Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 12. Oktober 2000, 00:00

AtheOS 0.2.0 for Dummies

Darf ich vorstellen, AtheOS

AtheOS ist ein unter der GPL herausgegebenes x86-Multitasking-Betriebssystem. Trotz seines frühen Entwicklungsstadiums gibt es schon erstaunlich viele Anwendungen und Entwicklungswerkzeuge. Als Beweis für die Reife des OS läuft die AtheOS-Website bereits unter AtheOS auf einem AMD-K6/200. Der Server bietet folgende Dienste an: HTTP (Apache V1.3.9), FTP (wu-ftpd 2.6.0), CVS (CVS V1.10), DNS (Bind) und Mail (QMail).

AtheOS ist kein weiterer Unix-Clone, sondern ein von Grund auf neu entwickeltes Desktop-Betriebssystem, das sein eigenes multithreaded GUI-System mitbringt. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten: Einem Applikationen-Server und einer DLL, die eine C++-Schnittstelle zwischen dem Server und den Applikationen liefert. Dadurch, daß auf X verzichtet wird, herrscht eine bessere Konsistenz zwischen den Applikationen. Drag und Drop, die Zwischenablage und andere Formen der high-level Kommunikation sind vom OS definiert. Ein Nachteil ist, daß es nicht so einfach ist, X-Applikationen auf AtheOS zu portieren.

Dafür ist AtheOS zu einem großen Teil zum POSIX-Standard kompatibel. Damit ist es möglich, viele Unix Kommandozeilen-Tools auch unter AtheOS zu kompilieren.

Der Kernel unterstützt SMP, hat einen eingebauten TCP/IP-Stack und kann mit ladbaren Gerätetreibern und Dateisystemen umgehen. Es fehlt AtheOS zur Zeit noch an einer einfachen Installationsroutine und vor allem an zahlreichen Treibern. Es sind aber viele neue Treiber (z.B. Voodoo3-Hardwarebeschleunigung etc.) am Entstehen und die Installation ist mit Hilfe dieses Textes auch nicht besonders schwer.

Ich möchte hier nicht weiter auf technische Einzelheiten eingehen, denn in diesem Text soll die Installation und Konfiguration im Vordergrund stehen. Wer jedoch etwas Genaueres zu AtheOS wissen möchte, kann sich auf AtheOS's Homepage informieren.

Screenshot des AtheOS-Desktop

Thomas Weibel

Screenshot des AtheOS-Desktop

Ein weiterer Screenshot des AtheOS-Desktops

Thomas Weibel

Ein weiterer Screenshot des AtheOS-Desktops

Installation

Wie gesagt, fehlt AtheOS ein komfortables Installationsprogramm. Momentan muß man die erste Installation noch auf eine FAT-Partition machen. Nachdem das Basissystem installiert ist, kann man entweder alles weitere auch auf diese FAT-Partition installieren, oder man erzeugt eine weitere Partition, diesmal mit dem nativen AFS-Dateisystem, und reinstalliert alles dorthin. Die zweite Vorgehensweise ist empfohlen, da FAT die Performance von AtheOS einschränkt. Selbst wenn man sich dafür entschieden hat, AtheOS auf dem nativen AFS-Dateisystem zu installieren, müssen der Kernel, die Bootloader und das Kernel-Konfigurationsskript auf der FAT-Partition bleiben. Der First-Level-Bootloader ist ein einfaches DOS .com-Programm, welches das System in den Protected Mode bringt und den Second Level Bootloader startet, der das Kernel-Konfigurationsskript und den Kernel startet. In Zukunft wird es möglich sein, AtheOS mittels GRUB direkt vom nativen AFS-Dateisystem zu starten. Aber bis jetzt muß man von DOS aus den First Level Bootloader starten. Dies kann man mit einer Bootdiskette (Win9x), direkt mit Windows9x DOS oder mit FreeDOS machen. Für diese Beispielinstallation wird davon ausgegangen, daß AtheOS von einer Bootdiskette gestartet wird, die hier zum Download zur Verfügung steht. Bei der Bootdiskette handelt es sich um eine leicht modifizierte Bootdiskette von Windows 95. Ich komme nach der Basisinstallation noch kurz auf die Möglichkeit zurück, wie man AtheOS auch mit Windows9x DOS starten kann (siehe 2.3). Wichtig ist einfach, daß kein Speichermanager wie himem.sys gestartet wird, denn dies veranlaßt den Computer zu einem unverzüglichen Reboot. Experimentierfreudige Leser können natürlich auch versuchen, AtheOS mit FreeDOS zu starten. Leider konnte ich AtheOS nicht von DR DOS zum Booten überreden und IBM DOS hatte ich nicht zur Verfügung.

Systemvoraussetzungen

Es gibt noch nicht allzu viele Treiber für AtheOS, aber seit der Kernel BIOS-Funktionen aufrufen kann, läuft es auf einer großen Anzahl von Hardware:

CPU: Pentium oder besser, da AtheOS pentiumspezifische Instruktionen benutzt (natürlich läuft es auch auf jeder Pentium-kompatiblen CPU)
Grafikkarten: S3 Virge und Matrox Millenium1/Millenium2/Mystique/G100/G200/G400 haben native Treiber und sind hardwarebeschleunigt. Zudem unterstützt AtheOS jede zu VESA 2.0 kompatible Grafikkarte. Auf der Mailingliste ist zudem die Rede von Treibern für Voodoo3-Grafikkarten und Nvidia-Chips, welche sich momentan in Entwicklung befinden.
Maus: Alle seriellen und PS/2 Mäuse sollten funktionieren.
Keyboard: Nur norwegische und amerikanische Keymap. Momentan entwickle ich eine schweizer-deutsche (fast fertig) und eine deutsche Keymap. Vor allem die Entwicklung der deutschen Keymap gestaltet sich ziemlich schwierig, da ich keine deutsche Tastatur besitze. Sobald die beiden Keymaps fertig sind, werden sie hier zum Download bereit stehen.
Netzwerk NE2000 PCI oder EISA
Festplatte: Da die Festplatten normalerweise durchs BIOS angesprochen werden, funktionieren die meisten IDE- und SCSI-Festplatten. Der Autor von AtheOS, Kurt Skauen, bootet AtheOS ab und zu sogar von einer ZIP-Disk.

Eine Liste von PCs, auf denen AtheOS erfolgreich installiert wurde, läßt sich unter http://www.xtdl.com/~scott/ einsehen.

Wer sich nicht ganz sicher ist, ob AtheOS auf seinem System läuft, sollte einfach mal einen Versuch starten und danach sein System auf die oben genannte Liste eintragen.

Installation des Basissystems

Um das Basissystem zu installieren, besorgen wir uns zuerst die erforderlichen Dateien von ftp://atheos.sourceforge.net/pub/atheos/base/:

Kommentare (Insgesamt: 0 || Kommentieren )
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung