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Do, 18. Januar 2018, 15:00

System- und Dateibackup mit Borg

Installation und die Initialisierung

Die Installation von Borg beschränkt sich in der Regel auf das Einspielen der ausführbaren Datei borg. Dazu stellt das Projekt Pakete für FreeBSD, Linux und Mac OS X bereit. Alternativ werden seitens der meisten Distributoren dedizierte Pakete geschürt, die Borg in Form eines Python-Packages anbieten. Je nach Version und Distributor besteht Borg dann aus der Datei borg und einem Wrapper für das Kommando borg mount unter dem Namen borgfs, der das Einbinden eines Archivs direkt in ein Dateisystem erlaubt.

Für welche Möglichkeit der Installation man sich entscheidet, hängt von der persönlichen Präferenz und ist auch durch die Backup-Strategie bestimmt. Während paketgesteuerte Installation sich beispielsweise für Serversysteme besonders eignet, ist ein einzelnes Paket besonders für kleine, dedizierte Backup-Distributionen oder Live-Systeme interessant, die sich auch ohne eine Host schnell starten lassen sollen. Borg muss zudem nicht zwingend mit den Rechten von Root gestartet werden. Hat der Nutzer jedoch keine Lese- bzw. Schreibrechte, muss er dann unter Umständen mit sudo arbeiten.

Bevor ein Backup erstellt werden kann, muss der Ablageplatz initialisiert werden. Das passiert mit der Kommandooption init gefolgt von Optionen und dem eigentlichen Verzeichnis:

# borg init --encryption=repokey-blake2 /mein/storage/dir/

Die Option --encryption legt die Art der Repository-Verschlüsselung und des Hashings der Daten fest und kann lediglich im Zuge der Initialisierung festgelegt werden. Eine spätere Änderung ist nicht mehr möglich. Der Parameter ist zwingend notwendig und sollte auch anhand der genutzten Hardware gewählt werden. So bietet sich beispielsweise unter modernen x86_64-Systemen BLAKE2b aufgrund der optimierten Ausführungsgeschwindigkeit an, während beispielsweise unter modernen ARM-Systemen eher SHA256 der Vorzug gegeben werden sollte.

Dass es sich durchaus lohnt, die passende Technologie zu wählen, zeigt ein initiales Backup einer /home-Partition mit 9,5 GB Daten, die bei der Option --encryption=repokey und der Standardkompression auf einem modernen System anstatt fünf fast sechs Minuten dauerte (Siehe Tabelle weiter unten). none sollte nur in Ausnahmefällen gewählt werden, da mangels Hardwarebeschleunigung das Hashing auf modernen Systemen in der Praxis kaum performanter gegenüber einer passenden Option sein wird.

Eine Übersicht über die Geschwindigkeitsunterschiede einer 9,51 GB großen Partition mit knapp 35.000 Dateien bietet folgende Übersicht:

Backupgeschwindigkeit verschiedener --encryption-Optionen je nach Kompressionsgrad
nonelz4zliblzma
none4m56s5m6s9m26s40m53s
repokey5m51s5m58s9m54s41m44s
repokey-blake24m56s4m56s9m21s40m48s

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