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So, 22. April 2007, 00:00

Ubuntu 7.04

Ubuntu 7.04 »Feisty Fawn« erschien planmäßig nach einem halben Jahr Entwicklungszeit. Pro-Linux wollte wissen, was es an Neuerungen gibt und wie sie sich anfühlen. Dieser Artikel beschreibt die Eindrücke dieser Untersuchungen.

Die ersten beiden Updates werden eingespielt

Hans-Joachim Baader (hjb)

Die ersten beiden Updates werden eingespielt

Um proprietäre Treiber, z.B. Grafiktreiber, leichter einbinden zu können, gibt es in GNOME unter SystemAdministration eine Verwaltung eingeschränkter Treiber. Diese stellt bei Aufruf automatisch fest, ob überhaupt proprietäre Treiber nötig sind. Bei meinem Laptop war das nicht nötig, da darauf der freie Intel-Treiber bereits für 3D-Beschleunigung sorgt.

Die Neuerungen von Debian 4.0, nämlich durch PGP-Schlüssel signierte Pakete und inkrementelles Herunterladen der Paketlisten, sind natürlich auch in Ubuntu vorhanden. Die grafische Paketverwaltung geschieht unter GNOME mit Synaptic, unter KDE mit Adept. Die Anwender werden über Applets in der Systemablage informiert, wenn wichtige Updates, insbesondere Sicherheitsupdates, vorhanden sind. Wie die Programme intern mit den Paketsignaturen umgehen, ist nicht direkt ersichtlich. Synaptic kann zu jeder Quelle jedoch immerhin den Archivschlüssel anzeigen. Auf KDE-Seite gäbe es ja noch KPackage, doch das ist standardmäßig nicht installiert.

Gegenüber Ubuntu 6.10 wurden in 7.04 die meisten Pakete aktualisiert. Das System setzt auf Kernel 2.6.20, Glibc 2.5 sowie GCC 4.1.2. Andere wichtige Komponenten sind GNOME 2.18.1, KDE 3.5.6, Xfce 4.4.0, X.org 7.2, gstreamer 0.10.12, OpenOffice.org 2.2.0, Apache 2.2.3 sowie Samba 3.0.24, Evolution 2.10.1, Mozilla Firefox 2.0.0.3 und Mozilla Thunderbird 1.5.0.10. Zudem sind Perl 5.8.8, Python 2.5.1c1 und viele Python-Module installiert.

Nach der Installation ist /etc/apt/sources.list so konfiguriert, dass es nach neuen Paketen auf der CD/DVD, aber auch im Hauptarchiv der Distribution im Internet (rund 5100 Pakete) und bei den Sicherheitsupdates sucht. Auf der CD allein findet man rund 900 Pakete. Wenn man einen Internetanschluss hat, ist es praktischer, die CD als Paketquelle auszuschließen. So erspart man sich das Einlegen der CD bei Updates oder bei der Installation weiterer Pakete.

Nach Hinzufügen aller Repositorien stehen für Ubuntu 7.04 über 27.700 Pakete zur Verfügung. Das sind mehr als auf meinen Debian 4.0-Systemen, wo es rund 24.000 sind. Selbst wenn man bedenkt, dass ein Programm oft in zwei oder mehr Pakete aufgeteilt wird, ist das beachtlich.

Die offiziellen Repositorien von Ubuntu 7.04 sind main, universe, multiverse und restricted. Letzteres ist das Archiv, in dem sich unterstützte, aber unfreie Pakete befinden. Derzeit sind das die Grafikkarten-Treiber von NVidia und anderen, Firmware-Pakete und Treiber, die nicht unter vollständig freien Lizenzen stehen. Sie können von Ubuntu grundsätzlich nicht so wie die anderen Pakete unterstützt werden, da der Quellcode teilweise nicht zugänglich ist.

Im Gegensatz zu main wird Software, die im Repositorium universe zu finden ist, nicht offiziell unterstützt. Hier findet man freie Softwarepakete, während multiverse zusätzlich rund 600 unfreie Pakete anbietet.

Darreichungsformen

Als vollständig freie Distribution stehen Ubuntu und alle seine Varianten primär zum Download bereit. Zur Installation genügt eine einzelne CD (700 MB). DVDs (3 GB) gibt es nur auf wenigen Servern und auch diese bieten meist nur einen BitTorrent-Download. Eine Übersicht findet man auf der Download-Seite des Projekts auf ubuntu.com. Wer CDs oder DVDs benötigt, findet sicherlich einen Anbieter, der gebrannte oder auch aufwendiger produzierte Medien liefern kann. Hinweise findet man unter den am Ende angegebenen Referenzen. Bei größeren Stückzahlen hilft Ubuntu selbst mit dem weiterhin kostenlosen ShipIt-Dienst.

Images von virtuellen Maschinen werden immer beliebter. Man muss sie nur herunterladen und sie sind sofort in der gewählten VM lauffähig. Wie bei einer Live-CD entfällt die Installation, anders als bei einem Live-System kann man aber auch dauerhafte Änderungen machen.

Für VMWare findet man im Virtual Appliance Marketplace in der Kategorie Betriebssysteme erste Images. Images für andere VMs habe ich bisher nicht gefunden.

Fazit

Ubuntu 7.04 läuft weitgehend stabil und rund. Das dürften die meisten Anwender ebenso empfinden. Zwar gab es gleich nach der Veröffentlichung eine Vielzahl von Fehlerberichten, dabei muss man aber berücksichtigen, dass das System auch von sehr vielen Leuten installiert wurde, darunter vielen Neulingen, die nicht wissen, wie sie bei Problemen vorgehen sollen, und daher gleich in den Foren fragen.

Auch für das Update von 6.10 auf 7.04 gibt es viele Fehlerberichte, aber hierfür dürfte das Gleiche gelten. Wenn man das Update nicht auf gut Glück durchführt, sondern vorher die Anleitung liest, dürfte es meist problemlos gehen.

Wie Ubuntu mit den verbleibenden Fehlern umgeht, bleibt abzuwarten. Erfahrungsgemäß werden in begrenztem Umfang Updates angeboten, aber jeder kleine Fehler lässt sich garantiert nicht korrigieren. Hier kann und sollte man sich dank Open Source selbst helfen.

Wie alle »normalen« Veröffentlichungen von Ubuntu wird Ubuntu 7.04 mindestens 18 Monate mit Sicherheitsupdates unterstützt. Für die nächste Version 7.10 wird wahrscheinlich das Gleiche gelten. Ubuntu 8.04 könnte dann wieder eine Version mit längerer Supportdauer werden, um 6.06 LTS abzulösen. Aber das ist noch nicht entschieden.

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