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Mi, 1. Dezember 2004, 00:00

Tausend Tage Tux in Treuchtlingen

Informationsveranstaltung zum Linux-Einsatz

Tausend Tage Tux in Treuchtlingen

Manuel Schneider

Tausend Tage Tux in Treuchtlingen

Während andere Städte gerade dabei sind, ihre Computersysteme auf Linux umzustellen, feierte die Stadt Treuchtlingen am Mittwoch, dem 24. November 2004, bereits den tausendtägigen Einsatz freier Software.

Die Firma SUN Microsystems und deren Partner R-zwo-R, welche die Stadt Treuchtlingen betreut, luden zu einer Informationsveranstaltung in die Stadthalle nach Treuchtlingen ein. Dort trafen sich interessierte IT-Fachleute aus unterschiedlichen Branchen. Interessanterweise hatte die Veranstaltung nicht nur Publikum aus dem öffentlichen Sektor angesprochen.

Den Auftakt gab Wolfgang Herrmann, erster Bürgermeister der Stadt Treuchtlingen. In seiner Begrüßung sprach er von seiner eigenen, anfänglichen Skepsis bezüglich der Umstellung auf Linux, stellte aber schnell klar, dass ihn mittlerweile nicht nur die Einsparungen von über 40% der gesamten Betriebskosten der EDV überzeugt haben. Er sprach vor allem von Erleichterungen im Umgang mit den IT-Systemen und Effizienzsteigerungen der eigenen Verwaltung.

Andreas Gebhardt, Sprecher der Initiative BUNDESTUX, sprach über die Bemühungen, welche BUNDESTUX und die Bundesregierung unternommen haben, um eine Open-Source-Strategie des Bundes zu beschließen. Er nannte ferner Institutionen des Bundes wie das Open-Source-Kompetenzzentrum der KBSt- welche daraufhin gegründet wurden. Diese Einrichtungen sollen in Zukunft den Wissensaustausch zwischen Behörden ermöglichen und für Fragen rund um offene Software zur Verfügung stehen. Hier wurde unter anderem auch der Migrationsleitfaden des Bundesinnenministeriums entwickelt.

Die Nutzungspotentiale neuer Technologien für eine effiziente Verwaltung sprach Martin Häring, Director Marketing der Firma SUN an. Er stellte dabei die Technologien vor, welche SUN entwickelt hat. So zum Beispiel das Thin-Client-Netzwerk mit einem SUN-Server und SUN Rays als Clients, wie es die Stadt Treuchtlingen einsetzt. Er sprach davon, dass SUN mittlerweile an sehr vielen Open-Source-Projekten beteiligt ist. »Solaris ist unsere Implementierung von Linux« war Härings Kommentar zur jüngsten Freigabe von Solaris 10 als freie Software. Die Erstellung freier Software sei schon immer ein wichtiger Punkt in der Geschichte von SUN gewesen, so war SUN »maßgeblich an der Entstehung des Internets beteiligt«. Alles in allem stellte er SUN als innovative Firma vor, welche schon seit langer Zeit mit freier Software arbeitet. Als außergewöhnliches Beispiel erwähnte er die SPARC-Technologie, welche unter anderem von SUN entwickelt und freigegeben wurde.

Heinz-Markus Gräsing beim Vortrag

Manuel Schneider

Heinz-Markus Gräsing beim Vortrag

Über die Umstellung der Stadt Treuchtlingen sprach Heinz-Markus Gräsing, IT-Leiter der Stadt Treuchtlingen. Er stellte die Ausgangssituation der Stadt mit 16- und 32-Bit Software dar, Multiboot-Systeme aufgrund unterschiedlicher DLL-Abhängigkeiten und Ausfälle der damals betagten Hardware waren die hauptsächlichen Probleme, die es zu beseitigen galt. Daher wurden verschiedene Test-Systeme aufgebaut. Schnell war man auf die Idee einer Thin-Client-Lösung gekommen. Zur Nutzung der vorhandenen Hardware als Clients unter Linux für einen X-Terminalserver oder Windows Terminalserver war diese bereits zu alt. Gräsing beschrieb den Ablauf der Umstellung. Nach der Einrichtung des SUN-Servers und der Umstellung der übrigen Server auf Linux war man arbeitsgruppenweise vorgegangen. Die Mitarbeiter erhielten dabei eine umfassende Schulung im Umgang mit Office-Programmen und der Dateiablage im Allgemeinen. Gräsing sprach von den Defiziten, die es abzubauen galt, um die Mitarbeiter allgemein fit für die IT zu machen. Die Umstellung war bei den Schulungen nur nebensächlich. Weitere Vorteile der Umstellung waren die mögliche Ablage von Daten nach dem bayrischen Einheits-Aktenplan. Diese wäre mit einem Windows-Betriebssystem ob der Beschränkung der Pfadlänge auf 256 Zeichen nicht umzusetzen gewesen. Gleichzeitig haben die Mitarbeiter auch die Möglichkeit, ihre Daten nach Organisationseinheiten abzulegen - dank der Verknüpfung durch Symlinks bietet UNIX hier die Funktionalität, von mehreren Orten auf ein und die selbe Datei zugreifen und arbeiten zu können. Auch die Mitarbeiter waren am Ende überzeugt, das zeigten die Auswertungen der detaillierten Umfrage unter den Anwendern. Dort war zu sehen, dass die Angst vor Fehlbedienung des Systems erheblich gesunken war, gleichzeitig die Stabilität fast durchgängig als »viel besser« bezeichnet wurde. Tatsächlich, so freute sich Gräsing, war der letzte Neustart des SUN-Servers vor 123 Tagen nur wegen eines Software-Updates notwendig gewesen.

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