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Mo, 1. Januar 2001, 00:00

SuSE 7.3 - Update-Bericht von Piechoc

Eine Beschreibung, wie das Update von SuSE 7.2 auf 7.3 funktionierte.

Rechner:

  • Prozessor: PIII-800 Mhz
  • MainBoard: Asus CUV4X
  • RAM : 512 MB
  • SCSI-Controller: AHA2940UW SCSI-Controller
  • Festplatten: 2 x 9,1 GB IBM-UW-SCSI 4 x EIDE-HD (IBM, Seagate, Maxtor) mit insgesamt 140 GB an beiden EIDE-Ports
  • Grafikkarte: Matrox G450 32MB AG
  • Soundkarte: SoundBlaster PCI128
  • Netzwerkkarte:
  • TV-Karte: iFlyII-Video/TV-Karte (BT848)
  • Modem: WinModem (nie benutzt und nicht eingerichtet)
  • ISDN: externes ISDN-Hybrid-Modem ZyXEL 2864ID an COM1
  • USB: optische USB-Wheelmouse
  • CD-Brenner: 1x HP 9200i SCSI-CD-Writer Intern
  • Scanner: Scanner Umax Astra 2400 SCSI extern

Altes System:

SuSE 7.2 Pro, verteilt auf 6 Partionen, alle mit Ausnahme von /boot (ext2) mit ReiserFS. Standard-Windowmanager: WindowMaker, aber auch vollständig installierter KDE2 (2.2.1) und GNOME 1.4-Desktop vorhanden.

Erschwerend für ein automatisches System-Update ist meiner Ansicht nach die Tatsache, dass praktisch alle wesentlichen Anwendungen und Bibliotheken nicht mehr der Originalversion zur Zeit der SuSE 7.2-Installation entsprachen. Soweit möglich, waren alle offiziellen SuSE-Update-Pakete installiert worden, aber auch XFree86 4.1 und die neuesten KDE-2.2.1 Pakete vom KDE-Server oder Ximian-GNOME für SuSE 7.2. Darüber hinaus waren hunderte von Anwendungen entweder als Source-Pakete selbst übersetzt worden und mit CheckInstall als RPM-Pakete installiert worden (u.a. LyX, GQview, WindowMaker, Worker, Sylpheed, NextStep-Theme, MPlayer, Vim, Pan, PostgreSQL und, und, und) oder als RPM oder Binaries (Mozilla, StarOffice, OpenOffice, WordPerfect 8, QDDB...) aus SuSE-fremden Quellen installiert worden, wobei eine ganze Reihe noch aktueller ist, als die entsprechenden neuen SuSE 7.3-Pakete :) Und als besonderen Knüller hatte ich wenige Tage vor dem Update noch einen speziellen Win4Lin-vorbereiteten Kernel (2.4.4) von Netraverse installiert, damit ich direkt unter Linux Zugriff auf Windows habe.

Normalerweise würde jeder bei einer solchen Konstellation von einem automatischen Update abraten, aber ich bin bislang bei jedem Update den umständlichen Weg und zeitraubenden Weg der Neu-Installation gegangen, mit dem Resultat, dass im günstigsten eine Fall eine Woche vergangen ist, bis alles wieder so eingerichtet war wie vorher. OK, die Zeit war mir diesmal zu schade und ich habe nach dem Sichern von /etc, /boot und meinem Home-Verzeichnis das Update gewagt.

Nach dem Booten von CD wurde noch die Modul-Diskette verlangt und nach heftigem Festplattengerappel geschah dann einige Minuten gar nichts, d.h. fast gar nichts, denn das gelegentliche Aufleuchten der HD-LED und das Umschalten auf die anderen virtuellen Konsolen zeigte, dass SuSE zumindest nicht abgestürzt war. Allerdings befürchtete ich zunächst ein Problem der Framebuffer-Anzeige mit meiner Matrox (wie schon unter 7.1/7.2), doch dann nach etlichen Minuten(!) des Bangens tauchte plötzlich der grafische Installationsbildschirm von YaST2, zunächst noch im Standard-VGA-Modus auf.

Nachdem für das Minimalsystem rund 960 und für Standard mit Office "nur" 100 Pakete mehr aktualisiert werden mussten, entschied ich mich für letzteres. Ich erhielt dann noch einem eine Auswahl von rund 30 Paketen, bei denen ich manuell entscheiden sollte, ob sie beibehalten, aktualisiert oder gelöscht werden sollten. Bei einigen handelte es sich um aktuellere Pakete als die von SuSE 7.3. Aber auch bei den Paketen, die nicht zur Auswahl standen und automatisch aktualisiert wurden, berücksichtigte das SuSE-Update vorhandene, neuere Pakete und behielt sie bei. Das betraf z.B. die GNOME-Installation, bei der ich bereits vor dem Update begonnen hatte, die von mir installierte Ximian-Installation wieder Stück für Stück mit den neuesten Paketen von SuSEs GNOME-Update-Server zu ersetzen. Dies ist gar nicht so einfach, weil Ximian z.T. andere Bezeichnungen verwendet, Pakete anders aufteilt und zusätzliche einführt. Zu meiner größten Überraschung haben SuSE/YaST dann das Kunststück fertig gebracht, auch die von mir manuell noch nicht aufgelösten Abhängigkeiten zu erkennen und ein wieder voll funktionsfähiges SuSE-GNOME 1.4 zu installieren! Von der ganzen Ximian-Installation bleiben nur eine Handvoll Pakete übrig, die sich aber anschließend mit Hilfe von YaST leicht in SuSE-Versionen überführen ließen und offensichtlich auch keinen Einfluss auf die Funktionalität/Stabilität von GNOME hatten.

