Videofilme unter Linux
MainActor V3.5 (beta)
Das kommerziell angebotene Programm MainActor in der BetaVersion 3.5 schmückt beim Versuch, Video-Daten unter dieser Applikation zu bearbeiten alle Filme mit einer Aufschrift "MainActor" in der Mitte des Bildmaterials. Wer dennoch auf eine "Ausschmückung" verzichten möchte, kann sich eines einfachen Tricks bedienen. Die Aufnahme-Funktion der Applikation erlaubt es mittels MJPEG ebenfalls, von einer Video4Linux-Quelle in voller PAL-Auflösung aufzunehmen. Dabei speichert das Programm die aufgenommenen Daten komprimiert in eine AVI-Datei (MJPEG-Komprimierung!). Aus zeitlichen Gründen verzichtet aber die Aufnahmefunktion auf das Anbringen des Schriftzuges, so dass Ihr Filmmaterial nach einer beendeten Aufnahme keinen Schriftzug enthält. Den gespeicherten Film können Sie später mittels eines anderen Programms bearbeiten. Die Aufnahme des Films haben Sie somit in einer Auflösung vollzogen, die für Video- oder Filmproduktionen in einer sehr guten Qualität nötig ist. Mit dem aufgenommenen Filmmaterial ist es Ihnen möglich, Filme in DVD-Auflösung zu bearbeiten.
Konvertierung der Video-Aufnahmen
Nicht jede Applikation, mit der Filme unter Linux bearbeitet werden können, verfügt über Konvertierungsfunktionen. Sollte also Ihre Aufnahme in einem Format vorliegen, welches von Ihrer Applikation nicht gelesen werden kann, so ist eine Konvertierung des Materials zwingend notwendig. Auch für diesen Zweck existiert eine Vielzahl an Applikationen und Tools, die unter Linux kostenlos genutzt werden können.
Broadcast2000 hantiert bei der Bearbeitung in der Regel mit Quicktime-Daten. Das Programm kann aber auch andere Formate lesen. U.a. können MPEG I- und AVI-Dateien als Source-Dateien verwendet werden. Das Speichern erfolgt entweder als Quicktime oder Bild-Sequenz.
Einer der bekanntesten Vertreter der Player unter Linux (Beschreibung später) ist Xanim. Dieses Programm ist in der Lage, fast jeden erdenklichen Codec auch abzuspielen. Eine Einschränkung der Applikation ist aber die Ausgabe. Vom Haus aus ist Xanim nicht in der Lage, einen Film abzuspeichern. Abhilfe schaffen hier Drittentwickler, die eine modifizierte Version des Programms samt Source zum Download anbieten. So bietet z.B. Loki eine modifizierte Version des Players, die Seitenausgaben als eine MJPEG-Datei tätigt. Auch Heroine, Hersteller von Broadcast2000, brachte eine Version von Xanim heraus, das seine Ausgaben als eine QuickTime-Datei für eine spätere Bearbeitung unter Broadcast auf die Platte legt.
Ein weiteres Tool, welches die Konvertierung eines Films unter Linux ins MPEG-Format erlaubt, ist mpeg-movie. Dieses Tool ist nur von der Konsole bedienbar und wird durch eine Reihe von Parametern gesteuert. Besonders interessant dürften auch die Berkeley Tools sein, die eine Konvertierung in das MPEG I-Format erlauben. MPEG I ist vor allem für die Herstellung von VideoCDs (VCD) wichtig, die mit den meisten DVD-Playern abgespielt werden können.
Eine primitive Möglichkeit der Konvertierung bietet auch das freie Bild-Verarbeitungsprogramm GIMP ab der Version 1.1.x. So kann das Programm jedes Format, welches durch Xanim gelesen werden kann, laden und in eine Bild-Sequenz zerlegen. Das Speichern erfolgt entweder als Bild-Datei oder mittels mpeg2encode als eine Video-Datei. Die Bearbeitung der Sequenzen ist nur bedingt möglich, da jedes einzelne Bild einzeln bearbeitet werden muß. Zudem stellt die sehr hohe Framezahl ein Hindernis dar. Bereits nach 10 Sekunden eines Filmes sind Sie gezwungen, über 250 Bilder zu bearbeiten. Eine Konvertierung mittels GIMP ist also nicht besonders geeignet und nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.
Filme unter Linux bearbeiten
Ein aus früheren Tagen stammendes Projekt "moxy" wurde leider aus zeitlichen Gründen eingestellt und befindet sich daher nicht mehr in Arbeit. Die vereinzelt noch zu findenden Sourcen, die auf GTK basieren, sind leicht zu kompilieren.
Leider erreichte das Programm nie den Beta-Status und ist deshalb durch eine sehr kleine Auswahl von Funktionen nur bedingt für eine Produktion von Filmen unter Linux einsetzbar. Eine Besonderheit des Programms stellt aber die Möglichkeit dar, Filme als MJPEG zu laden und zu speichern. Somit ist dieses Programm vielleicht als Konvertierungstool noch zu gebrauchen.
Eine weitere Möglichkeit der Filmbearbeitung unter Linux bietet die kommerzielle Applikation "MainActor" der Firma MainConcept. Die Applikation befand sich zum Zeitpunkt des Tests in der Betaphase und war daher nur eingeschränkt nutzbar. Leider stürzte das Programm in regelmäßigen Abständen und beim Aufruf diverser Funktionen nicht nachvollziehbar ab. (Screenshot von MainActor.)
Eine kostenlose Möglichkeit, Videos unter Linux zu bearbeiten, bietet dagegen Broadcast2000. Dieses von Heroine stammende Programm ist in der Lage, einen nichtlinearen Schnitt ihres Films durchzuführen. Dabei bietet Ihnen die Applikation die Möglichkeit, mittels Filter sowohl Audio als auch Video zu verfremden. Die Benutzung des Programms ist äußerst simpel und sogar durch User durchführbar, die bis dato noch keinen Kontakt mit Video-Bearbeitung unter Linux gemacht haben. Durch die Verfügbarkeit des Quellcodes kann jeder Anwender Funktionen direkt in das Programm einbinden, die er vermißt hatte - Programmierkenntnisse in C vorausgesetzt.



