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Mi, 22. Oktober 2003, 00:00

PingoS: Open Source - Open Support

Kurze History der PingoS

Als 1999 in der SuSE-Linux-Mailingliste wieder einmal diskutiert wurde, warum Linux in Firmen nicht die Resonanz findet, die es eigentlich verdient, kam sehr schnell das Gespräch auf die Situation in unseren Schulen. Millionenetats für die Verbesserung der Computerausstattung in einigen Bundesländern auf der einen Seite und mangelnder Überblick über die Betriebssystemlandschaft sowie fehlende Kenntnisse über die grundlegendsten Zusammenhänge und Berührungsängste vor dem unbekannten System Linux bei gleichzeitigem Anspruch, den Unterrichtsbetrieb nicht aufzuhalten auf der anderen Seite, das waren unsere Vorstellungen von der Situation, in der die Informatiklehrer steckten. Es fand sich sehr schnell eine Gruppe aus 12 enthusiastischen Helfern, die begannen, ein Projekt zu konzipieren. Es kristallisierten sich bald folgende Grundgedanken für die Arbeit des Projektes heraus:

  • Den Hilfeanforderungen muss in jedem Fall entsprochen werden können.
  • Um den tragenden Gedanken von Open Source auf den Support auszuweiten, soll dieser auf gegenseitiger Hilfe basierend und kostenlos angeboten werden.
  • Es können Terminengpässe sowohl bei den Helfern als auch bei den Schuladministratoren entstehen.
  • Unvollständiges Wissen bei einigen Helfern ist Normalität und soll über Listensupport für die Helfer kompensiert werden.
  • Den eingearbeiteten Administratoren sollen Schulungsmaterialien zur eigenen Weiterbildung verfügbar gemacht werden.
  • Es sollte über die Bereitstellung von Lernsoftware ein Anreiz geschaffen werden, Linux auch im Unterricht einzusetzen.

Gut eine Woche nach der ursprünglichen Diskussion wurden uns vom OHS e.V. unbegrenzt Webspeicher, ein Forum für den Kundenkontakt und zur Koordinierung der Arbeiten ein Set von drei Mailinglisten für die drei sich herauskristallisierenden Teilprojekte Support, Schulungsmaterial und Software bereitgestellt. Bei der Gelegenheit entstand auch der Name PingoS, der für "Ping on School" steht. Ebenfalls sehr schnell stand ein erstes Weblayout fest. Informationen wurden gesammelt, die Projekte bekamen Namen und die Arbeit konnte beginnen. SelfLinux, unser Projekt zur Bereitstellung von Schulungsmaterialien rund um Linux, nahm seine Arbeit auf und wurde sehr früh ein eigenständiges Projekt. Längst war nicht mehr jeder SelfLinux-Listenteilnehmer auch ein Supporter bei PingoS und einige PingoS hatten absolut keine Zeit, sich mit dem Schreiben von Dokumentation zu befassen. Um den Ruf von Linux nicht zu gefährden, wollten wir nun aber nicht in den Schulen "Klinken putzen" gehen, sondern auf verschiedenen Wegen unseren Bekanntheitsgrad erhöhen. Damit "Ping on School" auch Konzept wurde, sollte der Kontakt zu den Schulen genau dann hergestellt werden, wenn Bedarf bestand, und solange aufrecht erhalten bleiben, wie der Schuladmin Bedarf signalisierte. Wesentlich für den Erfolg des Supportprojektes ist dabei die Bereitschaft der Schuladministratoren, sich unter Anleitung an die Arbeit zu machen, oder wenigstens in der eigenen Verantwortung die Arbeiten von den Helfern erledigen zu lassen, um anschließend eine Unterweisung über sich ergehen zu lassen. Daran hat sich bis heute im Prinzip nichts geändert.

