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Sa, 21. Juni 2003, 00:00

Mandrake Linux 9.1 Test

Vorwort

Mandrake Linux 9.1 ist zwar (noch) die aktuellste Version der Franzosen, doch auch diese Version hat schon ein paar Tage auf dem Buckel. Warum kommt der Test also erst jetzt? Man merkt einfach, dass bei Mandrake doch einiges im Argen liegt. Bekannt ist ja, dass die Firma schon vor längerer Zeit finanzielle Probleme zugegeben und schließlich "Gläubigerschutz" beantragt hat. Nun hat auch noch der Letzte in Deutschland das sinkende Boot verlassen: der zuständige Pressesprecher, der seine Arbeit schon lange ehrenamtlich (!) erledigte, hat letztlich doch seine Tätigkeit aufgegeben (schade, Jan!). Zu diesem Zeitpunkt warteten wir schon lange auf unsere Box, eine erneute Anforderung in Frankreich kam da nicht mehr in Frage - daher stützt sich dieser Test auch nur auf die Download-Version. Diese unterscheidet sich durch die fehlenden Handbücher und natürlich enthalten die Boxen auch mehr CDs. Im Kern unterscheidet sich das hier getestete 3-CD-Set aber in keinster Weise von der Box.

Installation

Schon bei der Installation erkennt man, dass es sich um eine neue Version handelt. Denn die grafische Installation wurde optisch doch etwas überarbeitet und macht nun mehr her. Auch übersichtlicher ist der Prozess nun geworden. Funktionell unterscheidet sich die Installation aber nicht von den Vorgängern.

Vor der zweiten Installation, die im Test durchgeführt wurde, wurden die Hardware-Konfiguration des Test-Computers etwas geändert. Eigentlich keine dramatischen Änderungen: zwei neue Festplatten und eine neue Grafikkarte. Trotzdem ließ sich die Installation im Grafikmodus nicht mehr ausführen. Das Problem konnte dabei nicht gefunden werden. An der Grafikkarte dürfte es jedoch nicht liegen, denn die GeForce 4 wird mittlerweile auch von XFree86 unterstützt und hätte zumindest mit dem VESA-Treiber angesprochen werden können. Doch diese Art der Installation sollte man sich wirklich ersparen, wenn es möglich ist. Natürlich ist die Textinstallation hässlich, dass war auch nicht anders zu erwarten und stört auch nicht weiter. Dazu gesellt sich aber eine Unübersichtlichkeit, die wirklich nicht mehr schön ist. So braucht man erst einmal eine Weile, bevor man die Möglichkeit findet, eine Partition zu formatieren. Wie es sich dann mit der benutzerdefinierten Paketauswahl gestaltet, kann sich wohl jeder vorstellen. Zu beachten ist auch hier wieder, dass das LSB-Paket ausgewählt werden muss, wenn LSB-Konformität gewünscht wird. Überflüssig ist auch die Möglichkeit, für den Benutzer "root" kein Passwort festzulegen. Gerade Einsteiger dürften dazu neigen, diese Option auszuwählen und damit eine große Sicherheitslücken schaffen. Ebenfalls sollte nicht die Möglichkeit bestehen, einen Nutzer automatisch anzumelden. Mandrake spricht damit sicher den Windows-Umsteiger an, doch wer Linux benutzen möchte, sollte dabei auch das Sicherheitskonzept anwenden. Ansonsten läuft die Installation aber unspektakulär ab und auch die Hardware-Erkennung kann sich sehen lassen. Nett ist auch die Funktion, zum Ende der Installation Updates aus dem Internet herunterzuladen. Somit findet man gleich ein aktuelles System vor.

Mandrake im Einsatz

Wie bei modernen Distributionen üblich, ist die Arbeit mit der Installation eigentlich schon abgeschlossen. Wer mag, kann sofort mit der Arbeit beginnen. Die Konfiguration des Bootloaders muss aber unter Umständen noch überarbeitet werden. Bei unserem Testsystem erschuf Mandrake nämlich einen zweiten "Windows"-Eintrag, nur weil eine Windows-Partition auf einer anderen Platte lag als das eigentliche System. Dieser Eintrag kann dann aber natürlich nicht gebootet werden, was zu Verwirrung führt. Der Start der grafischen Oberfläche bringt erst einmal wieder den First Time Wizard zu Tage, der eine Registrierung wünscht. Diese kann aber getrost abgebrochen werden. Hierüber kann dann aber auch eingestellt werden, ob man künftig mit KDE, GNOME oder einem anderen Windowmanager arbeiten möchte. Ist dies erledigt, so kann es sofort an die Arbeit gehen.

Mandrake hat die Menüs von KDE und GNOME angepasst, sodass sie übersichtlicher werden. So existieren nur einige wenige Gruppen wie beispielsweise "Netzwerk" oder "Büroprogramme", die dann wiederum in Unterkategorien aufgeteilt werden. So findet man schnell ein Programm, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Dabei finden sich dann auch GNOME-Programme in den KDE-Menüs. Besonders vorteilhaft ist dies also für Einsteiger, die mit den Programmnamen alleine nicht viel anfangen können. Nette Symbole für die Menüeinträge bieten außerdem auch etwas fürs Auge. Die Fensterdekorationen sind ebenfalls nett anzusehen. Das "Was will ich machen?"-Menü aus der Vorgängerversion ist allerdings weggefallen. Schade, denn der fortgeschrittene Nutzer konnte es ja deaktivieren, für den Einsteiger war es aber durchaus von Nutzen. Eine Möglichkeit, es wieder zu aktivieren, war nicht zu finden.

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