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Do, 27. Juli 2017, 15:00

Fedora 26

Installation von RPM Fusion

Hans-Joachim Baader

Installation von RPM Fusion

Multimedia im Browser und auf dem Desktop

Wegen der Softwarepatente in den USA kann Fedora, ebenso wie die meisten anderen Distributionen, nur wenige Medienformate abspielen, da es viele benötigte Codecs nicht mitliefern kann. Allerdings bringt Fedora 26 jetzt eine komplette Unterstützung für das Abspielen und Kodieren von MP3-Dateien mit. Der Grund dafür ist, dass die meisten MP3-Patente jetzt endlich abgelaufen sind. Nur in den USA bestehen noch Patente, von denen das letzte bekannte am 30. Dezember 2017 abläuft.

Absturz von Plasma Discover

Hans-Joachim Baader

Absturz von Plasma Discover

Das heißt natürlich nicht, dass die Plugins von RPM Fusion damit unnötig werden, denn es gibt noch viele andere patentbehaftete Formate. Die Webseite RPM Fusion bietet zusätzliche Repositorien, die man leicht hinzufügen kann. Dies gilt für alle Desktops gleichermaßen. Die Installation sollte prinzipiell mit Firefox funktionieren. Während sie unter Gnome tatsächlich reibungslos klappte, versagte KDE ein weiteres Mal komplett. War es in der Vorversion Apper, das nicht in der Lage war, die heruntergeladenen RPM-Pakete zu öffnen, so versagt nun Plasma Discover und stürzt einfach ab. Die einzige gefundene Abhilfe war, die RPM-Dateien herunterzuladen und manuell zu installieren. Nach einem Update von Discover, das zwischenzeitlich hereinkam, verschwand der Absturz zwar. Die Installation scheiterte nun aber an einem »internen Fehler«. Was der Fehler war, ist klar: Das Paket war ja bereits installiert.

Die meisten Player bieten bekanntlich die Option an, über die Paketverwaltung nach passenden Plugins zu suchen. RPM Fusion ist die grundlegende Voraussetzung, damit das für reale Dateien auch funktioniert. Der einzige Mangel ist, dass man meist die Anwendung neu starten muss, nachdem ein Plugin installiert wurde. Wer sich auskennt, kann auch alle benötigten Codec-Pakete von Hand installieren. Sie sind sämtlich in Form von GStreamer-Plugins von RPM Fusion zu beziehen. Da sowohl die neue Version 1.12 von GStreamer als auch die Version 0.10 im Archiv vorhanden sind, installiert man am besten die Codec-Sammlungen »plugins-bad«, »plugins-ugly« und »plugins-ugly-free« in allen Varianten für GStreamer 0.10 und GStreamer 1.12. Für GStreamer 0.10 benötigt man außerdem und vor allem das FFmpeg-Plugin (gstreamer-ffmpeg), für GStreamer 1.12 dessen Fork libav (gstreamer-libav).

Die Standard-Player für Audio und Video sind unter Gnome Rhythmbox und »Videos«, früher »Totem« genannt. Unter KDE sind es Amarok und Dragonplayer. Totem konnte unter Wayland zwar alle Videos öffnen, aber es kam nur der Ton, kein Bild. Unter X.org funktionierte alles, doch waren die Videos nicht ruckelfrei zu genießen. Als Alternative zu Totem wurde für den Test noch mpv installiert. Hier gab es ein Bild auch unter Wayland, allerdings mit noch mehr Ruckeln als unter X11. Unter KDE laufen Videos ohne Ruckeln, unter Gnome dagegen wohl nur, wenn eine OpenGL-fähige Grafikkarte zum Einsatz kommt.

Unter KDE konnte Dragonplayer alle getesteten Videos abspielen. Das macht aus Dragonplayer aber noch lange keinen guten Player. Es ist wie immer ratsam, stattdessen bewährte Programme wie (S)MPlayer, VLC oder Xine zu installieren, die auch viel mehr Funktionalität aufweisen. SMPlayer öffnet übrigens beim ersten Start ungefragt die eigene Webseite in einem Browser. Distributoren sollten solch ein Verhalten aus der Software entfernen, was in diesem Fall nichts weiter als das Ändern einer Voreinstellung bedeutet hätte. Doch bei Fedora ist das Problem nach wie vor nicht behoben.

Das Thema Flash kann man mittlerweile ganz entspannt sehen. Neuentwicklungen mit Flash sind verpönt, und die Zahl der Webseiten, die Flash einsetzen, sinkt. Das heißt aber natürlich nicht, dass alle Flash-Videos jetzt einfach so verschwinden. Es wird sicher noch viele Jahre lang Flash-Videos im Web geben. Da ist es gut, dass Adobe nun auch das NPAPI-Flash-Plugin weiter pflegen will und es auf denselben Stand wie das PPAPI-Plugin bringt. Von Adobe wird es weiterhin als Betaversion bezeichnet, sollte aber trotzdem verwendet werden.

Während die proprietären Webbrowser meist einen eingebauten Flash-Player mitbringen, liefert Fedora die freien Webbrowser ohne Flash-Plugin aus. Da aber zum Beispiel Firefox über GStreamer alles abspielen kann, wofür Plugins installiert sind, also auch Flash, ist es auch meist nicht nötig. Wenn eine Webseite explizit das Adobe-Flash-Plugin benötigt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man installiert das »freshplayerplugin« von RPMFusion für Firefox. Dann kann man das PPAPI-Plugin von der Adobe-Seite herunterladen und installieren. Oder man verzichtet auf das »freshplayerplugin« und installiert das NPAPI-Plugin, des man ebenfalls von der Adobe-Seite herunterladen muss.

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