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Do, 31. August 2000, 00:00

SuSE Linux 7.0

Vorwort

Mit der siebten Generation seiner Distribution beschreitet der Nürnberger Distributor einen neuen Weg und teilt diese nach dem Vorbild anderer Anbieter in zwei separate Pakete auf: »Personal« und »Professional«.

Trotz anfänglicher Bedenken stellt sich die Teilung als praktisch und gut durchdacht heraus. War es doch in der Vergangenheit einer der Problempunkte der Distribution, dass anfängliche Benutzer durch die schier unendliche Anzahl an Paketen sehr leicht den Überblick verloren haben und somit umfangsbedingt Linux als schwer und unübersichtlich verstanden, so hat es der Distributor durch eine gut durchdachte Auswahl an Paketen geschafft, die Installation der »Personal«-Edition noch leichter zu gestalten. Mit der Teilung ist es nun jedem möglich, das auf ihn zugeschnittene Paket zu wählen.

In diesem Bericht wollen wir sowohl die »Personal«- als auch die »Professional«-Edition unter die Lupe nehmen und vor allem die Preissteigerung und die daraus resultierenden Folgen beleuchten.

Lieferumfang

Nach der Installation...

demon (Mirko Lindner)

Nach der Installation...

»Personal«-Edition

Die Käufer der »Personal«-Edition erhalten neben drei CDs, die in eine SuSE-bewährte Papierhülle eingepackt wurden, zusätzlich ein 224 Seiten starkes Konfigurationshandbuch, Installationshandbuch (65 Seiten) und ein Programmhandbuch, das auf über 110 Seiten die wichtigsten Programme der Distribution und dessen Bedienung erklärt. Wer über kein bootfähiges BIOS verfügt oder die aktuelle Distribution über ein Netzwerk installieren will, der ist mit zwei bootfähigen Disketten, die SuSE7.0 beiliegen, bestens bedient. Neben einer Installationsdiskette legte der Distributor dem Paket auch eine Moduldiskette bei.

Alle Käufer der »Personal«-Edition erhalten zudem einen auf 60 Tage begrenzten Installationssupport über Telefon, Fax oder Email. Besonders hervorzuheben ist das neue Erscheinungsbild sowohl der »Personal«- als auch der »Professional«-Edition. Waren die »alten« Versionen in eine schuhkartonähnliche Papierbox eingepackt, so haben sich die Nürnberger diesmal eine an der Frontseite angebrachte aufklappbare Seite ausgedacht und somit der Distribution einen professionellen Touch gegeben.

»Professional«-Edition

Die an alle Administratoren und fortgeschrittene User gerichtete Edition bietet neben sechs CD-ROMs zusätzlich ein DVD-Medium, das über 1.800 Anwendungen enthält. Die Zahl der mitgelieferten Handbücher wurde auf vier gesteigert und neben der bereits erwähnten »Personal«-Literatur um das 649 Seiten starke »Know-how-Handbuch« erweitert. Dieses stellt sich bei näherer Betrachtung als eine gut gelungene Überarbeitung des bereits aus früheren Versionen bekannten Handbuches dar. Der Installationssupport wurde bei der »Professional«-Edition auf 90 Tage verlängert.

Installation

Um einen Eindruck über die Installation zu erhalten, wurden beide Editionen auf zwei verschiedenen Rechnern installiert. Der erste Rechner, der als ein Serversystem festgelegt wurde, besteht aus einem Athlon 700-Prozessor, einer Elsa Erazor III und einer On-Board VIA-Soundkarte. Die RAM-Ausstattung wurde auf 768 MB festgelegt. Das zweite Testsystem war ein Pentium-166 Laptop mit 64 MB RAM. Eine integrierte On-Board Soundkarte sollte ebenfalls erkannt und installiert werden.

SaX2 bei der Einrichtung einer neuen Grafikkarte

demon (Mirko Lindner)

SaX2 bei der Einrichtung einer neuen Grafikkarte

SuSE setzt bei der Installation wie bereits in der Vorgängerversion auf das neuentwickelte YaST2, welches um sehr viele Funktionen erweitert wurde. Sehr lobenswert ist die Aufteilung von YaST2 in Module, die nachträglich installiert bzw. deinstalliert werden können. Jedes Modul wurde in ein separates RPM-Paket untergebracht. Die Tatsache, dass YaST2 sowohl unter der Shell als auch unter X11 aufgerufen werden kann, ist eine sehr große Erleichterung. Die Installation der Pakete unterlag gegenüber der Vorgängerversion keinen gravierenden Änderungen. Sowohl die Partitionierung als auch die Installation der ausgewählten Pakete wurden von der Vorgängerversion übernommen. Leider wartet YaST2 immer noch nicht mit einer Suchfunktion für Pakete auf. Wer nach einem bestimmten Paket Ausschau hält, wird in der professionellen Version ohne genaue Kenntnisse der Struktur der Pakete sehr schnell die Lust verlieren. Warum SuSE diese bereits beim Erscheinen von YaST2 erwähnte Funktion noch nicht eingebunden hat, ist schleierhaft. Auch die bereits beim letzten Test angesprochene Funktion, andere Dateisysteme als nur ext2 und ReiserFS anzulegen, wurde nicht berücksichtigt. Will der User solch ein anderes Format auf seinem System anlegen, so ist er immer noch gezwungen, das alte YaST1 zu benutzen. Hier sollte der Distributor Hand anlegen und auch Alternativen zur Auswahl anbieten. Auch das Bestimmen des Mount-Points könnte eleganter gelöst werden - was wir auch bereits bei der letzten Version erwähnt haben.

Die Umstellung von SuSE auf XFree86 4.0 - eine Version, die nach Angaben des XFree86-Teams als instabil bezeichnet wurde - erwies sich bei SuSE als unglücklich. Bei beiden Installationen bereitete die Erkennung der Video-Karte Probleme.

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