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Mi, 1. März 2000, 00:00

Bericht zur CeBIT 2000

Auf der CeBIT gab es eine Menge Open Source zu entdecken.

Corel präsentiert sich auf der CeBIT

Stephan Tijink

Corel präsentiert sich auf der CeBIT

Zur diesjährigen CeBIT werden wieder einmal Besucherrekorde erwartet. Die drängelnde Menge der Tausenden von Besuchern täglich stürzt sich auf alles, was es nur zu kriegen gibt. Seien es nun CDs, Prospekte, Sticker oder auch Tragetaschen jeglicher Art. Bevorzugte Taschenmarke a la CeBIT ist wie jedes Jahr die von Microsoft. Dies aber nur am Rande. Und wie immer gibt es Unmengen von Besuchern, die immer wieder Mut zum Extravaganten zeigen. Dies sind zum Beispiel Rucksäcke aus Pappe, die mit bunten Werbe-Bildchen vollgepackt sind. Außerdem zählen dazu jede Menge Luftballons, die es zu sammeln gilt. Bei der Art der Form waren wieder einmal die übergroßen Handys im Trend. Aber nicht nur. Diesmal galt es auch, Buchstaben durch die Luft zu tragen.

Wie jedes Jahr stand die CeBIT inoffiziell wieder unter einem bestimmten Motto. Etwas, was sich alle Firmen unbedingt auf die Fahne schreiben müssen, um hip zu sein. Dieses Jahr, so schien es, war dieses Motto zum einen E-Commerce und zum anderen Linux. Es gab kaum eine Ecke, wo der süße kleine Pinguin mit dem Namen "Tux" nicht zu sehen war. Viele Firmen werben damit, daß ihre Software nun auch auf Linux portiert wurde, ihre Hardware nun auch mit dem freien OS läuft. Viel Rummel um unser geliebtes Betriebssystem.

Firmen wie IBM, SUN, Lotus oder auch Corel bringen sich nun mit gezielten Ausflügen in die Linux-Welt ins Rampenlicht der diesjährigen CeBIT. Corel zum Beispiel hat auf der CeBIT sein Corel Linux in deutscher Version vorgestellt. Außerdem wurde Corel Office 2000 in einer Betaversion für Linux sowie für weitere Betriebssysteme vorgestellt. IBM zeigte unter anderem Linux-Lösungen für seine Serverserie S/390. Sun präsentierte die nächste Version ihrer Office-Suite. Star Office soll in der Version 5.2 vor allem verbesserte Filterfunktionen besitzen.

Aber nicht nur die Linux-Neulinge waren anzutreffen. Auch viele altbekannte Linux-Distributoren wie zum Beispiel SuSE, Red Hat oder Caldera waren gut besuchte Anlaufpunkte. SuSE und Red Hat stellten Betaversionen ihrer kommenden Distributionen (SuSE 6.4, Red Hat 6.1) vor. Wie Pro-Linux erfahren konnte, wird an diesen Produkten allerdings eher Modellpflege und Bugfixing betrieben. Die Distributionen sollen in den kommenden Versionen noch stabiler und sicherer werden. Den großen Sprung zu Version 7 wollen beide Distributoren etwa im Herbst dieses Jahres wagen. Beide Systeme sollen dann mit Kernel 2.4, XFree86 4.0, KDE 2.0 sowie mit GNOME 2.0 angeboten werden. Neben diesen Kernkomponenten sollen auch noch Bibliotheken wie glibc oder GTK+ aktualisiert werden. Also mit einer Menge sehr interessanter Neuerungen.

Das USA-Terrain in Halle 6

Stephan Tijink

Das USA-Terrain in Halle 6

Auf dem Stand von SuSE in Halle 3 stellte das KDE-Team die kommende Version 2.0 des KDE-Desktops sowie die Office-Suite KOffice vor. Die Entwickler waren vor Ort am Stand und präsentierten dem interessierten Publikum mit Begeisterung und Offenheit ihr Werk. Die neue Version von KDE ist Mitte dieses Jahres zu erwarten. Hier hat sich nicht nur vor den Kulissen des Projektes viel getan. KDE erlebte auch intern, für den Benutzer nicht zu erkennen, viele Überarbeitungen und Neuerungen. So ist das gesamte System jetzt wesentlich performanter.

Seitens der Hardwarehersteller ist das Engagement für Linux auch gestiegen. So stellte zum Beispiel Samsung einen PDA mit Linux als Betriebssystem vor. Der kleine Riese fungiert als normaler PDA, kann aber zum Beispiel auch noch MP3-Dateien abspielen, um nur eines der vielen Interessanten Features zu nennen. Die Firma Ericsson stellte ein Screen-Phone für Linux vor.

Der Mammutanteil der Linuxfirmen war in der Halle 6 auf dem USA-Terrain zu finden. Darunter Red Hat, SuSE, Linux International, Caldera, Turbo Linux und viele viele mehr. Die Gänge dieses Terrains schienen der bestbesuchte Ort der gesamten Messe zu sein. Alle wollten etwas von dem Linux-Hype mitbekommen. War man erst einmal mittendrin, so gab es kein Vor und kein Zurück. Unter den "gemeinen" Besuchern waren sehr viele Distributions-Jäger zu finden. Leute die um jeden Preis eine SuSE 6.4 Beta oder eine Beta von Red Hat ergattern wollten. Leider waren diese innerhalb kürzester Zeit vergriffen und die Jäger zogen oft mit leeren Händen und enttäuschter Miene wieder ab.

Aber nicht nur Positives war zu berichten. Zur Zeit nutzen sehr viele Firmen den stattfindenden Linux-Hype aus, um sich unberechtigt von der Linux-Gemeinde feiern zu lassen. An allen Ecken und Enden der CeBIT schmückte der kleine unschuldige Tux die bunten Stände. Allerdings war das Engagement für Linux oft nicht so groß, wie es die Firmen präsentierten. Bei genauerem Hinhören wurde dies sehr schnell klar. Vor allem kleinere Firmen versuchen nun, im Linux-Markt Fuß zu fassen. Jedoch überbewerten sich die Firmen zur Zeit oft selber. Auch fließt keine der Entwicklungen in die Linux-Community. Allerdings ist dies oft aus Firmen-politischen Gründen nicht möglich.

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