Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 9. November 2017, 15:00

Streifzug durch Ubuntu 17.10

LibreOffice 5.4

Hans-Joachim Baader

LibreOffice 5.4

Allgemeines zum System

Vom Einschalten bis zum Login-Prompt vergehen in der virtuellen Maschine kaum zehn Sekunden. Ubuntu setzt, anders als Kubuntu, eine Hardware-3D-Beschleunigung voraus, die bei Grafikkarten, die das nicht bieten, durch llvmpipe emuliert wird. Bei einer ausreichend schnellen CPU ist das Verfahren von der Geschwindigkeit immer noch gerade so erträglich, bei zwei oder mehr CPUs ist es mittlerweile ganz brauchbar, von sehr grafikintensiven Anwendungen abgesehen.

Das Grafiksystem ist nun Wayland 1.14. Sofern es funktioniert wie erhofft, werden Benutzer von dem Wechsel gar nichts bemerken, ähnlich wie bei Fedora. Wayland statt X11 bringt eine höhere Geschwindigkeit beim Compositing, das weithin zum Einsatz kommt, und eröffnet die Möglichkeit, Anwendungen besser voneinander zu isolieren und damit die Sicherheit von Desktop-Systemen zu erhöhen. Wenn Wayland Probleme bereiten sollte, steht weiterhin X.org 7.7 zur Verfügung, was man am Login-Bildschirm wählen kann. Der Display-Server läuft nun auf der ersten statt der siebten virtuellen Konsole. Der Login-Bildschirm wird nun wieder von GDM statt LightDM bereitgestellt, bei Kubuntu bleibt es bei X11 und SDDM.

Die Netzwerkkonfiguration wird jetzt mit Netplan spezifiziert. Was hat es damit auf sich? Netplan wurde im Juli 2016 konzipiert und ist eine Ubuntu-Eigenentwicklung. Ziel ist die Vereinheitlichung der Netzwerkkonfiguration. Bisher verwendeten Desktops die von Debian geerbte Datei /etc/network/interfaces, virtuelle Maschinen und Container dagegen diverse andere Mechanismen. Für NetworkManager fehlte eine einfache Möglichkeit, die Netzwerkverbindungen vorzukonfigurieren. Mit Netplan, das im Paket nplan enthalten ist, wird die Konfiguration zentral in YAML-Dateien im Verzeichnis /etc/netplan vorgenommen. Diese wird in Konfigurationsdateien für NetworkManager, systemd-networkd oder andere Werkzeuge übersetzt, die die eigentliche Konfiguration der Netzwerkschnittstellen durchführen. Da ifupdown erst gar nicht mehr installiert wird, stehen auch die Kommandos ifup und ifdown nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen kann oder muss man das längere ip link set dev $device up/down verwenden. Zum Ansehen der Netzwerkkonfiguration dient das neue Kommando networkctl, man kann aber weiter auch ip verwenden. Lediglich das schon lange obsolete ifconfig steht nicht mehr zur Verfügung.

Ansonsten bringt Ubuntu 17.10 auf dem Desktop in erster Linie Korrekturen. Viele Anwendungen erhielten mehr oder weniger große Verbesserungen durch neue Versionen. LibreOffice wird in Version 5.4 mitgeliefert. Chromium 61 und Firefox 56 sind unter den mitgelieferten Webbrowsern zu finden.

Wie gewohnt hat Root keinen direkten Zugang zum System, sondern die Benutzer der Gruppe sudo können über das Kommando sudo Befehle als Root ausführen. Die Desktopumgebungen Gnome und KDE sind im Vergleich zu anderen Umgebungen weiterhin Speicherfresser. Gnome benötigt beim Start 790 MB, was im Verlauf der Benutzung leicht noch um einige hundert MB steigen kann. KDE beginnt bei 490 MB und fristt auch nicht nennenswert mehr Speicher bei längerer Laufzeit. Die Messung des Speicherverbrauchs der Desktops kann allerdings jeweils nur ungefähre Werte ermitteln, die zudem in Abhängigkeit von der Hardware und anderen Faktoren schwanken.

Pro-Linux
Pro-Linux @Twitter
Neue Nachrichten
Werbung