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Mo, 21. August 2006, 00:00

Suse Linux Enterprise Desktop 10

Die Bedienung

Gnome - Die empfohlene Umgebung von Suse Linux Enterprise Desktop 10

Mirko Lindner (demon)

Gnome - Die empfohlene Umgebung von Suse Linux Enterprise Desktop 10

Der Default-Desktop der Distribution startet vorkonfiguriert. Die Oberfläche gestaltet sich aufgeräumt. Fast schon spartanisch. Die aus Suse bekannten »Orte«- und »System«-Menüs sind komplett entfernt worden. Statt »Anwendungen« klappt nun ein neues Menü auf - Computer.

Bereits beim ersten flüchtigen Blick wird klar, wo Novell die Prioritäten setzte. Die Truppe um Nat Friedman, der die Entwicklung des SLED-Desktops leitet, gab sich nicht mit einem Gnome »von der Stange« zufrieden und veränderte die Umgebung teils drastisch. Wie Novell nie müde wird zu betonen, steckte das Unternehmen erhebliche Zeit in Usability-Tests und nahm alle Anpassungen aus ein und demselben Grund vor - damit die Software leichter zu bedienen ist.

Das neue Menü

Um dies zu erreichen, hat Novell das komplette Startmenü von Gnome entfernt und durch eine vollständige Neuentwicklung ersetzt. Ein Klick auf »Computer« öffnet eine Liste von Applikationen. Das neue Menü führt keinen Baum mehr, sondern stellt nur noch die favorisierten Programme dar. Das Gros der Anwendungen erreicht der Benutzer durch einen Klick auf die Schaltfläche »More Applications«.

Den Hauptbereich der neuen Menüstruktur bildet der Anwendungsbereich, der in drei Unterbereiche aufgeteilt ist. Während unter »Suche« die Festplatte durchsucht werden kann, können die Nutzer unter »Show« die Anzeige des Anwendungsbereiches ändern. Hier lassen sich nicht nur die Favoriten unter den Anwendungen, sondern auch die zuletzt ausgeführten Applikationen anzeigen. Die dritte Auswahl ändert den Anwendungsbereich so, dass die zuletzt geöffneten Dateien sichtbar werden. Die Liste der angezeigten Applikationen lässt sich mühelos verändern. So können Applikationen aus der Liste entfernt und neue hinzugefügt werden. Was sich auf den ersten Blick ziemlich kompliziert anhört, entpuppt sich bei der täglichen Arbeit als durchaus durchdacht und erleichtert die Aufgaben ungemein.

Die meisten installierten Anwendungen sind im »Application Browser« zu finden

Mirko Lindner (demon)

Die meisten installierten Anwendungen sind im »Application Browser« zu finden

Der Applikationsbrowser

Im so genannten »Application Browser« sind die meisten installierten Anwendungen, nach Kategorien sortiert, verstaut. Ein Filter ermöglicht, eine bekannte Applikation schnell zu finden. Wer durch die verfügbaren Kategorien stöbern möchte, kann ebenfalls die Kategorie direkt auswählen. Sie wird dann sofort angezeigt und mit einem dunklen Hintergrund markiert. Wird eine Applikation öfter gebraucht, kann sie ebenfalls im Startmenü abgelegt werden. Im Laufe der Zeit finden so im Startmenü vieler Anwender nur Applikationen, die oft benutzt werden, während alle anderen Programme im »Application Browser« gefunden werden können.

Jeder Eintrag im Application Browser hat ein Kontextmenü, über das sich die wichtigsten Aufgaben ausführen lassen. So kann zum Beispiel mit nur einem Klick festgelegt werden, ob Applikationen zu den Favoriten hinzugefügt werden sollen und so prominent im "Hauptmenü" vorkommen. Ferner ist es möglich, dem System mitzuteilen, ob eine Applikation direkt nach einem Login gestartet werden soll oder ob sie erweitert bzw. deinstalliert werden soll. Sofern vorhanden, führt das Kontextmenü auch zu einer Hilfe.

Erfreulich simpel ist auch das Finden von neu installieren Anwendungen. Neben der bereits erwähnten Möglichkeit der Suche und der Sortierung blendet der »Application Browser« alle neuen Applikationen im oberen Bereich des Browsers in einer separaten Kategorie ein. Die Suche in einem ewig langem Menü nach frisch installierten Applikationen dürfte so der Vergangenheit angehören.

Der etwas spartanisch geratene Software-Installer

Mirko Lindner (demon)

Der etwas spartanisch geratene Software-Installer

Applikationen manipulieren

Besonderen Wert scheint Novell bei der Gestaltung des neuen Menüs auch auf die Manipulation von Applikationen gelegt zu haben. Es spielt dabei keine Rolle, ob ein Programm installiert, gelöscht oder aktualisiert werden muss. Die Menüpunkte sind bequem mit einem Klick erreichbar.

Die Möglichkeit, die installierten Programme direkt von Gnome aus zu verwalten, macht die Handhabung von Applikationen (fast) zum Kinderspiel. Einzig die Suche des Tools zur Installation von neuen Programmen könnte ein wenig mehr Funktionalität vertragen. Zwar lässt sich der Datenbestand nach bestimmten Applikationen durchsuchen, das Tool zeigt aber aber nur Pakete an, die nicht installiert sind. Wird also zum Beispiel eine gesuchte Bibliothek nicht angezeigt, ist es für den Nutzer nicht mehr möglich, zu bestimmen, ob sie auf dem Medium schlicht nicht vorhanden ist oder bereits installiert wurde. Entweder startet man hier Yast oder bedient sich des rpm-Kommandos, um mehr Infos zu erhalten. Hier würden wir uns wünschen, auch eine Anzeige von bereits installierten Paketen zu erhalten. Alternativ, wenn es sein muss.

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