Ubuntu 7.10
Pünktlich wie ein Uhrwerk veröffentlicht Canonical, mehr oder weniger unterstützt von der Gemeinschaft rund um Ubuntu, zweimal im Jahr eine neue Version der Linux-Distribution Ubuntu. Auch Ubuntu 7.10 »Gutsy Gibbon« erschien planmäßig nach einem halben Jahr Entwicklungszeit. Pro-Linux wollte wissen, was die Neuerungen in der Praxis bringen. Dieser Artikel beschreibt, wie sich das neue Ubuntu auf dem Desktop anfühlt.
Installation
Zielsysteme
Ubuntu 7.10 sollte auf allen x86-Rechnern einsetzbar sein, die in den letzten zehn Jahren gebaut wurden und mindestens 128 MB RAM (Xubuntu, Live-Systeme) bzw. 256 MB RAM (andere Varianten) aufweisen.
Die Architekturen x86 und x86_64 werden vollständig unterstützt. Eine Reihe von weniger gebräuchlichen Architekturen wird inoffiziell unterstützt, entsprechende Images findet man auf dem Image-Server von Ubuntu. Für den Desktop-Bereich sind das PowerPC, IA-64 (Itanium und Itanium 2) und Playstation 3. Als alternative Installation stehen diese drei sowie HP-PA und SPARC zur Verfügung. Es ist nicht ausgeschlossen, dass man auch letztere als Desktop betreibt, lediglich eine Live-CD gibt es nicht.
Live oder alternativ
Wie in den Vorversionen gibt es für jede Variante (nicht für Gobuntu und den Server) eine Installations-CD, die auch als Live-System genutzt werden kann. Auf dem ansonsten bis auf einen Ordner mit Beispielen leeren Desktop der CD erscheint ein Icon zum Start des Installationsprogramms, das in diesem Fall grafisch abläuft. Das Live-System entspricht weitgehend dem, das das Installationsprogramm auf der Platte installiert.
Wer mehr Installations-Optionen braucht oder im Textmodus installieren will, verwendet die Alternate-CD. Dort läuft die Installation standardmäßig genauso ab wie bei der grafischen Installation, nur eben im Textmodus. Durch Bootoptionen steht aber eine erweiterte Installation zur Verfügung, mit der man weitgehende Kontrolle über den ganzen Vorgang hat.
Live-System
Da die grafische Installation vom Desktop des Live-Systems gestartet wird, kommt jeder Interessent mit diesem System zumindest kurz in Berührung. Die CD mit dem kombinierten Live- und Installationssystem wird Desktop-CD genannt.
Das Arbeiten mit der Live-CD ist gewiss kein großes Vergnügen. Da sich die Geschwindigkeit von CDs in den letzten Jahren nicht erhöht hat, dauert das Starten von Anwendungen prinzipbedingt eine Weile. Eine Änderung der Geschwindigkeit gegenüber den Vorversionen ist nicht feststellbar. Wird ein Programm zum ersten Mal gestartet, dauert das sehr lange. Nach Beenden und Neustart ist es schneller wieder da. Je mehr RAM man hat, desto mehr macht sich dieser Effekt bemerkbar. Sind die Anwendungen geladen, können sich bei allen Aktionen, die zum ersten Mal ausgeführt werden, weitere Verzögerungen ergeben, ansonsten laufen sie aber mit normaler Geschwindigkeit.
Die Kubuntu-Desktop-CD weist einen schwerwiegenden Fehler auf, wenn man beim Booten bereits mit F2 die Sprache auf Deutsch ändert. Eine MIME-Datei wird nicht gefunden, was zu zahllosen Fehlermeldungen auf dem Desktop führt. Man kann sie mit einigem Aufwand alle wegklicken, doch die Geduld wird nicht belohnt: Das System ist unbrauchbar. Beim Starten in englischer Sprache tritt das Problem nicht auf.
Installation
Das Installationsprogramm von Ubuntu, hinter dem sich natürlich der Debian-Installer von Debian 4.0 verbirgt, ist enorm ausgeklügelt und bietet eine Vielzahl von Optionen. Ein Großteil dieser Optionen wird aber nur zugänglich, wenn man im Experten-Modus bootet. Wem auch dies nicht reicht, der kann während der Installation eine Shell öffnen und alle Einstellungen von Hand konfigurieren.
Für diesen Artikel wurde lediglich die Normalinstallation verwendet, die in nur sechs Schritten (ein siebter Schritt, die Übernahme von Windows-Daten, fiel bei mir flach) die wichtigsten Dinge vom Benutzer abfragt und dann das Grundsystem mit dem jeweils standardmäßigen Desktop installiert. Dafür wird weniger als eine Stunde benötigt. Auf langsamen Rechnern oder in virtuellen Maschinen kann es auch etwas mehr sein.
Ich installierte Kubuntu 7.10 auf meinem Laptop und in einer virtuellen Maschine (Qemu). Darüber hinaus installierte ich Gobuntu virtuell. in allen drei Fällen handelte es sich um eine Neuinstallation. Ferner ließ ich vorher die vorhandenen Installationen von Ubuntu und Kubuntu 7.04 aktualisieren.