Mit der Januarausgabe 2000 des Linux-Magazins wurde PingoS erstmals über die Website und Mundpropaganda hinaus öffentlich und die Zahl der PingoS erhöhte sich weiter. Einem öffentlichen Vortrag im Rahmen der Braunschweiger Linuxtage verdanken wir den weiteren Aufschwung. Im Frühjahr 2000 wurde unser erstes Softwareprojekt "Der Tipptrainer" vorzeigbar. Auf den Linuxtag 2000 hatte es in einem "Tipptrainer-Contest" seine Premiere und fand viele Interessierte, die bei dieser Gelegenheit auch von PingoS und SelfLinux erfuhren. Es folgten weitere Präsentationen auf der SYSTEMS 2000 und 2001, auf dem Linuxtag 2001, bei den Berliner LinuxInfo-Tagen und im LUG-Camp 2001.

Zielsetzung des Gesamtprojektes

Alle Schüler sollen die Möglichkeit erhalten, sich umfassend im IT-Bereich zu bilden. Solange dies im Rahmen des Informatikunterrichts gewährleistet werden kann, hat dieser Unterricht seine Berechtigung. Werden wesentliche Informationen ignoriert oder Grundzusammenhänge nicht erklärt, weil es Defizite in der technischen Ausstattung oder in der Ausbildung der Lehrer gibt, besteht Handlungsbedarf. Hier wollen wir mit unserer Hilfe ansetzen.

Gerade den Schuladministratoren sollten Begriffe wie Firewall, TCP/IP, NFS, SSH, Bash, X-Konfiguration, Samba oder IRC keine Fremdwörter sein. Was man administrieren und erklären kann, läßt sich auch für den Unterricht strukturieren und altersspezifisch aufbereitet in den Unterricht einbringen. Aus diesem Grund will PingoS nicht nur Support leisten, sondern auch dabei helfen, dass der Lehrer dabei lernt.

Der Fundus an Linux-Software ist überwältigend und wächst immer weiter. Welche der verfügbaren Programme im Unterricht einsetzbar sind, ist häufig nicht bekannt. Der Verein "Freie Software und Bildung" listet genau auf, welche Software für den Einsatz in Bildungseinrichtungen in Frage kommt. Es fehlen aber häufig noch die Hinweise auf Erfahrungsberichte, weil der Einsatz von Linux im Unterricht einfach noch nicht weit verbreitet oder die Erfahrungen nicht entsprechend dokumentiert sind.

Die laufenden Teilprojekte

Gegenwärtig arbeiten PingoS in den Bereichen Support, Schulung, Dokumentation und Software.

  • Der Supportbereich sucht weiterhin freiwillige Helfer, die bereit sind, in den Schulen vor Ort oder über die Mailingliste all-linux@pingos.schulnetz.org mit Know-How zu helfen, wenn die Schuladministratoren oder andere helfende PingoS Fragen haben.
  • Der Softwarebereich war lange Zeit nur auf den Tipptrainer beschränkt. Aus dieser Phase ist er inzwischen herausgekommen, aber unsere Softwareprojekte laufen nach wie vor sehr stockend. Einige aktive PingoS, die gern an Softwareprojekten mitarbeiten würden, sind häufig gleichzeitig in den anderen Teilprojekten aktiv mit organisatorischen Dingen betraut. Einige Projekte wurden begonnen und warten auf ihre endgültige Umsetzung.
  • Der Schulungsbereich präsentiert sich auf der Website als Möglichkeit, eigene Schulungsmaterialien einzureichen und dort veröffentlichen zu lassen.
  • SelfLinux wagt nach langer Formatfindungs- und Einarbeitungsphase auf XML-Basis das nächste Release. Mittlerweile ist das Projekt richtig aktiv geworden, nicht zuletzt, weil viele kompetente Helfer dem Team beigetreten sind und aktiv die Arbeit vorantreiben.

Wie wird man "PingoS-Helfer"

Helfer sind immer willkommen! Wer aktiv Support leisten will, meldet sich am besten über das Anmeldeformular auf der Webseite regulär an. Damit ist auch die Eintragung in die Mailinglisten je nach gewählten Projekten gleich mit erledigt - mit Ausnahme von SelfLinux. Die Anmeldung hierfür erfolgt in zwei Schritten:

  1. Beschaffung eines Accounts bei Sourceforge
  2. Anmeldung über das Anmeldeformular auf der SelfLinux-Projektseite und nach Eintragung den weiteren Hinweisen aus der Anmeldemail der Mailingliste folgen.
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