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Mi, 15. August 2001, 00:00

Red Hat 7.1 Professional

Vorwort

Red Hat Professional

hjb

Red Hat Professional

Red Hat 7.1 ist bereits einige Monate auf dem Markt. Leider kommen wir jetzt erst dazu, die Distribution genauer unter die Lupe zu nehmen. Zur Abwechslung ist es dieses Mal die relativ teure Professional Edition, die sich unserer Untersuchung unterziehen mußte.

Lieferumfang

Die Red Hat 7.1 Professional Box enthält

  • eine Schachtel mit den zehn CDs, eine DVD sowie eine Admin-CD, geschützt durch eine EULA (diese Endbenutzer-Lizenzvereinbarung verweist im Wesentlichen auf die Lizenzbestimmungen der einzelnen Pakete und schränkt Support, Garantie und Haftung ein)
  • Red Hat Aufkleber
  • Registrierungskarte
  • Resource Guide
  • x86 Installationshandbuch (166 Seiten)
  • Handbuch "Erste Schritte" (334 Seiten)
  • Referenzhandbuch (288 Seiten)
  • Handbuch "Benutzerdefinierte Konfiguration" (152 Seiten)
  • Red Hat Pocket Book im Scheckkartenformat mit den wichtigsten Kommandos zum Einrichten von Services
  • Mousepad "Red Hat Command Reference"

Auf den zehn CDs befinden sich folgende Software-Pakete:

  1. Installations-CD 1 von 2
  2. Installations-CD 2 von 2
  3. Quellcode
  4. Dokumentation: FAQs und HOWTOs vom Linux Doc Project, ferner die Handbücher als HTML und PDF, sowohl als RPMs als auch ungepackt.
  5. Linux-Applikationen, Workstation-Edition: Kommerzielle Applikationen, teilweise frei wie Acrobat Reader, StarOffice, aber auch Demoversionen.
  6. PowerTools: 480 Pakete, überwiegend auch als Sourcepakete, mit allen möglichen Applikationen und Tools.
  7. Spiele-Demos von Loki: SimCity 3000 und Alpha Centauri. Diese CD enthält nur knapp 250 MB an Daten.
  8. StarOffice 5.2 in mehreren Sprachen
  9. Linux-Applikationen, Server-Edition (Demos kommerzieller Software von APC Powerchute bis Webtrends)
  10. Developer Modules Archive (1197 Perl-Module, ca. 40 Python-Module, ca. 70 R-Module, ca. 40 Zope-Module)

Im Lieferumfang sind auch Versionen der e-Commerce-Applikationen CCVS (Credit Card Verification System) und Interchange mit vollem Support enthalten. Beide Applikationen stehen unter der GPL und können natürlich auch separat von den Red Hat-Webseiten heruntergeladen werden. Der Unterschied liegt im Support.

Installation

Die Installation soll hier keinesfalls überbewertet werden. Zum einen haben wir bereits einen Installationsbericht, zum zweiten gibt es bei weitem zu viele Installationsvarianten, um sie auch nur alle zu erwähnen, zum dritten macht man die Installation meist ein einziges Mal.

Red Hat kann von CD 1 gebootet werden und präsentiert zunächst einen syslinux-Prompt mit den üblichen Optionen. Standard ist eine grafische Installation mit einem Framebuffer in 800x600 Auflösung. Wer mit 640x480 besser bedient ist, gibt am Prompt die Option "lowres" an. Für den Textmodus steht die Option "text" zur Verfügung. Es gibt noch einige weitere Optionen. Alles kann noch mit der Option "expert" kombiniert werden.

Laptop mit Pentium 133

Der Versuch, auf meinem Laptop (P-133, 16 MB) eine grafische Standardinstallation vorzunehmen, endete mit einer Enttäuschung. Mit der Meldung "You do not have enough system memory to install Red Hat" war Schluß, und zwar in allen möglichen Installationsvarianten, einschließlich "text" und "text expert". Red Hat 7.1 ist also für Systeme mit 16 MB RAM oder weniger nicht geeignet. Laut Red Hat sollen es in der Tat 32 MB oder mehr sein. Eine mögliche Abhilfe wäre, von einer vorausgegangenen Linux-Installation die Swap-Partition zu verwenden. Wie man diese früh genug einbindet, so daß der Installer zufrieden ist, habe ich nicht getestet.

EISA-Board mit Pentium 66

Der nächste Kandidat war ein uraltes EISA/PCI-Board mit einem Pentium 66 und 96 MB RAM. Installation von der CD war hier nicht möglich, da mir der Caddy für das Laufwerk fehlte. Also bootete ich die Netzwerk-Bootdiskette, die ich mir aus dem bootnet.img-Image erstellt hatte. Bei dieser Diskette ist offenbar keine grafische Installation möglich, oder sie konnte nicht gestartet werden. Jedenfalls landete ich im Textmodus.

Für die eingebaute Netzwerkkarte (AMD Lance Chip) wurde kein Treiber angeboten, auf der anschließend erstellten und eingelegten Treiberdiskette (drivers.img) war er jedoch vorhanden. Als Installationsquelle wählte ich HTTP. Nach Eingabe der Netzwerkkonfiguration fand die Installation ihre nötigen Dateien auf dem HTTP-Server und setzte mit der Partitionierung fort. Hier wählte ich die benutzerdefinierte Installation, da alles andere meine bestehenden Partitionen zerstört hätte (die Warnungen im Handbuch und während der Installation sind nicht zu übersehen). Ich erlaubte eine einzige Partition, /dev/sda8. Danach schickte sich der Installer an, LILO zu installieren. Ich wählte Installation in den MBR, wohl wissend, daß ich mein bisheriges LILO damit überschreiben würde. Automatisch wurde erkannt, daß auf /dev/sda1 eine DOS-Partition existiert, und diese in die LILO-Konfiguration eingebunden. Bemängeln muß ich aber, daß es nicht möglich war, irgendeine andere Partition hinzuzufügen, denn auf /dev/sda6 befindet sich meine bisherige Linux-Installation, die ich am liebsten gleich mit in LILO eingebunden hätte. Dieses Red Hat-Problem hatten wir bereits beim Test von Version 6.2 angekreidet!

Danach wurde der Rechnername konfiguriert, und hier war der Installer so schlau, sich den korrekten Namen aufgrund der eingegebenen IP-Adresse aus dem DNS zu besorgen. So soll es sein!

Nun folgten noch ein paar Eingaben wie Maustyp, die mittlerweile obligatorische Firewall-Konfiguration, Root-Paßwort und das Anlegen von Benutzern. Interessant, vor allem für größere Netze, ist die Option, die Benutzerverwaltung über LDAP, NIS oder Kerberos vorzunehmen. Dies habe ich nicht ausprobiert.

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