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Mo, 22. November 1999, 00:00

Debian GNU/Linux 2.1

Allgemeines

Debian ist die einzige verbreitete Linux-Distribution, die genau wie Linux selbst von Freiwilligen anstatt von einer Firma entwickelt wird. Man kann es entweder per FTP herunterladen oder auf CD beziehen. Mehr dazu auf der Debian-Homepage. Bei einer Größe von fünf CDs ist Letzteres auf jeden Fall zu empfehlen. Anders als alle anderen Distributionen setzt Debian auf recht alte Software. So sind z.B. Linux 2.0.36 und XFree86 3.3.2 im Einsatz. Das ist allerdings auch eine der größten Stärken von Debian. Da die Distribution ständig auf Stabilität und Sicherheit hin optimiert wird und nicht jeden Monat alle Pakete ausgewechselt werden, erreicht Debian ein Höchstmaß an Sicherheit und Stabilität. Das ist auch der Grund, warum es vor allem unter den Betreibern größerer Server viele Anhänger hat. Eines sei aber schon vorweg gesagt: Debian eignet sich definitiv nicht für Einsteiger. Wer sich vor der Kommandozeile scheut, sollte gleich die Finger davon lassen.

Installation

Eine einfache Installation zählt nicht gerade zu den Stärken von Debian. Die komplette Installation ist Englisch. Und auch jede Art von Hardwareerkennung scheint bei den Debian-Entwicklern verpönt zu sein. Für jeden halbwegs erfahrenen Linux-Anwender sollte das aber keine unüberwindbare Hürde darstellen. Wenn Hardware und Netzwerk konfiguriert wurden, wird das Basissystem installiert. Danach geht es an die Auswahl der Pakete. Obwohl das Installationstool dselect für jeden erdenklichen Einsatzbereich ein eigenes Profil bereithält, ist die Paketverwaltung der schwierigste Teil der Installation. Debian besitzt ein komplexes System zur Prüfung von Paketabhängigkeiten. Bei der großen Auswahl an Paketen wird es schnell nervig, wenn dselect einen darauf hinweist, dass es Überschneidungen zwischen verschiedenen Paketen gibt. Ein weiterer Kritikpunkt an dselect ist, dass man die Pfade mit den Packages selbst völlig frei angeben kann und muss. Was für die einen ein nettes Feature ist, verdirbt den anderen schnell die Freude an der neuen Distribution.

Wer auf eine einfache Installation des X-Servers hofft, wird auch hier enttäuscht. Dafür stehen nur XF86Setup und xf86conf zur Verfügung. Eine automatische Erkennung wie bei Mandrake findet nicht statt. Aktuellere oder von den Debian-Entwicklern als nicht frei befundene Programme wie Kernel 2.2.x und KDE 1.1.1 müssen manuell eingebunden werden und gehören nicht zur Standard-Distribution. Bei der Serversoftware sieht es dagegen wesentlich besser aus. Die Pakete sind meist vorkonfiguriert und es wird jede Menge Online- Dokumentation in Form von FAQs und HOWTOs mitgeliefert. Leider fehlt es an einem einfach zu bedienenden Konfigurationstool wie z.B. YAST und linuxconf. Aber ein wahrer UNIX-Guru kennt sowieso nur das bewährte Konfigurationstool vi.

Praxis

Wer Debian auf einem Server einsetzt und nicht auf die neueste Software angewiesen ist, findet ein System vor, das wie für ihn geschaffen ist. Debian bringt zahlreiche Pakete zu allen Netzwerkbelangen mit, inklusive Verschlüsselung (z.B. PGP und ssh) und viel Dokumentation. Man kann auf ein sicheres und stabiles Grundsystem aufbauen, das voll und ganz für die Verwendung als Server konzipiert wurde. Es gibt wohl keine Distribution, die Debian in diesem Bereich schlagen kann. Als Desktopbetriebssystem ist es mit Debian allerdings nicht weit her. Der X-Server ist veraltet und schwer einzurichten. Die Window-Manager sind nicht vorkonfiguriert und KDE ist nicht in die Distribution integriert. Falls Sie neuere Hardware wie Soundkarten haben, sollten Sie sich gleich den aktuellen 2.2.x Kernel herunterladen, da der optional enthaltene Kernel 2.2.3 auch schon veraltet ist.

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