Suse Linux Enterprise Desktop 10
Fazit
Es ist schwer, von der neuen Suse Linux Enterprise Desktop-Distribution nicht angetan zu sein. Das Produkt bietet eine Vielzahl von neuen Funktionen und macht Spass. Die Integration von Novells Änderungen kann durchaus überzeugen. Vor allem das neue Startmenü erweist sich in der täglichen Arbeit als ein sehr nützlicher Helfer.
Wer einen Server betreiben will, sei er noch so klein, ist bei SUSE Linux Enterprise Desktop 10 definitiv fehl am Platze. Der Fokus der Distribution liegt auf dem Desktop. Das macht Suse Linux Enterprise Desktop 10 durchaus gut. Den Entwicklern ist ein Desktop gelungen, das Windows im Unternehmensdesktop Paroli bieten kann und das Redmonder System in vieler Hinsicht weit übertrifft. Unternehmen, die spezielle Anwendungen unter Windows nutzen, werden mit dem neuen Produkt vielleicht nicht zufrieden sein, denn Novell denkt nicht einmal ansatzweise daran, Windows-Applikationen zu unterstützen. Die Distribution kommt weder mit Wine noch einer anderen API-Nachbildung. Im Gegensatz zu vielen anderen Distributionen, die versuchen, die Nutzer dadurch zu locken, dass sie Windows-Applikationen auch unter Linux ausführen können, verzichtet Novell bei Suse Linux Enterprise Desktop auf diese Funktionalität.
Den ansonsten recht guten Eindruck stören eher kleinere Ausrutscher und Fehler. Bei unserem Langzeittest fiel vor allem Nautilus durch seine Abstürze auf. Zwar waren sie relativ selten, störten aber. Die Suche »Beagle« verrichtete ihre Dienste auch nicht immer zufriedenstellend. Mal beanspruchte der Daemon die CPU-Leistung des Rechners für lange Zeit zu 100 Prozent für sich, mal konnte Beagle nichts finden. Auch die Internationalisierung lässt Wünsche offen. Es ist fraglich, ob ein Sachbearbeiter effizient mit einem neuen System arbeiten kann, dessen Hilfe überwiegend in einer Fremdsprache gehalten ist. Erfreulich ist dagegen, dass nun das Update-System ohne Änderungen und Anpassungen funktioniert.
Dem Unternehmen ist es gelungen, einen Desktop herzustellen, der Spaß macht, modern ist und dazu noch nur einen Bruchteil einer vergleichbaren Microsoft-Lösung kostet. Ob das ausreicht, um auf dem Unternehmensdesktop bestehen zu können, wird die Zeit zeigen.
Referenzen
Fakten
Hersteller: Novell
Preis: 50 US-Dollar pro Jahr

