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Mo, 22. November 1999, 00:00

EasyLinux Test

Einführung

Installation so einfach wie bei Windows?

Diese Frage wird sich wohl jeder potentielle Käufer von EasyLinux stellen und auch eine Antwort darauf bekommen wollen. Ist EasyLinux wirklich so einfach zu installieren, wie Windows? Nein! EasyLinux ist noch einfacher - vorausgesetzt natürlich die passende Hardware.

Installation

Die eigentliche Installation des Betriebssystems verläuft sehr einfach und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Man legt die erste CD in sein Laufwerk, bootet und erfreut sich über die Hardware, die erkannt wurde. Plug&Play!

Sowohl mein SCSI-Controller, meine Netzwerkkarte wie auch meine Grafikkarte wurden auf Anhieb gefunden und auch richtig konfiguriert. Noch nie war die eigentliche Installation von Linux so einfach! Ein integrierter Assistent unterstützt Sie bei jedem Schritt und gibt Ihnen wertvolle Tips zur Einrichtung Ihres Systems.

Installation

Natürlich wollte ich auch nicht die Installation auf ein System beschränken und startete einen weiteren Test. Die von mir jetzt verwendete Hardware wurde leider nur teilweise erkannt. So konnte das System meine "Erazor II"-Grafikkarte nicht korrekt erkennen. Warum, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, weil diese Karte normalerweise von dieser Version des Servers unterstützt wird. Leider setzt das Tool von eIT wahrscheinlich noch die alte Version ein. Nach der Auswahl eines alternativen Treibers konnte ich mich trotz der anfänglichen Rückschlags an einer farbenfrohen KDE-Oberfläche ergötzen.

Paketbeschreibung

Die von eIT mit Hilfe von Mitarbeitern der Fachhochschule Konstanz neuentwickelte Distribution easyLinux wird seit kurzem nach anfänglichen Problemen exklusiv durch LinuxLand.de vertrieben. Nach Öffnen der Verpackung erblickt der Käufer ein 180 Seiten starkes Handbuch und zwei CDs, die den Inhalt von easyLinux darstellen.

Die eigentliche Installation verläuft, wie schon erwähnt, sehr gut und sollte aus diesem Grund auch die Referenz für alle anderen Produkte darstellen. Die Paketauswahl und auch Installation wurde ebenfalls vorbildlich gelöst, nur die Deinstallation von Programmen sollte ein wenig überdacht werden und nicht, wie es im Moment gelöst wurde, durch ein anderes Tool stattfinden.

Die Pakete von easyLinux beschränken sich vorwiegend auf KDE. Da eIT diese Benutzeroberfläche als ihre Standardoberfläche ausgewählt hat, sucht der User vergeblich nach einer Alternative zu KDE. Diese Tatsache dürfe easyLinux wohl auch ein wenig Kunden kosten, da bekanntlich die Linux-Gemeinde die experimentierfreudigste aller Gemeinden ist. Auch bei der Programmauswahl spendierte eIT dem Käufer nicht gerade Übermengen an Software. So findet der Benutzer von easyLinux außer Standardsoftware wie Browser, der bereits zum Standard mutierten Office-Applikation "Star Office" in der Version 5.0 und KDE-Standardsoftware kaum noch Programme. Ein Zusand, der in den nächsten Versionen der Distribution als erstes geändert werden sollte. Da easyLinux sich auch mit seinen großen Brüdern messen will, sollte an dieser Stelle aufgestockt werden und die Größe von easyLinux um mindestens eine CD erhöht werden.

Die Konfiguration des Systems erweist sich dank integrierter Werkzeuge (ePartition, eLilo, eProfile, eEther, eXs) und Standardwerkzeugen des KDE-Teams als sehr einfach und erinnert teilweise an eine Konfiguration eines Windows-Systems. Kaum ein Parameter oder eine Funktion kann bei easyLinux nicht grafisch geändert werden.

