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So, 11. Januar 2009, 00:00

OpenSuse 11.1

Fünf Monate ist es her, dass Novell mit OpenSuse 11.0 eine neue Generation der Distribution herausbrachte. Kurz vor Weihnachten lieferte der Distributor eine aktualisierte Version seines Produktes aus und versprach eine Vielzahl neuer Funktionen. Nach Aussagen des Herstellers bietet die neue OpenSuse 11.1 alles, was zeitgemäße Linux-Benutzer benötigen. Pro-Linux schaute sich die Boxversion der Distribution eine Zeitlang an und testete sie in produktiven Umgebungen.

Lieferumfang

OpenSuse 11.1

Mirko Lindner (demon)

OpenSuse 11.1

Eine Besonderheit vieler OpenSuse-Veröffentlichungen stellte früher die Integration kommerzieller Applikationen in das Basis-System dar. Mit der Freigabe von OpenSuse 11.1 bricht der Hersteller mit dieser Tradition. Eine Neuerung der Distribution stellt die Unterteilung zwischen freier und kommerzieller Software dar.

So enthält die DVD ab sofort nur noch freie Software. Anwender, die auch proprietäre Zugaben wünschen, müssen diese entweder von einem separaten Medium oder direkt aus einem Online-Verzeichnis installieren. Durch diesen Schritt erhofft sich das Team, es sowohl Entwicklern als auch Drittherstellern einfacher zu machen, auf OpenSuse aufbauende Produkte zu erstellen. Dazu wurde eine neue Lizenz kreiert, die es leichter ermöglichen soll, OpenSuse zu verändern und zu vertreiben. Ferner soll es auch einfacher werden, dass mittels des OpenSuse Build Services auch unbedarfte Anwender spezielle OpenSuse-Varianten publizieren.

Neben der eigentlichen DVD, die für 32-, 64- und PowerPC-Plattformen verfügbar ist, liefert der Hersteller deshalb auch eine »Non OSS«-CD mit, auf der sich, wie der Name schon sagt, proprietäre und unfreie Software findet. Darüber hinaus steht noch eine weitere CD zum Download bereit, die zusätzliche Sprachen beinhaltet.

OpenSuse 11.1 setzt auf dem Kernel 2.6.27.7 und Glibc 2.9 auf. Im Paket sind darüber hinaus Python 2.6, Perl 5.10 und Mono 2.0 enthalten. Der Desktop des Produktes erfuhr ebenfalls diverse Aktualisierungen. So setzt OpenSuse 11.1 GNOME 2.24.1 und KDE 4.1.3 ein.

Installation

Erste Schritte

Installation der Paketgruppen

Mirko Lindner (demon)

Installation der Paketgruppen

Resultierend aus der Entscheidung der Pakettrennung änderte der Hersteller auch Lizenzbestimmungen für das Produkt. Zwar erscheint bei der Installation immer noch ein Lizenztext, dieser muss aber nicht mehr explizit akzeptiert werden. Eine weitere Neuerung, die bereits bei der Auswahl der Umgebung auffällt, ist der Verzicht auf eine prominente Auflistung von KDE 3.5. Anwender, die KDE 3.5 immer noch einsetzen wollen, finden zwar die Distribution unter dem Menüpunkt »Weitere«. Auf eine Auflistung, wie sie noch in OpenSuse 11.0 stattfand, wurde in OpenSuse 11.1 verzichtet.

Weitere Überarbeitung erfuhr der Partitionierungswerkzeug. Zwar muss das Tool nicht zwangsläufig genutzt werden, da OpenSuse 11.1 eine recht vernünftige Partitionierung bereits im Vorfeld der Installation vorschlägt, doch all jene, die Hand anlegen wollen, sollen von den Benutzbarkeits-Verbesserungen profitieren. So wurden die ehemals unten angebrachten Buttons komplett entfernt und in eine Menüstruktur verlagert. Viele der schon in OpenSuse 11.0 vorhandenen Funktionen lassen sich somit schneller finden. Darüber hinaus haben die Entwickler dem Tool weitere Funktionalität spendiert. Die Einbindung von NFS-Verzeichnissen ist nun leistungsfähiger und ermöglicht auch weitere Optionen.

Die Bearbeitung der Partitionen einmal einfach

Mirko Lindner (demon)

Die Bearbeitung der Partitionen einmal einfach

Weniger geglückt ist allerdings die Aufteilung des eigentlichen Installers, die besonders bei dem neuen Partitionierungswerkzeug ihre Defizite zeigt. Verbrauchte noch in der alten OpenSuse der Informationsstreifen ca. 25% des Bildinhaltes in einer Auflösung von 800x600 Pixel, so schwoll die Fläche in der aktuellen Version unnötig an und verbraucht fast ein Drittel des Platzes. Vor allem bei kleineren Auflösungen schränkt sie deshalb den eigentlich zur Installation verfügbaren Platz ein und macht viele der Benutzbarkeits-Vorteile des neuen Partitionierers durch unnötige Scroll-Aktionen zunichte. Hier wäre auf jeden Fall eine sinnvollere Platzierung der Liste, oder gar die Möglichkeit, sie abzuschalten, wünschenswert.

Weitere Änderungen, eher geringfügiger und oft kosmetischer Natur, erfuhr die Paketauswahl. Angemerkt sei bei dieser allerdings, dass das »Proprietäre Software«-Schema in der OSS-Version neben den binären Firmware-Dateien für diverse Intel-Karten nur noch zwei Steuerdateien für MP3-Codecs und den Flash-Player beinhaltet. Beide Dateien installieren lediglich eine Steuerungsdatei auf dem System, die bei einem Update die eigentliche Software direkt vom Server des Distributors herunterlädt.

Unverständlich ist dagegen, warum Novell die Steuerung für die proprietären TTF-Fonts aus dem Hause Microsoft, die ebenfalls per Default installiert werden, nicht unter »Proprietäre Software« aufführt, sondern unter Multimedia. Wer auf ein freies System einen besonderen Wert legt, muss daher die komplette Softwareauswahl durchgehen. Wünschenswert wäre in diesem Fall, konsequent alle proprietären Beigaben unter dem Schema »Proprietäre Software« zusammenzutragen oder gar dem Anwender gleich bei der Desktopwahl die Option anbieten, ob standardmäßig proprietäre Software installiert werden soll.

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