In diesem Zusammenhang noch ein Wort zum Update mit der Auswahl wie »Standard mit Office«: Damit werden zwar vorhandene Pakete aktualisiert, gleichzeitig aber zur Auswahl gehörende, vielleicht bislang nicht installierte oder wieder deinstallierte Pakete ungefragt erneut installiert (in meinem Fall z.B. emacs). Ich sehe das nicht als wesentlichen Nachteil, wird doch auf diese Weise sichergestellt, dass das erneuerte System voll funktionsfähig ist. Außerdem empfiehlt sich nach gelungenem Update ohnehin ein Stöbern in Yast, um neue Anwendungen zu entdecken und zu installieren, z.B. Parsec oder Werner ;) und man kann bei dieser Gelegenheit unnötigen Ballast wieder entfernen.

Bis zur Installation des neuen 2.4.10er Kernels wird nur die erste CD benötigt, danach bootet YaST2 neu und präsentiert sich in einem hochauflösenden Framebuffer-Modus. Nun werden alle Pakete nacheinander installiert und eine CD nach der anderen bis zur Nr. 5 angefordert. Dies ist der zeitaufwendigste Teil des Updates. Er dauerte über 2 1/2 Stunden (alles zusammen gut 3 Stunden). Dann kommt das erste eigene Booten und LILO grüßt mit einer neuen Grafik. Wie erwartet wurde der neue Kernel 2.4.10 als Standard installiert. Alles läuft wie am Schnürchen, keine Fehlermeldungen, dann Login und startx: Der WindowMaker sieht genauso aus wie vorher, hat auch dieselbe Versionsnummer, ist aber nun ein SuSE-Paket. Alle Einstellungen wurden übernommen, man kann sofort weiterarbeiten. Auch die Internetverbindung mit meinem Provider steht sofort, Mozilla/Galeon, alles funktioniert! Nun noch startx KDE und startx Gnome: Genau das selbe Bild: alle Einstellungen übernommen, keinerlei Anpassungen erforderlich.

Noch ein besonders Schmankerl: Als WindowMaker-Fan haben natürlich auch KDE2 und GNOME ihr NeXTstep-Theme (damit können Außenstehende auf den ersten Blick nicht unterscheiden, ob eine KDE/GTK+ oder WindowMaker/WINGS-Anwendung läuft. Und auch die Athena-Widgets sind bei mir per Symlink gegen NeXTaw ausgetauscht, so daß auch alle reinen X11-Anwendungen denselben NeXT-Look haben. Auch hier hat das Update nichts geändert, genauso wenig wie bei der JAVA2-Runtime von Sun. Alles funktioniert genau wie vorher. (Ich glaube, all die über YaST und rc.config meckern, haben entweder schon lange keine SuSE mehr ausprobiert oder sie schreiben trotz aller Warnungen ihre Modifikationen in die falschen Konfigurationsdateien. Bei mir wurden jedenfalls alle individuellen Anpassungen/Pfade/Umgebungsvariablen unverändert übernommen).

Ein letztes Wort noch zum »alten« 2.4.4er Win4Lin-Kernel: Der war noch in /boot vorhanden, doch die Auswahl in LILO führte erwartungsgemäß zur Kernelpanic :). Doch die Abhilfe ist einfach: Mit dem mc wurden aus dem entsprechenden RPM-Kernelpaket von SuSE 7.2 die alten Module nach /lib/modules/2.4.4-4GB kopiert, aus dem gesicherten /boot-Verzeichnis die Datei /boot/initrd nach /boot/initrd.old kopiert, /etc/lilo.conf entsprechend angepaßt und mit Aufruf von "lilo" aktiviert sowie das Initskript von Win4Lin ebenfalls aus dem gesicherten /etc/rc.d/init.d an die entsprechende neue Stelle kopiert. Mit dem neuen Runlevel-Editor von YaST2 kann man dann das Startskript in den gewünschten Leveln aktivieren oder man kopiert mit mc die Symlinks entsprechend der bisherigen Vorgaben an ihre neuen Stellen. Danach läuft auch der Win4Lin-Kernel unter SuSE 7.3 wie zuvor unter 7.2.

Hat man übrigens unter dem alten Kernel Module selbst kompiliert (z.B. für MPlayer), sind sie zwar nach dem Update noch vorhanden, aber der Aufruf in /etc/modules.conf dürfte in der Regel fehlen. In einem solchen Fall genügt auch wieder ein Vergleich mit der gesicherten alten Datei und die Übernahme des entsprechenden Eintrags, und alles läuft wieder wie geschmiert.

Besser kann ein Update meiner Ansicht nach nicht mehr funktionieren. YaST2, Umfang der Professional-Distribution und Aktualität der Pakete, diese drei SuSE-Pluspunkte dürften von der Konkurrenz zur Zeit kaum zu schlagen sein.

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