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So, 30. Juli 2000, 00:00

UNIX Workstation: SGI Indy

Dieser Artikel beschreibt die Hardware der UNIX-Workstation SGI Indy.

Warnung

In diesem Artikel geht es zunächst mal nicht um Linux. Ich werde allerdings am Ende bzw. bei einem Update darauf zurückkommen.

Vorwort

Eines vorweg. Ich bemühte mich schon seit einiger Zeit, an eine richtige Workstation heranzukommen. Da ich beruflich wenig damit anfangen kann, hatte ich aber nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Damit kam natürlich nur ein Gebrauchtgerät in Frage. Nun habe ich eine SGI Indy gefunden und bin schwer beeindruckt. Die Kombination der Hardware und des UNIX-Derivats IRIX bietet eine Benutzerfreundlichkeit, von der sich sämtliche Linux-Distributionen und erst recht Windows eine dicke Scheibe abschneiden können. Sie ist genauso einfach zu bedienen wie ein Macintosh, aber dank des UNIX-Betriebssystems unendlich leistungsfähiger.

Workstations haben meist etwas "exotische" Hardware, die PC-Usern nicht unbedingt bekannt vorkommt. Da ich selbst bisher hauptsächlich mit PCs zu tun hatte, kann ich mir vorstellen, wie man einer Workstation zunächst gegenübersteht und keinen Schimmer hat, was hier eigentlich eingebaut ist. Dieser Artikel soll da auch ein bißchen Licht ins Dunkel bringen.

Motivation

Warum wollte ich überhaupt eine Workstation anschaffen? Für den Preis, den man heute für einen PC hinlegt, bekommt man nur ein älteres gebrauchtes Modell, das deutlich langsamer ist als der PC. Zudem ist Workstation- Hardware nicht sehr kompatibel mit PC-Hardware, außer den generell vorhandenen SCSI-Festplatten und dem Netzwerkanschluß.

Workstations sind halt das genaue Gegenteil von PCs. Sie sind elegant, haben oft unübertroffene Multimedia-Funktionen, einen großen hochwertigen Monitor und eine Firmware, die nicht mit den lächerlichen Einschränkungen des PC-BIOS leben muß. Neuere Workstations haben außerdem eine 64-Bbit CPU (oder mehrere, wenn man es sich leisten kann).

Das alles trifft in gesteigertem Maße auf SGI-Workstations zu, die schon immer das bevorzugte Werkzeug von Grafikdesignern und ähnlich gelagerten Personen waren.

Hardware

Doch nun will ich mal etwas konkreter werden. Ich beschreibe nun eine SGI Indy, Baujahr ca. 1993.

Gehäuse

Das blaue Gehäuse mit dem SGI-Schriftzug ist das, was ich oben schon erwähnt habe: elegant. Mit 40 cm Breite, 35 cm Tiefe und 7 cm Höhe ist es ein geniales Desktop-Gehäuse, auf das der Monitor genau paßt.

Genaugenommen ist das Blau nur ein Plastikcover, unter dem sich das eigentliche, sehr solide Metallgehäuse verbirgt. Auf der Frontseite befinden sich lediglich Ein- und Resetschalter sowie Lautstärkeregler. Floppy oder CD-ROM gibt es nicht. Das ist kein Verlust, besonders die Floppy nicht, und CDs kann man auch übers Netzwerk mit NFS lesen.

Auf der Gehäuserückseite, die logischerweise 7x40 cm mißt, befindet sich eine Unzahl von Anschlußbuchsen: Monitor, 3D-Brille, Audio in/out, Video-Eingang (S-VHS und Composite oder so), Netzwerk (TP und AUI), Webcam, Tastatur, Maus, 2 serielle Ports mit runden 8-poligen DIN-Buchsen (wie beim Macintosh), Parallelport, SCSI und Stromkabel.

Der Monitor-Anschluß ist nicht PC-kompatibel, so daß es nicht möglich ist, einen SGI-Monitor am PC zu betreiben oder umgekehrt. Es gibt Adapter zu diesem Zweck, nur muß man die erst einmal finden.

Monitor

Damit können wir uns dem Monitor zuwenden. Es ist ein 20-Zöller mit einem habe ich schon Schwierigkeiten, ihn zu tragen ;-) Die Bildwiederholfrequenz ist, wie bei Workstations üblich, 60 Hz. Trotz dieser niedrigen Frequenz ist er flimmerfrei, da die Nachleuchtdauer größer ist als bei PC-Monitoren. Per Software läßt sich außerdem eine höhere Frequenz einstellen.

Sucht man nach Bedienelementen, findet man neben dem Netzschalter und der Powersave-Anzeige nur zwei Tasten für die Helligkeitsregelung. Stutzig geworden, sucht man weiter und findet links, ebenfalls am Frontpanel, ein Rechteck, das mit "Remote Control" beschriftet ist. Es handelt sich um eine herausziehbare Fernbedienung, mit der man alle Einstellungen vornehmen kann.

Ein- und Ausgabe

Tastatur und Maus haben PS/2-Anschlüsse, sind also erstaunlicherweise PC-kompatibel. Sogar eine Logitech Cordless funktioniert einwandfrei. Die Tastatur ist in deutsch, auch die Umlaute funktionieren. Die seriellen Ports sind, ich erwähnte es schon, kompatibel mit dem Mac, und mit einem Adapter auch mit PCs, die meist DB9 oder DB25 Stecker haben. Der Parallelport dürfte Standard sein, das habe ich bisher nicht probiert. Das Netzwerk ist 10 MBit/s. Selbstverständlich ist die Maschine auch übers Netzwerk bootfähig. Bei entsprechender Konfiguration ist es also kein Problem, sie ohne Platte zu betreiben.

Es kommt SCSI-2 zum Einsatz, und der externe Anschluß entspricht den bekannten Mini-Steckern.

Webcam

Es bleibt noch die Webcam zu erwähnen, die man z.B. auf dem Monitor plazieren kann. Sie liefert keine allzu guten Bilder, was sicher mit dem damaligen Stand der Technik zusammenhängt. Vergleichbare Kameras bekommt man heute für weniger als 100 DM, möglicherweise sogar mit besserem Bild.

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