SuSE 6.3
Es bleibt abzuwarten, ob SuSE auch diesen Schritt wagt und ihre Pakete in Zukunft für Rechner der neueren Generation optimiert. Die deutschen Fehlermeldungen und Kernelkonfiguration bei der Kompilierung dürften all die erfreuen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind. Warum allerdings die Konfiguration der hauseigenen rc-config-Konfigurationsdatei im englischen gehalten ist, bleibt schleierhaft. Hier sollte der Distributor an die sehr große Verbreitung seiner Distribution in Deutschland denken und auch dieses Manko aus dem Weg räumen.
Ebenso sollte die schon in der Vorgänger-Version bemängelte Schwäche bei der Paketauswahl wenigstens ein wenig gemildert werden. Es macht wenig Spaß, ein Programm in über 1500 Paketen suchen zu müssen.
Auch die Tatsache, daß YAST1 immer noch manuell geänderte Konfigurationsdateien überschreibt, bescherte SuSE einen schlechten Ruf unter professionellen Anwendern. In eigenem Interesse sollte deshalb auch hier der Hersteller Hand anlegen und Verbesserungen anbringen.
Durch den Einsatz von YAST2 katapultierte sich SuSE auf den Rang einer der am leichtesten installierbaren Distributionen. Dieser Zustand wird alle anfänglichen Benutzer erfreuen, die keine Erfahrung bei der Installation eines Linux-Systems haben. Der Einsatz von YAST2 bei fortgeschrittenen Benutzern bleibt wegen zu wenig Optionen eher fraglich. Durch die Tatsache aber, daß YAST2 zum ersten Mal Verwendung bei SuSE fand, kann davon ausgegangen werden, daß auch diese Applikation mit der Zeit an Funktionalität gewinnt und YAST1 ablösen wird. Es bleibt auch zu erwähnen, daß YAST2 nur bei der Installation von Linux seine Verwendung findet. Die Konfiguration des Systems erfolgt immer noch mit Hilfe von YAST1.
SuSE kann getrost jedem Anwender empfohlen werden. Sowohl Anfänger als auch professionelle Benutzer werden an dieser Distribution ihre Freude haben.

