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Do, 11. Juli 2002, 00:00

Das Postfix Buch

Vorwort

Das Postfix Buch

Michael Hilscher

Das Postfix Buch

Obwohl die Regale vieler Fachbuchhandlungen mit Veröffentlichungen zu Linux/Unix-Themen gut bestückt sind, werden Wißbegierige, die nach Literatur über Mailserver suchen, eher stiefmütterlich behandelt. Peer Heinleins Erstlingswerk "Das Postfix Buch" ist die sprichwörtlich überfällige Ausnahme, die aufgrund mangelnder Alternativen die Regel bestätigt. Deshalb freut es umso mehr, dass auch Nutzer anderer Distributionen bedenkenlos zugreifen können: wem die "Besonderheiten" der eigenen Distribution bekannt sind, wird alle Beispiele des Buches erfolgreich nachbauen können.

Inhalt

Neben den wichtigsten Grundlagen zu Übertragungs- und Mailprotokollen geht der Autor auf die Programmstruktur von Postfix selbst ein. Einen Mehrwert gegenüber der englischen Originalanleitung bieten die vielen Hilfestellungen zu Problembereichen sowie ausführliche Erläuterungen der wichtigsten Konfigurationsparameter. Der Autor vergißt dabei nicht, auf die speziellen Bedürfnisse eines Mailservers fürs Firmen-LAN, Internet oder auch die einzelne private Workstation einzugehen.

Auf Sicherheitsaspekte wird großen Wert gelegt. Heinlein vermittelt das nötige Wissen, um seinen Mailserver sicher zu konfigurieren und gegen Spam und Viren abzusichern. Hierbei wird neben pop-before-smtp auch smtp-auth angesprochen sowie auf Möglichkeiten zur Verschlüsselung von Nachrichten und vor allem von Paßwörtern hingewiesen (stunnel, pop3s, APOP, imaps, smtps).

Obwohl der Autor laut Buchrückentext seit über zehn Jahren als Internet Service Provider tätig ist, findet man nur wenige Tipps und Hinweise zum Betrieb eines großen Mailservers. Leider wird auch der MySQL-Abschnitt - der gerade für Server mit vielen Mailaccounts sehr interessant ist - nur kurz angerissen.

Für Verwirrung sorgt das Workshop-artige 19. Kapitel. Hier haben sich einige kleinere Fehler eingeschlichen, die mit älteren (SuSE < 7.3) Linux-Installationen eine Menge Schwierigkeiten bereiten. Ich selbst nutze auf dem Server SuSE 7.2 und möchte darauf hinweisen, daß man den aktuellen Postfix-Tarball tunlichst nicht über eine bestehende postfix Installation drüber bügeln sollte - sonst wird Postfix reproduzierbar zum Load-, CPU- und Memkiller (von 99% Idle und 0.04 Load auf 0% Idle und 0.6 bis 1.4 Load - ohne daß mit top oder ps usw. ein Übeltäter zu entdecken wäre!).

Achtung: Um auf SuSE 7.2 courier-imap mit MySQL-Support zu kompilieren, sind weiterhin die Dateien libpq-fe.h und postgres_ext.h aus dem Postgresql-devel Paket in den authlib-Ordner des (entpackten :-) Tarballs zu kopieren. Damit die ssl-Verschlüsselung von courier-imap genutzt werden kann, ist "configure -with-couriertls" zu nutzen. Nach dem Installieren ist in authdaemonrc version="authdaemond.mysql" einzutragen - sonst versucht courier-imap, auf postgresql zurückzugreifen.

Fazit

Dennoch kann "Das Postfix Buch" ruhigen Gewissens jedem interessierten und ambitionierten Anwender empfohlen werden, der sich näher mit Postfix auseinander setzen möchte. Tatsächlich besitzt die Veröffentlichung für die Erstauflage eines Erstlingswerks eine ungewöhnlich hohe Qualität und rechtliche Hinweise runden das Buch neben einer Einführung zu DNS, iptables oder Tripwire ab.

Ein Probeartikel findet sich auf der Website zum Buch: www.postfixbuch.de

Fakten

Titel: Das Postfix Buch
Autor: Peer Heinlein
Preis: EUR 45,50
Umfang: 432 Seiten
Verlag: SuSE PRESS
ISBN: 3-935922-41-8

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