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Mi, 16. Februar 2005, 00:00

Einstieg in SUSE 9.x

Vorwort

Cover des Buchs

Hans-Joachim Baader

Cover des Buchs

Einsteigerbücher zu Linux gibt es wie Sand am Meer. Durch die schnelle Entwicklung veralten solche Bücher recht schnell und das gibt den Verlagen immer wieder Gelegenheit, neue Bücher auf den dicht besetzten Markt zu bringen. So auch Galileo Computing, das hier ein auf die SUSE-Distribution in Version 9.0 und 9.1 zugeschnittenes Werk veröffentlicht. Da SUSE vermutlich den größten Marktanteil der Linux-Distributionen in Deutschland hat, erreicht man so das größtmögliche Publikum. Doch auch die Linux-Interessierten, die noch nicht auf Linux umgestiegen sind, will man erreichen. So liegt dem Buch als zusätzlicher Kaufanreiz eine DVD mit SUSE 9.1 Professional (ohne Supportanspruch) bei und der Preis ist auffallend niedrig.

Das Buch

Der erste Blick geht natürlich ins Inhaltsverzeichnis. Die ersten beiden Kapitel, »Basisinstallation mit YaST 2« und »Das YaST-Kontrollzentrum«, erkennt man auf den ersten Blick als SUSE-spezifisch. In den weiteren sieben Kapiteln kommen jedoch Themen zur Sprache, die in jedem anderen Einsteigerbuch auch stehen könnten: Erste Schritte mit KDE, das X-Window-System, Multimedia und Co., Netzwerk und Internet, Administration, Linux im Büro: OpenOffice.org und Effektivität per Shell. Sehen wir also einmal genauer hin.

Kapitel 1: Basisinstallation mit YaST2

Kapitel 1 beginnt mit einem »Turbostart: SUSE Linux in 15 Minuten«. So lange braucht man, um ein System von der DVD zu installieren, wenn man keine Umwege nehmen muß und den 18 Seiten dieses Unterkapitels folgt. Danach folgen die Grundlagen, die jeder kennen sollte, der Linux benutzt, also beispielsweise, daß Linux (der Kernel) nur ein Teil des Systems ist, auf welche Versionsnummern man achten sollte, welche Voraussetzungen zur Installation erforderlich sind. Für Windows-Umsteiger werden einige Analogien aufgezeigt. Dann werden die neuen Features von SUSE 9.1 vorgestellt und anschließend wird die Installation noch einmal ausführlich behandelt. Das alles ist schnörkellos und sauber beschrieben. Auch das Layout ist gefällig. Anders als andere Bücher bleibt der Seitenrand unbeschriftet, es wird also nicht mit Icons auf beachtenswerte Textstellen hingewiesen.

Kapitel 2: Das YaST-Kontrollzentrum

In diesem Kapitel werden alle Aspekte des YaST-Kontrollzentrums beschrieben, beginnend mit der Paketverwaltung und dem Online-Update (YOU). Man mag von YaST halten, was man will, aber es gibt wohl in keiner anderen Distribution ein vergleichbar umfassendes Tool, das die Einrichtung der Hardware und Software so zentralisiert und - so es denn funktioniert - zumindest für manche erleichtert.

Kapitel 3: Erste Schritte mit KDE

Kapitel 3 erklärt, wie zu erwarten, die Grundlagen des KDE-Desktops, vom Login über die Maus- und Tastatursteuerung bis zur Anpassung an den eigenen Geschmack. Der Dateimanager Konqueror und die Kontrolleiste werden ausführlich vorgestellt, diverse andere Applikationen kürzer.

Kapitel 4: Das X-Window-System

Auf rund dreißig Seiten folgen nun die Grundlagen des X Window Systems. Die sind eigentlich nur für Leute von Interesse, die GNOME oder einen anderen Window-Manager statt KDE einsetzen wollen oder eine spezielle Konfiguration brauchen. Erfreulich ist, daß hier auch der Unterschied zwischen Desktop und Window-Manager erklärt wird, die oft verwechselt werden. Schön, daß auch auf die X11-Konfigurationsdatei, den Display-Manager, die Startskripte und die X Ressourcen eingegangen wird. Aus Platzgründen können diese Dinge aber nicht sehr ausführlich dargestellt werden.

Kapitel 5: Multimedia & Co.

In diesem Kapitel geht es um Sound (Grundlagen, Player, Bearbeitung), CD und DVD (Rippen, Brennen), Fernsehen am Computer und den Media-Player Kaffeine. Leider beschränkt sich die Vorstellung der Player auf XMMS und die der Bearbeitungsprogramme auf Audacity (zwei Seiten). Zu kurz kommen auch weitere Applikationen, so wird für das Fernsehen nur kdetv und zum Abspielen von Medien nur Kaffeine vorgestellt. Andererseits ist dies ein Einsteigerbuch, noch dazu eines, das sich stark an SUSE 9.1 und KDE anlehnt - was will man also mehr erwarten?

Kapitel 6: Netzwerk und Internet

In angemessener Ausführlichkeit wird hier die Einrichtung von Netzwerkkarten beschrieben. Dann folgen die verschiedenen Methoden, ins Internet zu kommen. Fax und Anrufbeantworter, zwei übliche Funktionen von Analogmodems, werden auf zwei Seiten kurz abgehandelt. Vielleicht ist das für Normalbenutzer tatsächlich so einfach. Für Leute wie mich, bei denen das Modem am Server hängt und eine Anbindung vom Client aus geschaffen werden muß, ist das natürlich nichts. Die Vernetzung von Windows und Linux mit Samba kommt ebenso zur Sprache wie die Firewall.

Recht ausführlich wird danach der Webbrowser Konqueror vorgestellt. Schön, daß auch hier wie an anderen Stellen wieder gründlich über Sicherheitsaspekte aufgeklärt wird. Danach wird Evolution besprochen, dem der Autor den Vorzug gegenüber KMail gibt. Persönliche Vorlieben schön und gut, aber die meisten Benutzer hätten hier wohl lieber etwas über KMail und Kontact gelesen.

Kapitel 7: Administration

Auch dieses Kapitel beginnt wieder mit Sicherheitserwägungen, und zwar bei der Benutzerverwaltung. Danach erfährt man über die grundlegende Installation von Netzwerkdiensten, wobei man hier aber auf jeden Fall weitergehende Literatur oder die Manpages benötigt, wenn man sie ernsthaft nutzen will. Ein Exkurs beschäftigt sich mit der Installation von SUSE unter VMWare Workstation.

Kapitel 8: Linux im Büro: OpenOffice.org

Auf rund siebzig Seiten wird das freie Office-Paket vorgestellt. Einzelne Unterkapitel widmen sich den Komponenten von OpenOffice.org: Writer, Calc, Impress, Draw, Math. Es handelt sich um eine Art Tour durch die wichtigsten Features, die durchaus gelungen ist und einen guten Eindruck vermittelt, wie man an OpenOffice.org herangehen sollte. Alle Einzelheiten findet man dann ohnehin in der Online-Hilfe.

Kapitel 9: Effektivität per Shell

Die zwanzig Seiten »Effektivität per Shell« sind nichts anderes als eine kurze Tour durch die Bash, dann werden kurz noch der Midnight Commander und der vi-Editor angerissen. Sie werden wohl kaum einen Leser dazu verleiten, sich näher damit auseinanderzusetzen, sind aber vielleicht als Rettungsanker ganz praktisch.

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