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Mi, 15. Juni 2005, 00:00

Vom FISL zum LinuxTag

Fórum Internacional Software Livre in Porto Alegre

Fórum Internacional Software Livre

Vom 1. bis 4. Juni 2005 fand in Porto Alegre zum bereits sechsten Mal das Fórum Internacional Software Livre (Internationales Forum zu freier Software) statt, diesmal kurz als fisl6.0 bezeichnet. Mit 4400 Besuchern vor Ort und mehr als 12000 Teilnehmern am TV Livre, dem Ogg-Theora-Livestream von der Veranstaltung auf Portugiesisch und Englisch, hat die Teilnehmerzahl abermals die der vorherigen Edition übertroffen.

Als Highlights dürfen dabei gelten:

  • Der Vortrag des Präsidenten der obersten IT-Behörde ITI, Sérgio Amadeu da Silveira, der in Anspielung auf Worte wie »Raubkopie« das »digitale Piratentum« den Firmen wie Microsoft anlastete, die vor allem Studenten dazu bringen, sich mit Software "anzufixen", die sich sich eigentlich gar nicht leisten können.
  • Die Eröffnung der Homepage von KDE-Brasil, ganz im bekannten Stil, aber auf Wikibasis.
  • die Freigabe von staatlicher Software wie dem Inventarsystem CACIC unter GPL, aber auch von kommunaler Software, die demnächst sogar in Spanien eingesetzt wird - werden wir auch freie Software aus München bekommen?
  • weitere Reden von bekannten Aktivisten
  • Und noch mehr, worum es im zweiten Teil des Artikels gehen wird.

Dieses Jahr wurden erstmalig etliche Seiten auf Deutsch übersetzt, um einen besseren Einblick in die Veranstaltung geben zu können. Zusätzlich stehen auf kdewebdev.org, www.linuxchix.org.br und www.indicefoto.com jede Menge Fotos bereit.

Interview

Fernanda Weiden

Josef Spillner

Fernanda Weiden

Zu den Organisatoren gehört auch Fernanda Weiden, die dieses Jahr auch auf dem LinuxTag sprechen wird und sicherlich einige der oben angesprochenen Projekte näher erläutern kann. Als Einstimmung darauf gibt es schonmal ein Interview, welches parallel zum FISL geführt wurde.

Josef Spillner: Hallo Fernanda. Stell dich doch bitte einmal den Lesern vor.

Fernanda Weiden: Mein Name ist Fernanda G Weiden, 23 Jahre alt, Projektmanager im IBM Linux-Technologiezentrum Brasilien. Ich bin zertifiziert als Red Hat-Engineer und vom Linux Professional Institute (LPI) und studiere Informatik.

Seit 2001 arbeite ich als Systemanalytikerin auf GNU/Linux, und im Jahre 2002 begann ich mich in der freien Software-Community zu engagieren, so zum Beispiel durch die Gründung der Nutzergruppe LinuxChix Brasil, in der ich bis Mitte 2003 mitwirkte.

Von da an baute ich zusammen mit Loimar Vianna das Projekt PSL-Mulheres (Frauen und Freie Software) auf, eine Gruppe, welche sowohl generelle Fragen der freien Software-Community diskutiert, aber auch Nichtregierungsorganisationen hilft, Frauen über die Nutzung und Beratung über freie Software digital einzubeziehen.

Ich nehme weiterhin am Projekt Debian Women teil, einer Gruppe zur Ermutigung von Frauen zur Teilnahme an der Entwicklung von Debian, wofür ich auch zwei Pakete betreue.

Außerdem arbeite ich im PSL-Brasil (Projekt Freie Software Brasilien) mit. Dies ist eine Gruppierung mit dem Ziel, die Nutzung von und Debatte über freie Software in den verschiedenen Bereichen der Community (Regierungen, Firmen, Universitäten und Hacker) anzuregen. Es ist beratendes Mitglied in der Associação Software Livre.org (ASL, Vereinigung Freie Software), einer Nichtregierungsorganisation, welche das Fórum Internacional Software Livre (FISL) durchführt. Momentan gibt es auch eine Zusammenarbeit mit den Leuten, die die Free Software Foundation Latin America (FSFLA) ausarbeiten.

Josef Spillner: Es gibt mittlerweile einige PSLs in Brasilien, eines in jedem Bundesstaat und zusätzlich das nationale. Was sind ihre Aufgabengebiete, was passiert in ihnen?

Fernanda Weiden: Ein PSL im Allgemeinen führt Öffentlichkeitsarbeit für Projekte aus, hauptsächlich Debatten und Veröffentlichungen über freie Software. In den letzten Jahren waren die regionalen PSLs verantwortlich für die größten freien Software-Veranstaltungen in Brasilien, in den unterschiedlichsten Regionen. Und das Projekt PSL Brasil wirkt wie ein Kanal zur Kommunikation, Debatte und Verbreitung darüber, was in den einzelnen Regionen des Landes geschieht. Ein Raum für Informationsaustausch und Ausdrucksarten auf nationaler Ebene.

Josef Spillner: Die Veranstaltung fisl6.0 ist, wie der Name schon vermuten lässt, bereits die sechste Edition der Veranstaltung, welche mittlerweile die größte ihrer Art in ganz Südamerika ist. Wann und wie fand der Beginn des FISL statt?

Die Idee für die Veranstaltung kam auf, als das erste PSL im Bundesstaat Rio Grande do Sul gegründet wurde (PSL-RS). Eine der ersten Aktivitäten, für die sich das PSL-RS verantwortlich zeichnen sollte, war die Durchführung einer Veranstaltung zum Thema freie Software. Das erste FISL fand im Jahr 2000 statt, und etwa 500 Personen nahmen teil. Das sind gerade mal 10% des Publikums aus dem letzten Jahr. Die beiden ersten Editionen wurden in der Universidade Federal do Rio Grande do Sul (UFRGS, öffentliche Universität des Bundesstaats) durchgeführt. Schon zur zweiten Edition verdoppelte sich das Publikum im Vergleich zur ersten, und 2002 nahmen dann bereits 2000 Personen statt. Es folgten über 3000 im Jahr 2003 und letztes Jahr schließlich 4800 Teilnehmer. Dieses Jahr erwarten wir schätzungsweise 5000 Personen in Porto Alegre.

Josef Spillner: Dieses Jahr sind mehr als 300 Vortragende zum Fórum eingeladen. Neben den großen internationalen Namen werden auch viele über freie Software-Projekte aus dem Land sprechen, die hierzulande wenig bekannt sind. Könntest du uns einige davon vorstellen?

Fernanda Weiden: Die heißesten Diskussionen auf dem FISL dieses Jahr sind:

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