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Do, 2. November 2017, 15:00

Der Open Source Summit 2017 in Prag

Mittwoch

Keila und Phillip Banks

Hans-Joachim Baader

Keila und Phillip Banks

Mitchell Hashimoto von Hashicorp

Hans-Joachim Baader

Mitchell Hashimoto von Hashicorp

Jan Kiszka

Hans-Joachim Baader

Jan Kiszka

Jim Zemlin eröffnete die Keynote-Sitzung mit der Ankündigung des Linux Kernel-Entwicklungsberichts 2017. Ferner stellte er VMware als neues Platin-Mitglied der Linux Foundation vor. Die erste Keynote wurde von der erst 15-jährigen Keila und ihrem Vater Phillip Banks gehalten. Sie kommen aus einer sehr an Technik interessierten Familie und arbeiten mit vielen Kindern in Schulen in Los Angeles, um ihnen die Computertechnik näher zu bringen, ihnen die Angst vor Versagen zu nehmen und sie zu weiterem Studium zu motivieren. Gerne würden sie Engagement auf die ganze Welt ausdehnen. Jim Zemlin zeigte sich beeindruckt und bot an, dass alle Klassen in LA kostenlos Kurse der Linux Foundation absolvieren können.

Als zweites kam Mitchell Hashimoto von Hashicorp auf die Bühne, der unter anderem Vagrant (seit 2009) entwickelt hat. Er präsentierte seine Erfahrungen, wie man die Entwicklung einer Software skalieren kann: Das »Tao von Hashicorp«. Zentral sind für ihn die Abläufe, nicht die Technologien. Die Software sollte modular, einfach und zu neuen Funktionen zusammenzufügen sein. Die einzelnen Komponenten kommunizieren über Schnittstellen (ausschließlich) und sind nicht veränderbar, was ihren aktuellen Zustand angeht. Erkenntnisse und Automatisierung (die zwingen nötig ist) sollten in Code gefasst und entsprechend dokumentiert werden. Systeme sollten so robust sein, dass sie in jedem Fall ihren gewünschten Zustand erreichen. Zuletzt sollte aber Pragmatismus über Dogmen gestellt werden.

Im Anschluss stellte Jan Kiszka von Siemens »Herausforderungen beim Industrie-Einsatz von Open Source« vor. Auch Siemens hat sich radikal gewandelt und verwendet jetzt viel freie Software, sowohl intern als auch in Produkten. Einige Beispiele: Linux mit Echtzeit-Patch in Kraftwerken; das Xenomai-Echtzeitsystem in CNC-Steuerungen und medizinischen Bildgebern (MRT usw.); Debian in Bahn-Stellwerken; sicherheitszertifiziertes Linux in Zug- und anderen Fahrzeugsteuerungen; Yocto in der Gebäude- und Produktionsautomatisierung und KVM auf ARM-Systemen in speicherprogrammierbaren Steuerungen. Ziele sind unter anderem Langlebigkeit und Vermeidung der Fesselung an bestimmte Anbieter. Bei langlebigen Systemen stellt sich auch die Update-Problematik. Früher nahm Siemens oft Projekte, um sie intern weiter zu pflegen, wobei Änderungen möglicherweise nie ihren Weg zurück ins Originalprojekt fanden. Heute gilt das Motto »Änderungen zuerst im Originalprojekt« (Upstream first) auch bei Siemens. Grundsätzlich will Siemens ein gutes Mitglied der Gemeinschaft sein, das äußert sich auch in der Github-Präsenz des Unternehmens. Auch die Konformität mit freien Lizenzen gehört dazu. Zum Prüfen des eigenen Codes setzt Siemens dabei auf die freien Projekte FOSSology und SW360. Eine Information am Rande war noch, dass Mentor Graphics nun unter dem kürzeren Namen Mentor zu Siemens gehört.

Pro-Linux
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