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Do, 2. Dezember 1999, 00:00

SuSE 6.3

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft veröffentlichte der Nürnberger Distributor SuSE seine Distribution in der Version 6.3.

Allgemeines

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft veröffentlichte der Nürnberger Distributor SuSE eine neue Version seiner Distribution in der Version 6.3. Wir testeten einer den ersten Exemplare für Sie aus und wollen Ihnen anhand praktischer Tests das Produkt mit seinen Stärken und Schwächen vorstellen. Dabei wollen wir sowohl die Anfänger unter den Linux-Benutzern als auch Profi-Linuxer kompetent informieren.

Lieferumfang

demon

Wie auch schon bei der Version 6.2 liefert der Distributor sein Produkt auf sechs CDs mit über 1500 Paketen aus. Das Live-System wurde auch in dieser Version zu Gunsten des Paketumfangs aus der Distribution entfernt, kann aber gegen einen geringen Betrag (10DM) beim Hersteller bezogen werden. Eine Papierhülle beherbergt, wie auch in der früheren Version, die sechs CDs. Sie bietet ihnen somit auch Schutz vor Beschädigung und Verschmutzung. Die Einsteckritzen wurden jedoch nicht an der Oberseite angebracht, sondern schräg, was das Herausfallen der CDs verhindern soll. Leider mußte schon in der Vorgängerversion manch einer der User die leidvolle Erfahrung mit SuSEs Booklet machen, das die CDs vor dem Herausfallen aus der Hülle nicht richtig geschützt hat. Unter SuSE 6.3 wurde diese Problematik durch das schräge Anbringen der Schlitze z.T. behoben. Leider passiert es immer noch, dass die Datenträger aus der Hülle herausfallen.

Der Inhalt des beigefügten Handbuches wurde um 30 Seiten erweitert und beträgt jetzt über 550 Seiten. Wie auch in früheren Versionen kann das Buch getrost jedem Benutzer empfohlen werden und bietet kompetente Hilfe. In dieser Hinsicht setzt SuSE mit jedem Erscheinen einer neuen Distribution gleichzeitig neue Maßstäbe für andere Hersteller. So kann das Werk als Referenz für jede Anleitung, die einer Distribution beiliegt, genommen werden.

Für alle Benutzer, die nicht über ein bootfähiges CDROM-Laufwerk verfügen, legt SuSE zwei Disketten. Diese enthalten neben einem Ur-Linux zusätzliche Module für Netzwerk- und Hardware-Konfiguration, was auch eine Installation übers Netzwerk ermöglicht.

Installation

Die Installation von SuSE 6.3 erfuhr eine grundlegende Änderung. Durch die Einführung von YAST2 werden vor allem anfängliche User ihren Spaß haben. Alternativ kann die Installation mit Hilfe von YAST1 durchgeführt werden, was auch sehr oft Sinn macht. Beide Tools werden anhand von zwei Installationen, die auf verschiedenen Systemen durchgeführt wurden, vorgestellt.

Installation 1

Als Testrechner diente bei dieser Installation ein Pentium 333 mit 128 MB RAM, Elsa Erazor II und AdLib-Soundkarte. Nach dem Einlegen der ersten CD, die durch das automatische Booten sofort gestartet wurde, fing SuSEs neuster Sprößling sofort an zu laden. Leider wurde die Installation bei der Hardwareerkennung unterbrochen, so daß der Testrechner nur noch durch das Betätigen der Reset-Taste wieder ausgeschaltet werden konnte. Dann wurden nach und nach diverse Komponenten ausgebaut und Parameter im BIOS verändert. Das Resultat war immer das gleiche: »Starting hardware detection...« und Stillstand. Schuld an diesen Abstürzen war, wie sich später herausstellte, die Soundkarte, die nicht korrekt erkannt wurde und dadurch einen Systemstillstand produzierte. Nach dem Entfernen der Karte startete YAST2 tadellos.

Die Installation mit Hilfe von YAST2 ist bei näherer Betrachtung sehr benutzerfreundlich. Man möchte sogar sagen, zu benutzerfreundlich. Die Partitionierung der vorhandenen Platte stellt schon einen erfahrenen User vor Problemen, die nicht mehr durch YAST2 gelöst werden können. So fehlt dem Programm z.B. eine Option, die das Auslagern des Systems auf verschiedene Partitionen oder Festplatten ermöglicht. YAST2 geht davon aus, daß das System auf einer Platte installiert wird und die Platte entweder leer ist oder wenigstens alle Partitionen, auf denen Linux installiert werden soll, zusammenhängend sind.

Die Paketauswahl beschränkt sich auf das Auswählen einer Gruppe von Applikationen aus insgesamt X Kategorien. Nach einer erfolgreich durchgeführten Installation ist das System bereits fertig konfiguriert und die Hardware, die erkannt wurde, ins System eingebunden. Erfreulich ist auch die Tatsache, daß bereits im Vorfeld der Installation ein Benutzer erstellt werden muß. Dadurch wird der User dazu gezwungen, nicht als root, sondern als ein Benutzer seine Arbeit durchzuführen. Ein Umstand, der vielen eine erneute Installation durch Fehler bei der Bedienung ersparen wird.

Leider beherbergt YAST2 einige kleine Fehler, die die Installation teilweise erschweren können. Unterbricht der User die Installation z.B., so findet er sich wieder im Installationsmenü. Will er dann das System installieren, erkennt YAST die vorher schon erstellten Partitionen und versucht weitere anzulegen. Die Folge ist es Totalabsturz des Systems.

Installation 2

Als einen weiteren Rechner wählte ich einen Pentium 266 mit 64 MB RAM, Matrox Millenium. Die Installation erfolgte über das Netz und sollte nach Möglichkeit den Ansprüchen eines Server-Systems gerecht werden, auf dem außer einem Web-Server noch ein FTP- und Mail-Server installiert werden sollten.

Das eigentliche Laden der mitgelieferten Installationsdisketten erfolgte ohne Probleme. Ebenso erkannte das System automatisch die installierte Netzwerkkarte und nach wenigen Minuten konnte das System bereits installiert werden. Die Paketauswahl oder das Formatieren der Platte wurde durch den Einsatz von YAST1 gelöst. Frei nach dem Motto: »Wer sucht, der findet« mußten als erstes die gewünschten Pakete in mühevoller Kleinarbeit herausgepickt werden. Leider stellt dies unter SuSE immer noch ein sehr großes Problem dar, ein gewünschtes Paket bei der Installation zu finden. Ohne die Möglichkeit, die CD zu durchsuchen, dauert die Installation sehr lange, weil jedes Programm erst gefunden werden will. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Installation startete das System ohne Probleme und aktivierte gleich eine Menge von Daemonen, die nicht unbedingt gewollt waren.

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