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So, 15. September 2002, 00:00

Tagebuch eines Linuxreisenden, Teil 4

Der 9. Internationale Linux-Kongreß in Köln

Vorwort

Vom 4. bis 6. September 2002 fand in Köln der 9. Internationale Linux-Kongreß statt. Es folgt ein Bericht zu der Veranstaltung. Da dieser notwendigerweise subjektiv und unvollständig bleiben muß, habe ich ihn wie im letzten Jahr in Form eines Tagebuchs geschrieben.

Mittwoch, 4.9.2002

Anreise

Ein Interregio soll mich ab 7:37 Uhr von Bruchsal direkt nach Köln bringen. Das ist erfreulich, da ich für diesen Zug nicht früher als sonst aufstehen muß. Um 6:50 setze ich mich ins Auto und fahre zum Bahnhof. Dort muß ich feststellen, daß es kostenlose Parkplätze mittlerweile nur noch in sehr kleiner Zahl gibt. Diese sind natürlich alle belegt. Nicht tragisch, denn für 7,50 EUR kann ich den Wagen auf dem Bahnhofsparkplatz abstellen. Es hat doch so einige Vorteile, in einem kleineren Ort zu wohnen. In Karlsruhe hätte ich mindestens das Doppelte bezahlt.

Der Zug kommt pünktlich. Aus Versehen lasse ich mich in einem Raucher-Abteil nieder. Da es aber nur spärlich besetzt ist und auf der ganzen Strecke gerade drei Zigaretten geraucht werden, verzichte ich auf einen Platzwechsel.

Die Fahrtstrecke kenne ich bereits gut. Wir passieren Mainz, die Lorelei und Koblenz. Die Fahrt verläuft ereignislos. Bis kurz vor Bonn. In einem Vorort hält der Zug an. Über den Bordlautsprecher wird mitgeteilt: »Wegen einer Person auf den Gleisen verzögert sich die Weiterfahrt um unbestimmte Zeit«. Was hier vorgeht, ist nicht festzustellen. Ein paar Minuten später kann die Fahrt jedoch fortgesetzt werden.

Im Kölner Bahnhof habe ich erst einmal Orientierungsprobleme. Es gelingt mir aber dennoch, die richtigen U- bzw. Straßenbahnen zu finden. Um 12 Uhr, also schon etwas knapp in der Zeit, erreiche ich das Hotel.

Dieses wird gerade im Erdgeschoß renoviert. Es ist niemand an der Rezeption, und in dem Höllenlärm ist es unmöglich, jemanden herbeizurufen. Während ich es noch versuche, trifft Jan ein, ebenfalls ein Konferenzteilnehmer, der hier einchecken will. Schließlich gelingt es doch noch, jemanden auf uns aufmerksam zu machen. Die Zimmer sind noch nicht frei, teilt der gute Mann uns mit. Wir können aber das Gepäck abstellen und am Abend einchecken. Wir folgen dieser Anweisung und machen uns dann zu Fuß auf zur Konferenz. Die angegebenen 15 Minuten Fußweg sind eher 20 Minuten, aber man muß im Prinzip immer nur geradeaus. Gerade noch pünktlich erreichen wir das Institut für Physik, das diesmal die Räume für die Konferenz zur Verfügung stellt. Neben drei Hörsälen sind dies ein Terminal-Raum, diverse Seminarräume und die geräumige Garderobe, um die herum sich die Veranstalter aufgebaut haben. Dort registriert man sich und erhält eine Stofftasche mit Informationen, etwas Werbung und den »Proceedings«, in denen die meisten Vorträge in gedruckter Form vorliegen. Die Organisatoren haben also diese gute Idee vom letzten Jahr wieder aufgegriffen, auch wenn das Inhaltsverzeichnis aus irgendeinem Grund ausgelassen wurde und in Form eines »Patches« nachgeliefert werden muß.

Das Tutorium

Roman Hodek

hjb

Roman Hodek

Um 12:30 Uhr beginnen die Tutorien. Ich habe das »Debian Packaging Tutorial« belegt. Es wird von rund 45 Teilnehmern besucht, der Raum ist damit voll. Der Referent Roman Hodek ist natürlich ein Experte für diese Materie und leistet auch gute Arbeit. Ich hätte nicht unbedingt gedacht, daß man die immerhin viereinhalb Stunden vollständig ausschöpfen müßte, doch es ist so. Leider hat Roman einige Tools, nach denen gefragt wurde, nicht auf seinem Rechner, und eine Netzverbindung, um sie schnell zu installieren, hat er auch nicht. Doch am Ende sind die meisten Fragen beantwortet, wenn auch vieles nur kurz angedeutet werden konnte.

Zwei Pausen, in denen Getränke und Kaffeestückchen gereicht werden, lockern das Tutorium auf. Kurz nach 18 Uhr sind wir fertig. Zusammenfassend war es ein interessantes Tutorium, das das für eigene Experimente mit Debian Paketen nötige Grundwissen vermittelte. Auch die anderen Tutorien waren gut besucht.

Abend

Zu Fuß gehe ich zum Hotel zurück, um erst einmal einzuchecken. Es hat inzwischen angefangen zu regnen, und ich habe keinen Schirm dabei. Mentale Notiz fürs nächste Mal: Immer Regenschirm mitnehmen, ganz besonders wenn man Köln, Düsseldorf oder die Niederlande besucht.

Da ich mich nicht besonders gut fühle, bleibe ich im Hotel, lese noch lange und schlafe dann auch lange. An den nächsten beiden Tagen bin ich zum Glück wieder fit. Vielleicht lag mein Unwohlsein daran, daß ich am Dienstag zwei Scheiben Toast gegessen hatte, die unbemerkt schon etwas angeschimmelt waren. Nun ja, so etwas härtet ab.

Donnerstag, 5.9.2002

Der erste Kongreß-Tag

Nach dem Frühstück im Hotel, bei dem ich Fabien aus Paris kennenlerne, der ebenfalls am Kongreß teilnimmt, mache ich mich auf zur Uni. Ich komme pünktlich an. Um 10 Uhr eröffnet ein Professor der Uni den Kongreß. Danach macht Jos Vos, der auch dieses Jahr wieder bei der Organisation hilft, einige Ankündigungen. Unter anderem wird ein Preis für den besten eingereichten Vortrag vergeben. Allerdings konnten sich die Organisatoren nicht entscheiden, welcher Vortrag der beste sei, und vergeben daher die Auszeichnung an zwei Referenten: Werner Almesberger und Hans-Jörg Höxer. Beide werden später in ihren Vorträgen zeigen, daß sie die Auszeichnung zu Recht bekommen haben.

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