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Mo, 14. Mai 2001, 00:00

Rebel Code

Vorwort

Rebel Code

hjb

Rebel Code

Schenkt man dem Schutzumschlag Glauben, so wurde dieses Buch mit Lob geradezu überhäuft, auch und besonders von den Kennern der freien Software-Szene wie Alan Cox, Eric Raymond und anderen. Um es kurz zu sagen: Das Lob ist vollauf gerechtfertigt!

Allgemeines

Der Autor Glyn Moody hat hier eine ausführliche und doch kurzweilige, kompakte und fesselnde Historie des Linux-Phänomens abgeliefert. Zahlreiche Interviews mit den Hauptpersonen und eine eingehende Beschäftigung mit der Materie lieferten ihm den Stoff für seine Darstellung. Man merkt, daß Moody selbst begeistert ist von Linux und freier Software, doch zugleich genügend Abstand bewahrt hat, um die möglichen und die tatsächlichen negativen Entwicklungen zu betrachten. Abgesehen von einigen kleinen Ungenauigkeiten bei den Jahreszahlen konnte ich keinen Fehler entdecken.

Das Buch

Die Geschichte von Linux zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Von den ersten Anfängen 1991 bis zu den aktuellen Trends Mitte 2000 reicht die Zeitskala. Doch der Erfolg von Linux war von vielen Dingen abhängig, manchmal von blankem Zufall, doch oft auch von den Werken der frühen Pioniere freier Software. Hier ist natürlich besonders Richard Stallman gemeint, aber auch Larry Wall, Autor von "rn", "patch" und Perl, Eric Allman, Autor von Sendmail, und viele andere bis hin zu Donald Knuth, dem Autor des Standardwerks "The Art of Computer Programming" und Autor von TeX. Parallel dazu wird die Entwicklung der Persönlichkeit von Linus Torvalds aufgezeigt.

Faszinierend sind in diesem Text auch die vielen Querverbindungen, die sich immer wieder auftun. Selbst ein Kenner der Linux-Geschichte wird hier vermutlich noch einiges Neues erfahren. Wer würde schon vermuten, wie groß der Einfluß von Pionier-Firmen wie Sun und Netscape auf die ganze freie Software-Szene wirklich war? Wobei hier Einfluß nicht im Sinne von Steuerung, sondern im Sinne von Förderung zu verstehen ist. Auch die Universität von Kalifornien in Berkeley, Keimzelle von BSD Unix, spielte natürlich eine große Rolle, auch wenn die freien *BSD-Betriebssysteme in diesem Buch keine nennenswerte Erwähnung finden.

Ein umfangreiches Stichwortverzeichnis, nicht unbedingt üblich in einem Buch dieser Art, rundet das Werk ab.

Fazit

Somit ist dieses Buch für alle, die sich für Linux oder freie Software allgemein interessieren, absolute Pflichtlektüre. Auch für weniger mit Computerwissen vorbelastete Zeitgenossen sollte das Buch verständlich sein, denn jeder der sparsam verwendeten Fachbegriffe wird beim ersten Auftauchen in kurzen Worten erklärt.

Ob die deutsche Übersetzung das Qualitätslevel des Buches erhalten kann, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Im Zweifelsfall ist die englische Originalausgabe vorzuziehen, wie so manches Übersetzungs-Desaster zeigt.

Fakten

Autor: Glyn Moody
Preis (englische Ausgabe): 78 DM
Preis (deutsche Ausgabe): 59 DM
Umfang: 334 Seiten, mit Index
Verlag: Perseus Publishing
ISBN (deutsche Ausgabe): 3-478-38730-2
ISBN (englische Ausgabe): 0-7382-0333-5

  • Dieses Werk wurde unter der GNU Free Documentation License veröffentlicht. Das Kopieren, Verbreiten und/oder Modifizieren ist erlaubt unter den Bedingungen der GNU Free Documentation License, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation.

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