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Di, 17. Juli 2001, 00:00

Interview mit Agenda Computing

Wolfgang und hjb führten auf dem LinuxTag 2001 ein Interview mit Jürgen Schuster, dem Geschäftsführer der Agenda Computing GmbH.

Pro-Linux: Agenda hat sich entschieden, auf Linux als Basis für den PDA "VR3" zu setzen. Welche Gründe gab es dazu?

Agenda Computing: Auf den ersten Blick scheinen Linux und PDAs nicht so recht zusammenzupassen, doch tatsächlich gibt es hier sehr viel Potential, das wir erschließen wollen. Insbesondere bietet der OpenSource-Charakter von Linux hier große Vorteile. Innerhalb von 4 Monaten wurden über 150 Anwendungen von der Community entwickelt. Dabei entsteht eine Eigendynamik, deren Vorteile nicht zu unterschätzen sind.

Pro-Linux: Welche Vorteile hat der VR3 gegenüber anderen PDAs?

Agenda Computing: Zunächst einmal bietet er alle Standard-Funktionen, die andere PDAs auch bieten, wie Todo-Listen und E-Mail. Darüber hinaus bieten wir echtes Multitasking, woran es bei anderen PDAs mangelt. Außerdem bietet der VR3 natürlich umfassende Netzwerk-Funktionalität. Auch die Verfügbarkeit einer Unix-Shell ist nicht zu vernachlässigen. Zuletzt ist das System natürlich Open Source.

Pro-Linux: Andere Systeme wie PalmOS haben einen großen Vorsprung, was die Anzahl der verfügbaren Applikationen angeht. Was hat Agenda dem entgegenzusetzen?

Agenda Computing: Naja, das ist sicherlich kein größeres Problem für uns. Rechnen Sie die wenigen Monate und die vorhandenen Applikationen einmal hoch.

Pro-Linux: Der Erscheinungstermin für den VR3 musste verschoben werden, weil die Software noch nicht fertig war. Hatte AC mit mehr Unterstützung aus der Comminity bei der Entwicklung des basis-Systems gerechnet oder gab es dafür andere Gründe?

Agenda Computing: Der LinuxTag war natürlich ein guter Anlass für die Vorstellung des VR3. Wir haben letztlich den Termin schon auch daran angepasst. Am 4.7., also dem Tag vor dem LinuxTag, haben wir ja auch unseren Online-Shop geöffnet, dafür war der LinuxTag Anlass. Letztendlich war das Problem, dass die Anpassung von Linux auf PDAs doch schwieriger war als erwartet. Die gleichen Probleme hatten andere Hersteller wie Sharp, Samsung und Compaq auch und wir liegen da eigentlich noch sehr gut in der Zeit. Über die Unterstützung der Community können wir uns wirklich in keiner Weise beschweren.

Pro-Linux: Auf welche Probleme sind Sie beim Portieren konkret gestoßen?

Agenda Computing: Probleme gab es natürlich vor allem mit der Handschrifterkennung. Auch die Infrarot-Unterstützung zu realisieren war ein hoher Aufwand. Einen passenden E-Mail-Client mussten wir ebenfalls selbst entwickeln. Ansonsten trafen wir natürlich auf die "üblichen Bugs", z.B. gab es einigeSchwierigkeiten mit dem Suspend-Modus.

Pro-Linux: Was können wir in Zukunft von Agenda erwarten? Gibt es schon konkrete Pläne für weitere Produkte?

Agenda Computing: Jetzt sind wir erst einmal bei der Markteinführung des VR3. Über Nachfolgemodelle kann ich noch nichts sagen. In nächster Zeit wird es allerdings einige Zusatz-Hardware für den VR3 geben: Ab Ende Juli sollen ein USB-Kabel und ein Modem verfügbar sein, ab Mitte Oktober, also voraussichtlich zur LinuxWorld, werden wir eine ISA-Netzwerkkarte vorstellen. Außerdem werden wir Mitte Juli die QuickSync-Software für Windows und PalmOS veröffentlichen, die Linux-Version ist ja bereits fertig. Dieses Jahr sollen auch noch RAM-Erweiterungen verfügbar werden.

Pro-Linux: Wird Agenda Computing in Zukunft auch ausschließlich auf Open-Source-Software setzen?

Agenda Computing: Ja, definitiv!

Pro-Linux: Verkauft sich der VR3 wie erwartet, oder gar besser? Oder muss das Geschäft erst anlaufen?

Agenda Computing: Ja, das Geschäft muss natürlich erst anlaufen. Bisher haben wir auch noch nicht viel Werbung gemacht. Die Reaktionen hier auf dem LinuxTag zeigen allerdings, dass es durchaus ein Bedürfnis nach Linux-PDAs gibt.

Pro-Linux: Sind die 8 MB RAM des VR3 nicht zu wenig?

Agenda Computing: Sie reichen an sich. Für die Programme ist es genug. Eventuell werden für Daten mehr notwendig. Daher wollen wir auch RAM-Erweiterungen anbieten, damit zumindest 16 MB verfügbar sind. Auch mehr Flash wird es unter Umständen geben, aber in erster Linie mehr RAM.

Pro-Linux: Gibt es Pläne, PDAs und Mobiltelefone zu integrieren? Für Kunden wäre das sicherlich praktisch.

Agenda Computing: Ja, wir haben uns darüber bereits Gedanken gemacht. Der Trend geht definitiv dorthin. Vor dem nächsten LinuxTag ist aber in diese Richtung von uns noch nichts zu erwarten. Wir können nicht alles zugleich machen.

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