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Mi, 30. April 2008, 00:00

Musikverwaltung unter Linux

Ein Vergleich verschiedener Programme

In diesem Artikel werden die gebräuchlichsten bzw. interessantesten Musikverwaltungen unter Linux verglichen.

Einführung

Nachdem mein Ubuntu (bzw. Xubuntu auf dem Laptop) so eingerichtet ist, dass man damit im täglichen IT-Leben arbeiten kann, hatte ich vor, auch meine Daten zu migrieren. Diese schwirren derzeit noch auf einer NTFS (Windows XP)-Partition auf dem Rechner herum. Zu allererst stieß ich auf einige Musikdateien im MP3-Format. Erschrocken war ich dann allerdings darüber, dass es doch etliche Stunden Musik sind, die sich quer über die Festplatten bzw. Partitionen verteilt haben. Zeit also für eine Musikverwaltung. Von dieser speziellen Spezies an Software gibt es unter Linux etliche verschiedene Vertreter. In diesem Artikel möchte ich daher auf die gebräuchlichsten bzw. interessantesten eingehen.

Grundsätzlich dient eine Musikverwaltung dazu, Ordnung in seine Musiksammlung zu bekommen. Ohne eine gewisse Ordnung wird es ab einem bestimmten Umfang der Musiksammlung schnell unübersichtlich. Daher hat man sich speziell für Musik eine Art Metadaten einfallen lassen, anhand der die einzelnen Musikstücke sortiert und kategorisiert werden können.

Diese Informationen nennt man ID3-Tags. Diese gibt es nicht nur für MP3-Dateien, sondern auch für andere gängige Formate wie OGG, AAC, FLAC usw. Leider gibt es bei den ID3-Tags wieder verschiedene Versionen, die das Ganze etwas kompliziert machen. Zum einen gibt es hier die veraltete Version 1, diese beherrscht nur die wichtigsten Informationen wie Titel und Interpret eines Musikstückes. Ab der Version 2 werden dann auch weitere Informationen unterstützt. Relativ neu ist Version 2.4. Diese wird von den meisten Programmen unter Linux unterstützt. Neu ist hier vor allem, dass es viele viele zusätzliche Informationen gibt, man auch eigene Felder unterbringen kann und Sonderzeichen unterstützt werden. Der große Nachteil ist allerdings, das die meisten Hardware-MP3-Player mit diesem Format nicht klar kommen. Das äußert sich dann meist so, dass chinesische oder japanische Schriftzeichen auf dem Player ausgegeben werden. Da fast alle Player aber die Version 2.3 unterstützen, verwende ich derzeit ausschließlich diese Version der ID3-Tags. Damit klappt es bisher bei mir mit allen Geräten dieser Klasse.

Soweit so gut, die Grundlage einer jeden Musikverwaltung sind also gut gepflegte ID3-Tags. Daher ist es wichtig, dass auch eine Musikverwaltung diese Tags auf möglichst simple Art und Weise pflegen kann. Genau hier patzen aber viele Programme. Die meisten sind zwar in der Lage, Tags in Version 2 zu schreiben, allerdings nur in der relativ neuen Version 2.4. Zum größten Teil ist dieses Verhalten allerdings völlig unbrauchbar. Wesentlich besser und weiter verbreitet ist aber der Standard in Version 2.3. Die meisten Hardware-Player kommen ausschließlich mit Version 2.3 klar und produzieren ein wildes Zeichenwirrwar mit Version 2.4. Die Ursache liegt in der verwendeten Library. In diese Kategorie fallen ausgerechnet die großen Vertreter der Musikverwalter wie Rhythmbox, Amarok, Exaile, Banshee u.a. Wer nicht auf ID3 V2.3 angewiesen ist, kann aber mit diesem Makel leben. Abhilfe schaffen für alle anderen spezielle Programme wie EasyTag oder MusicBrainz Picard, dazu aber später mehr. Speziell Picard ist mir in dieser Hinsicht sehr ans Herz gewachsen :-)

Die Aufgabe der Verwaltung meiner Dateien ist nicht ohne. Es gibt hier eine bunte Mischung aus Genres und den verschiedensten Formaten. Ebenso sind die Informationen zu den Dateien mitunter mehr als spärlich verteilt, so dass es teils unmöglich ist, an korrekte Infos zu kommen.

Rhythmbox 0.11.3

Sebastian Pfohl

Rhythmbox 0.11.3

Rhythmbox 0.11.3

Meine Tests laufen unter Ubuntu 7.10. Dort ist Rhythmbox der Standard-Player und sollte bereits mit installiert sein. Ist dies nicht der Fall, lässt er sich recht einfach über Synaptic nachinstallieren. Die Bedienung von Rhythmbox ist sehr benutzerfreundlich, der Einstieg in das Programm fällt sehr leicht. Alle nicht unbedingt benötigten Funktionen werden vor dem User »versteckt«. Wie die meisten Vertreter dieser Programme präsentiert sich auch hier zuerst der »Browser«, hier werden können die Musikstücke nach Genre, Artist, Album und

Über Plugins kann Rhythmbox erweitert werden und kann so auch mit anderen Programmen wie Pidgin kommunizieren. Rhythmbox wird bei mir der Player Wahl werden, das liegt an den vielen Extras, wie Unterstützung von MP3-Devices (sogar im MTP- und MSC-Modus), iPod-Unterstützung und Auslesen des Album-Covers aus einem Bild im Verzeichnis (cover.jpg, vorbereitet von Picard). Ist kein Bild vorhanden, wird versucht, ein Cover über Amazon zu finden.

Andere Goodies sind unter anderem Lyrics und andere erweitere Infos zum Song oder des Interpreten und das Erstellen von Audio-CDs aus den Playlisten. Audio-CDs können auch ausgelesen werden, ich bevorzuge dafür allerdings Soundjuicer. Den einzigen Patzer erlaubt sich Rhythmbox beim Editieren von ID3-Tags. Das wird zwar erst seit Version 0.9.5 unterstützt, scheint aber im Standardpaket von Ubuntu 7.10 etwas buggy zu sein. Hier bricht der Schreibvorgang mit einem GStreamer-Fehler ab. Die aktuelle Entwicklerversion hat diesen Fehler nicht mehr. Dieses Verhalten kostet Rhythmbox in meinem Test satte drei Punkte in der Gesamtwertung. Daher liegt es am Ende gleichauf mit Amarok. Rhythmbox erwies sich im Test als sehr stabil, auch bei den ca. 30 GB mit zum Teil recht abstrusen ID3-Tags kam es nicht zu einem einzigen Absturz und das, wo der Test zum Teil auf einem uralten Laptop mit 650 MHz ablief.

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add (apel, Fr, 27. April 2012)
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