung der lokalen Wirtschaft oder der Aufbau von Know-how bei den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.«, so ein Vertreter der Stadt München.

Die Vorteile in München sind u.a.: größere Unabhängigkeit, eigenes Know-How verwirklichen, eigene Programme einfügen und Fehler schneller beheben, keine Betriebs-Lizenzkosten (für etwa 19.000 PCs) und keine Software-Lizenzen (für etwa 25.000 PCs).

Im Allgemeinen ist man in München mit der Entwicklung und der Arbeit mit LiMux zufrieden. Dies hat eine interne Umfrage mit etwa 8.500 Anwendern ergeben. 58% zeigten sich sehr oder eher zufrieden, der Rest war eher unzufrieden.

Diese Umfrage wird kein ausschlaggebender Grund dafür gewesen sein, sich nun gegen Linux und für Windows zu entscheiden. Vielleicht ist es die Nähe des Großkonzernes in der Bayerischen Landeshauptstadt, die die Entscheidung gegen LiMux beeinflusst hat.

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