Neben jeder nur erdenklichen Client-Software spendierte eIT seinem Produkt auch eine sehr große Anzahl von Server-Produkten. Nicht nur Samba oder Apache gehören zum Lieferumfang von easyLinux, auch weitere Server können ausgewählt werden.

Was mir leider auch negativ auffiel, war die fehlende Möglichkeit, easyLinux aus einem Netzwerk zu installieren. Ebenso ist es bisweilen unmöglich, Linux auf einem Laptop zu installieren. Diese Einschränkungen sollen aber in der Version 1.1 von easyLinux behoben werden.

Das 180 Seiten starke Handbuch, welches mit easyLinux ausgeliefert wird, bespricht überwiegend distributionsnahe Dialoge und Konfigurationsmöglichkeiten. Stellen, in denen allgemein das Linux-System beschrieben wird, sind leider Seltenheit. So hat ein interessierter Benutzer nur die Möglichkeit, seinen Horizont durch Fachliteratur oder die dazugehörenden Manuals zu erweitern.

Da easyLinux die Anfänger-Gruppe anvisiert, sollte der Hersteller auch vom Benutzer das Einrichten eines normalen Users erzwingen, da sonst eine Arbeit des Benutzers als Root garantiert ist (schließlich ist er es nicht gewohnt, User anzulegen).

Das Kompilieren eines Standardprogrammes, welches QT benutzt, schlug fehl, da Qt nicht richtig in das System eingebunden wurde. So konnte das Programm noch sehr lange nach der Variablen QTDIR suchen. Sie wurde nicht gesetzt. Besonders erfreulich und deshalb auch erwähnenswert ist die Auswahl an Programmiersprachen, die das Paket enthält. Neben C und C++ findet der Benutzer nicht nur Pascal, sondern auch Basic.

Fazit

Easy Linux richtet sich vor allem an Linux-Anfänger und diese Ausrichtung merkt man dieser Distribution auch an. Es wird nicht versucht, den Benutzer in die Tiefen des Systems zu führen, sondern man vertraut auf Administrationstools, die zwar perfekt gelöst wurden, aber keine Einsicht in das System gewähren. Alles wird perfekt durch die mitgelieferten Werkzeuge konfiguriert, sobald aber ein Fehler aufkommt, steht ein anfänglicher User vor Problemen, die ohne externe Hilfe nicht mehr lösbar sind. Da hilft nur noch die am Dienstag von 15 bis 21 Uhr funktionierende Telefonhotline, Email-Anfrage oder nur eine helfende Hand eines Freundes weiter. Ein wenig mehr Informationen zum System und »Systemtools in der Konsole« wären auf jeden Fall in der nächsten Version von easyLinux wünschenswert.

Fakten

easyLinux 1.0 (von eIT/Germany, Vertrieb: LinuxLand)
Kernel-Version: 2.2.5
XFree86: Konfiguration erfolgt durch ein Tool.
Xfree86-Server nicht zeitgemäß.
Pakete in RPM-Format. Keine Kompilierung notwendig
Programme nach Rubriken sortiert. Die übersichtliche Gliederung und Anzeige des bereits verbrauchten Festplattenspeichers sollten allen anderen ein Vorbild sein.
Installations-Support: Telefon (einmal in der Woche, 90 Tage lang), Fax, Email.
Lieferumfang: KDE 1.1 und Software, Netzwerksoftware, StarOffice 5.01, Netscape 4.51, Multimedia-Applikationen
Hardware-Voraussetzungen: Pentium (i586) oder höher, mindestens 16 MB RAM, mindestens 500 MB freier Festplattenspeicher, min. 6x IDE/SCSI CD-ROM
Preis: 89 DM

easyLinux ist ein System, das die Installation wie kein anderes beherrscht. Fast alle Hardware-Komponenten wurden korrekt erkannt. Sollte eIT noch die kleinen Schwächen des Systems ausmerzen und die Paketzahl um eine CD und ein Paar wichtige Programme erhöhen, so wird easyLinux ein breiteres Spektrum ansprechen. Im Moment wird das Paket wohl nur Anfänger mit sehr wenig Linux-Kenntnissen ansprechen.

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