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Do, 27. Juli 2017, 15:00

Fedora 26

Suche in der Gnome Shell

Hans-Joachim Baader

Suche in der Gnome Shell

Gnome

Die Desktopumgebung von Fedora ist Gnome, jetzt in Version 3.24. Das neue Gnome enthält eine Vielzahl von neuen Funktionen. Die auffälligste darunter dürfte der »Night Light«-Modus sein, der die Farben des Desktops abhängig von der Tageszeit ändert. So soll beispielsweise erreicht werden, dass das Sitzen vor dem Rechner weniger ermüdend ist.

Insgesamt sind die Verbesserungen wenig spektakulär und können nicht alle aufgezählt werden. Das neue Programm »gnome-recipes«, das, wie in der Vorstellung von Ubuntu 17.04 gesehen, noch sehr unausgereift ist, ist in Fedora erst gar nicht verfügbar. Beim ersten Start von Gnome wird das Programm Gnome-Initial-Setup gestartet, das das Setzen einiger Optionen und die Eingabe von Online-Konten ermöglicht. Alle Schritte können auch übersprungen und später ausgeführt werden. Dieselben Einstellungen findet man auch in den Systemeinstellungen. Ansonsten sieht eigentlich alles aus wie immer.

»Erste Schritte« von Gnome

Hans-Joachim Baader

»Erste Schritte« von Gnome

Seit der letzten Version von Fedora ist Wayland das standardmäßig verwendete Display-System. Der Gnome-Login-Manager hat drei Sitzungen vordefiniert, wobei nun Gnome unter Wayland die Voreinstellung ist. Die zweite Option ist Gnome Classic, die dritte ist Gnome unter Xorg, also dem X11-System. Letzteres ist auch die automatisch gewählte Ersatz-Option, falls Wayland nicht funktionieren sollte, beispielsweise mangels geeigneter Treiber. Gnome Classic ähnelt stark dem ursprünglichen Gnome 2-Design, beruht aber dennoch auf Gnome 3 und ein paar Plugins für die Gnome-Shell. Wirklich klassisch ist da also nichts, wie man leicht an den Anwendungs-Menüs und dem Aussehen der Anwendungen generell sieht. Wer das (wesentlich schlankere und effizientere) echte klassische Gnome bevorzugt, sollte Mate installieren.

Gnome Classic

Hans-Joachim Baader

Gnome Classic

Wie schon in Fedora 25 ist Wayland optisch praktisch nicht von X11 zu unterscheiden. Allerdings traten beim Neuzeichnen von Fenstern, beispielsweise wenn man sie verschiebt, deutliche Flackereffekte auf. Dies könnte an einen noch fehlerhaften Treiber liegen, doch egal was wirklich die Ursache ist, ist das als Kinderkrankheit zu bewerten. Abgesehen davon lief unter Wayland alles, aber in der Multimedia-Abteilung gab es einen Rückschlag, wie weiter unten beschrieben.

Einer der wichtigsten Punkte in der jüngsten Entwicklung war die Integration von Flatpak, das aus Sicht des Projekts das Anwendungsverteilungssystem der nächsten Generation für Linux ist. Auch Snap von Ubuntu wurde inzwischen auf Fedora portiert und liegt in Version 2.26 in den Archiven. Zu Flatpak und snap wurde bereits im Ubuntu-Artikel einiges geschrieben. Beide sind bei weitem noch nicht ausgereift, geschweige denn praktisch einsetzbar. Als Nichtentwickler sollte man die Finger von beiden lassen. Meiner Meinung nach sollte man sogar beide so lange boykottieren, bis sich die beiden Lager zusammengerauft haben und unter einem neuen Projekt eine allgemeingültige Lösung präsentieren. Das wäre das beste für Linux, da ansonsten die Paket-Landschaft von Linux mit zwei neuen, sich in der Zielsetzung ähnelnden, aber nicht kompatiblen Formaten unnötig weiter zersplittert wird.

Erster Start von Firefox

Hans-Joachim Baader

Erster Start von Firefox

Der Standard-Webbrowser unter Gnome ist Firefox. Da Fedora den Firefox-Veröffentlichungen immer schnell folgt, wird Firefox nicht lange bei der aktuellen Version 54 verweilen. Außer einem Plugin sind keine Erweiterungen vorinstalliert. Bei dem Plugin handelt es sich um OpenH264 von Cisco, das zunächst deaktiviert ist und von Hand aktiviert werden muss, wenn man es verwenden will.

Der Speicherbedarf liegt nach dem Start bei atemberaubenden 980 MB. Mit ein Grund dafür sind einige Hintergrundprogramme, beispielsweise der Packagekit-Daemon, der allein über 74 MB benötigt, und nach einem Aufruf der Paketverwaltung noch viel mehr. Seit der Integration von Systemd gibt es allerdings keinen Grund mehr, selten genutzte Daemonen dauerhaft laufen zu lassen. Auch Komponenten des E-Mail- und Kalender-Clients Evolution benötigen enorm viel RAM, obwohl sie anfänglich sicher gar nicht benötigt werden. Es ist fast unglaublich, dass diese Probleme immer noch nicht behoben wurden, sondern sich im Vergleich zu Fedora 25 sogar noch verschlimmert haben.

Die Gnome-Shell hat weiterhin das Problem, eine Hardware-3D-Beschleunigung zu verlangen, um optimal zu laufen. Andernfalls muss sie auf ein Software-Rendering zurückgreifen, das zwar auf jeder Hardware läuft, aber so langsam ist, dass es gerade noch als benutzbar gelten kann. Videos beispielsweise verzögerungsfrei abzuspielen, ist auf diese Weise schwer. Bedauerlich ist auch, dass das gnome-tweak-tool, auf Deutsch Optimierungswerkzeug genannt, weiterhin nicht standardmäßig installiert ist. Denn man benötigt es, um Erweiterungen für die Gnome-Shell zu installieren, da dafür kein Weg in der Standardkonfiguration vorhanden ist. Daneben kann man auch andere Dinge einstellen, die die Gnome-Entwickler nicht in der GUI konfigurierbar gemacht haben.

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