Ubuntu 7.10
Pünktlich wie ein Uhrwerk veröffentlicht Canonical, mehr oder weniger unterstützt von der Gemeinschaft rund um Ubuntu, zweimal im Jahr eine neue Version der Linux-Distribution Ubuntu. Auch Ubuntu 7.10 »Gutsy Gibbon« erschien planmäßig nach einem halben Jahr Entwicklungszeit. Pro-Linux wollte wissen, was die Neuerungen in der Praxis bringen. Dieser Artikel beschreibt, wie sich das neue Ubuntu auf dem Desktop anfühlt.
Ausblick
Einige wirklich krasse Fehler lassen mich daran zweifeln, dass Kubuntu wirklich den gleichen Stellenwert bei Ubuntu hat wie die Haupt-Distribution mit GNOME. In der GNOME-Oberfläche sind viele Dinge besser integriert und die Benutzerfreundlichkeit ist besser. Wenn nun also KDE nur mit Worten, nicht jedoch mit Taten unterstützt wird, sollte Ubuntu endlich Farbe bekennen und zugeben, dass die Aufspaltung in mehrere Desktop-Varianten ein Fehler war, der unnötig Ressourcen bindet. KDE oder GNOME, eines von beiden sollte von den Installationsmedien verschwinden. Kann es sich ein Distributor auf Dauer leisten, zwei Desktops zu unterstützen, nur um es ein paar Aktivisten recht zu machen? Bei den Applikationen wird ja auch nur eine für jeden Zweck in die Standard-Installation gepackt. Alles andere kann natürlich weiter in den Repositorien angeboten werden, aber dann eben »so, wie es ist« und ohne weitere Garantien.
Was wäre nun aber zu bevorzugen, GNOME oder KDE? Trotz der Arbeit, die bisher in GNOME investiert wurde, wäre es besser, GNOME fallenzulassen. Denn meine Erfahrungen zeigen mir, dass KDE technisch um Jahre voraus ist und die Anwendungen auch wesentlich stabiler oder zumindest funktionaler sind.
Doch eine solche Entscheidung wird ohnehin nicht kommen, denn sie hätte sofort zur Folge, dass sich einige Entwickler damit befassen würden, das Desktopsystem gegen ihr favorisiertes auszutauschen und ihm die gleichen Features zu geben wie dem offiziell unterstützten. Gleichgültig, ob ein solcher Fork intern oder extern passieren würde und egal, wieviele (oder wenige) Anwender er erreicht, er würde passieren.
Trotz aller Qualitäten zieht Ubuntu 7.10 im direkten Vergleich mit dem gerade veröffentlichten Opensuse 10.3 (die ich nicht selbst getestet habe, mein Eindruck fußt auf dem Review, das ich gelesen habe), den kürzeren. Dinge wie YaST oder die Ein-Klick-Installation findet man unter Ubuntu (noch) nicht. Schade nur, dass OpenSuse auf das RPM-Format setzt, das mich bisher nie bezüglich Robustheit und Zuverlässigkeit überzeugen konnte. Es wird Zeit für ein neues, distributionsübergreifendes Format samt zugehöriger Infrastruktur, das die Vorteile von DEB, RPM, APT, Portage und Zero Install/Klik in sich vereint. Würden sich die führenden Distributionen, die ja alle »von der Gemeinschaft« gelenkt werden, auf ein solches Format einigen, das auch von der LSB standardisiert werden könnte, dann wären auf einen Schlag mehrere Distributionen redundant und eine Vielzahl von Entwicklern könnten ihre Kräfte bündeln.

