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Mo, 21. August 2006, 00:00

Suse Linux Enterprise Desktop 10

Einführung

Suse Linux Enterprise Server 10

Mirko Lindner (demon)

Suse Linux Enterprise Server 10

Mit »Suse Linux Enterprise Desktop 10« (SLED 10) bietet der Hersteller Novell ein komplett an den Desktop-Benutzer gerichtetes System. Nach Angaben des Unternehmens legt die neue Distribution besonderen Wert auf Benutzbarkeit, Interoperabilität und universelle Einsetzbarkeit. Sie soll für vollständige Desktops, Kassensysteme, Thin Clients und Workstations gleichermaßen geeignet sein. Die Distribution bietet die OpenGL-Beschleunigung Xgl, die Novell-Edition von OpenOffice.org mit umfassender Unterstützung für Visual-Basic-Makros in Excel-Tabellen, die freie .NET-Implementation Mono und vieles mehr. Pro-Linux schaute sich das Produkt im produktiven Einsatz an.

Lieferumfang

Suse Linux Enterprise Desktop 10 kommt wahlweise auf fünf CDs oder einer DVD. Wie schon bei Suse Linux 10.1 ist das System sowohl für die x86- als auch für die AMD64-Plattform verfügbar. Die Distribution enthält als Standardumgebung Gnome, liefert aber auch die KDE-Umgebung aus.

Die Desktop-Distribution wie der Name bereits sagt, richtet sich an den Desktop-Benutzer und verfügt deshalb über keine Serverprogramme. Dafür bietet das auf Gnome 2.12 oder KDE 3.5.1 aufbauende Paket umso mehr Büro- und Multimedia-Applikationen. Neben einer angepassten OpenOffice.org-Suite in der Version 2.0.2 enthält Suse Linux Enterprise Desktop 10 auch geänderte Varianten von Evolution 2.6.0, Banshee 0.10.9 sowie Firefox 1.5.0.4. Das System basiert auf der glibc 2.4-Bibliothek, X.org 6.9 und dem Kernel 2.6.16.

Bereits bei der Installation werden standardmäßig der Flash-Player von Macromedia, zusätzliche ICC-Farbprofile von Adobe und der RealPlayer zur Auswahl angeboten. Zu den weiteren Beigaben der Distribution gehören die Fotomanagement-Software F-Spot 0.1.11, die Desktop-Suchmaschine Beagle 0.2.3, Mono 1.1.13.8 und Gimp 2.2.10.

Suse Linux Enterprise Desktop 10 kann entweder käuflich bei Novell erworben oder als eine Testversion direkt vom Server des Herstellers heruntergeladen werden. Die kostenlose Testversion enthält eine 60-tägige Lizenz, die wahlweise kostenlos um weitere 60 Tage erweitert werden kann. In diesem Zeitraum hat der Nutzer vollen Zugriff auf alle Updates und Hilfen.

Installation

Wer bereits Suse Linux 10.1 installiert hat, wird auch mit der Enterprise-Desktop-Variante keine Probleme haben. Die Installation unterscheidet sich nur geringfügig von der laut einer Statistik auf Distrowatch zweitbeliebtesten Distribution (Stand 31.07.2006). Geringfügig bedeutet allerdings nicht, dass die Installation gleich geblieben ist. Die Arbeit liegt eher im Detail.

Der mit Suse Linux 10.1 fast identische Bootscreen

Mirko Lindner (demon)

Der mit Suse Linux 10.1 fast identische Bootscreen

Bereits bei der Installation der Distribution wird die Ankündigung von Novell, Gnome zu präferieren, klar. Im Gegensatz zu Suse Linux 10.1 bietet das neue Produkt keine Auswahl der Desktop-Umgebung mehr an. Der Nutzer gelangt sofort zu den Feineinstellungen der Distribution, ohne die Möglichkeit zu erhalten, sich für eine Umgebung zu entscheiden. KDE kann allerdings in der Auswahl der Pakete ausgewählt werden, wobei Novell keinen Hehl daraus macht, dass Gnome die Umgebung der Wahl ist, und spart bei der Beschreibung der Umgebung nicht mit Superlativen (»attraktiver Desktop«, »hervorragende Benutzerfreundlichkeit«).

Die Auswahl der Pakete erfuhr gegenüber der Consumer-Version ebenfalls Änderungen. Novell verzichtet bei der Auswahl der Themen auf lange Listen und ordnet die Software in kompakte Themenbereiche ein. Will der Benutzer die Auswahl einschränken oder erweitern, kann er unter »Details« die nötigen Arbeiten erledigen.

Bei der Installation fällt die verbesserte Internationalisierung auf. Waren unter Suse Linux 10.1 noch fast alle Hilfen in der deutschen Installation in Englisch, so hat Novell nun seine Hausaufgaben gemacht und alle Hilfetexte übersetzt. Eine weitere Neuerung stellt die Möglichkeit dar, bereits bei der Installation Zusatzprodukte auszuwählen. Im Gegensatz zu Suse Linux 10.1 setzt Novell bei Suse Linux Enterprise Desktop darüber hinaus standardmäßig auf den NetworkManager. Die Applikation kann allerdings mühelos abgeschaltet werden, so dass die Netzwerkschnittstellen auf herkömmlichen Wege konfiguriert werden können.

Rechnerregistrierung

Die Registrierung der Distribution

Mirko Lindner (demon)

Die Registrierung der Distribution

Der wohl augenscheinlichste Unterschied bei der Installation der Enterprise-Variante ist die Registrierung. Dazu übermittelt eine entsprechende Dienst-Applikation nicht nur die Registrierungsnummer, sondern auch Hardware-Informationen an der Hersteller. Hier ist Novell allerdings ein wenig neugieriger als es noch bei Suse Linux 10.1 der Fall war. Unter anderem will der Produzent eine Aktivierungsnummer samt einer Email-Adresse wissen und übermittelt auch die Daten der Netzwerkkarte an einen Zentralserver.

Steht eine Registrierungsnummer noch nicht bereit oder ist das System noch nicht registriert, startet Novell einen abgespeckten Webbrowser. Hier können alle notwendigen Daten eingegeben werden. Neben einer Emailadresse kann der Nutzer hier auch einen alternativen Namen für sein System eintragen, unter dem es im Online-System von Novell gelistet wird. Wird keine Aktivierungsnummer eingegeben, schaltet Novell das System vorläufig nur für 15 Tage frei. Binnen dieser Frist muss der Anwender, sollten nach dem Zeitraum immer noch Updates gewünscht sein, entweder eine Evaluierungsnummer oder eine offizielle Nummer eingetragen.

Etwas befremdlich wirkt die Benutzung der Online-Hilfe. Hier ist Novell die Muse abhanden gekommen, den Nutzer in seiner Muttersprache zu informieren. Klickt er zum Beispiel auf weitere Informationen, warum er eine Email-Adresse eingeben soll, erhält er eine englischsprachige Erklärung.

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