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Do, 17. August 2017, 15:00

OpenSuse Leap 42.3

OpenSuse Leap 42.3 als Server

Neben der Möglichkeit, OpenSuse auf einem Desktop zu betreiben, ermöglicht die Distribution auch die Installation als Server - schließlich liegt die Basis im Kern des SLE-Unterbaus. Zu beachten ist aber, dass die Standardinstallation der Server-Variante lediglich das Basisystem umfasst und keine Dienste installiert. Diese müssen weiterhin aus der Liste der verfügbaren Softwarekomponenten herausgesucht oder als Schema installiert werden.

Die Aktualität der Server variiert je nach Produkt. So liegen der Distribution Apache 2.4.23, Samba 4.6.5, OpenSSH 7.2.p2, Cups 1.7.5, Postfix 3.2 und Sendmail 8.15.2 bei. Für Datenbankaufgaben können MariaDB 10.0.30 oder PostgreSQL 9.6 und für Virtualisierungsaufgaben Xen, KVM oder VirtualBox genutzt werden. Mit von der Partie sind zudem Squid 3.5.21, Bind 9.9.9P1 und OpenLDAP 2.4.44.

Fast alle Server, die OpenSuse Leap 42.3 mit sich bringt, sind entweder vorkonfiguriert oder werden mit einer prinzipiell funktionsfähigen Installation geliefert. Die weitere Feinkonfiguration der Server und des kompletten Systems übernimmt das Konfigurationswerkzeug Yast, dessen Netzwerkkonfiguration und Integration mit Systemd überarbeitet wurde und das mittlerweile über eine enorme Zahl an Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten verfügt. Dabei spielt es keine Rolle, ob bei der Konfiguration die Hardware angepasst werden muss oder der Server einen speziellen Parameter benötigt - an Yast führt in der Regel kein Weg vorbei, will man nicht eine manuelle Anpassung der Dateien bemühen.

So hat der Hersteller auch dieses Mal im Lieferumfang der Distribution unter anderem Yast-Module für die Einrichtung bzw. Konfiguration eines AppArmor-, Cluster-, Datei-, DHCP-, Drucker-, FTP-, HTTP-, Inetd, iSCSI-, LDAP-, Systemd-, Mail-, Netzwerk-, NFS-, NTP-, Proxy-, Scanner-, SLP-, Sound-, Squid- oder Storage-Servers oder Dienstes. Die Qualität der Werkzeuge unterscheidet sich allerdings erheblich. Während manche Module nur minimale Einstellungen ermöglichen, erlauben andere, wie beispielsweise der Partitionierer oder die Konfiguration der Firewall, eine äußerst komplexe Konfiguration.

Das Universalwerkzeug ist auch unter OpenSuse Leap 42.3 in verschiedenen Varianten verfügbar und kann sowohl in der grafischen Umgebung als auch auf der Kommandozeile eingesetzt werden. Naturgemäß gestaltet sich dabei die Bedienung des Tools in einer Ncurses-Umgebung weniger intuitiv, was aber nicht wirklich stört. Besonders erfreulich ist, dass Yast in der Kommandozeile dieselben Funktionen anbietet wie unter der grafischen Umgebung, und der Nutzer muss nicht – wie bei manch einem anderen Herstellerwerkzeug – an der Konsole auf Funktionen verzichten.

Trotz der konservativen Basis verzichtet aber auch OpenSuse Leap 42.3 nicht auf neue Funktionen, die schon aus der Integration aktualisierter Softwarepakete resultieren. Mit dem Attic-Fork »Borg« führt die Distribution beispielsweise ein neues Backup-Werkzeug ein, das eine platzsparende und schnelle Sicherung von Daten verspricht. Die Software unterstützt Deduplikation, Verschlüsselung und Kompression und ist in der Lage, Sicherungen sowohl lokal als auch auf anderen Systemen zu erstellen.

Fazit

Die mittlerweile dritte Version von OpenSuse Leap wird – je nach Sichtweise – unterschiedliche Eindrücke hinterlassen. Die Integration der Desktops und der SLE-Basis sind solide. Man merkt förmlich an jeder Ecke, dass das Hauptaugenmerk der neuen Version nicht auf einem maximalen Funktionsumfang, sondern auf der Stabilisierung des Systems lag. Das fängt bei der Basis an, geht über viele Anwendungen bis hin zu den beiden großen Desktops. Wer ein solides System benötigt, das von Grund auf Stabilität im Sinne hatte, kann deshalb getrost zu der neuesten OpenSuse greifen und wird viel Spaß mit der neuesten Iteration haben. Denn selten war eine Consumer-Distribution des Nürnberger Herstellers so stabil wie die aktuelle OpenSuse Leap 42.3.

Anwender, die Neues in OpenSuse Leap 42.3 erwartet haben, werden wahrscheinlich mit Verwunderung auf die teilweise recht betagten Versionen von Gnome und KDE schauen. Wer Neues in OpenSuse Leap erwartete, wird deshalb womöglich mit der neuesten Version nur bedingt Spaß haben. Doch auch diese Gruppe der Anwender kann auf ihre Kosten kommen. Dazu bedarf es lediglich der Einbindung eines der zahlreicher Extra-Repositorien, die Leap in Handumdrehen zu einer hochaktuellen Distribution verändern – mit allen Vor- und Nachteilen, die aktuelle Software mit sich bringen kann.

Zusammenfassend lässt sich deshalb sagen, dass OpenSuse 42.3 für alle Anwenderschichten interessant sein dürfte, die weniger aktuelle Software, dafür aber Stabilität von einem Produkt erwarten. Diesem Anspruch wird die aktuelle Version auf jeden Fall gerecht. Die sehr gute Hardwareerkennung und die schier unerschöpfliche Auswahl an Software, gepaart mit zahlreichen Anwender-Repositorien, erlauben es auch experimentierfreudigen Nutzern, OpenSuse 42.3 in den näheren Kreis der zu untersuchenden Distributionen aufzunehmen, und machen die Distribution zu einem Versionsklassiker.

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