Ubuntu 9.04
Die neue Version »Jaunty Jackalope« vorgestellt
Ubuntu 9.04 »Jaunty Jackalope« zeigt Höhen und Tiefen und mehr Unterschiede zum Vorgänger als gedacht, wie diese Übersicht zeigt.
Installation von der Desktop-CD
Die Desktop-CD startet das Live-System spürbar schneller als in früheren Versionen. In einer virtuellen Maschine war das System nach 25 Sekunden vollständig geladen und der Login-Bildschirm zeigte sich, von dem man mit einem ENTER ohne weitere Verzögerung zum Desktop kommt.
Die grafische Installation läuft in sieben Schritten ab. Sie ist gegenüber dem originalen Debian-Installer gestrafft mit weniger Optionen und Fragen und bietet eine bessere grafische Darstellung, insbesondere bei der Partitionierung. Dafür stehen weniger Optionen zur Verfügung, so dass Experten gezwungen sind, zur Alternate-CD zu greifen. Am Zeitaufwand ändert sich gegenüber Debian im Wesentlichen nichts.
Die Installation beginnt mit der Sprachauswahl, bei der mehr als 50 Sprachen zur Verfügung stehen. Die früher vorhandene Länderauswahl ist entfallen. Im zweiten Schritt kommt die Auswahl der Zeitzone, im dritten die Eingabe des gewünschten Tastatur-Layouts.
Der vierte Schritt ist die Partitionierung, die Ubuntu vollautomatisch übernehmen kann. Optionen wie LVM, Verschlüsselung oder RAID stehen hier leider nicht zur Verfügung.
Im fünften Schritt gibt man seinen Namen, Anmeldenamen, Passwort und den Computernamen ein. Wenn zuvor bereits per DHCP ein Name ermittelt werden konnte, wird dieser als Vorgabe angezeigt. Der sechste Schritt ist die Übernahme von Daten einer Windows-Installation, sofern eine gefunden wird.
Der letzte Schritt bringt eine Übersicht über die eingegebenen Daten. Wenn man diese bestätigt, wird das System installiert. Dabei wird der Bootmanager GRUB installiert. Offenbar erkennt das System aber eine vorherige Installation von Bootmanagern und übernimmt deren Einstellungen. Das Verhalten bei der Installation des Bootmanagers und andere Dinge kann man einstellen, indem man auf dem letzten Bildschirm den Button »Erweitert« betätigt.
Update
Das Update einer bestehenden Ubuntu-Installation ist nur von Version 8.10 direkt möglich. Dazu gibt es auf den Ubuntu-Webseiten eine hinreichend einfache Anleitung zum Update. Wer zusätzliche Pakete aus anderen Repositorien als main installiert hat, kann mitunter auf Schwierigkeiten stoßen. Die ausgeklügelte Paketverwaltung kann diese jedoch erfahrungsgemäß meist lösen. Mitunter ist es dafür nötig, die zusätzlichen Pakete zu deinstallieren und nach dem Update wieder zu installieren.
Das Upgrade ersetzt auch den Kernel, wie man es von Ubuntu bereits kennt. Ob das wünschenswert ist, sei allerdings dahingestellt. Wenigstens bleibt der alte Kernel über eine Auswahlmöglichkeit im Bootmanager erhalten.
Laufender Betrieb
Start
Wie bei der Live-CD wurde auch im installierten System für ein schnelleres Hochfahren gesorgt. Startzeiten von 25 Sekunden bis zum Login-Bildschirm sind für viele Rechner erreichbar und eine deutliche Beschleunigung gegenüber früher.
Auf dem Desktop angekommen, kann man feststellen, dass es nicht mehr möglich ist, den X-Server mittels STRG+ALT+RÜCK abzuschießen. Dies soll Datenverluste verhindern, wenn der Benutzer (oder jemand anderes) diese Tastenkombination betätigt. Das alte Verhalten lässt sich in der Datei /etc/X11/xorg.conf wieder herstellen.
Wie gewohnt hat Root keinen direkten Zugang zum System. Zugang zum Root-Account ist aber über das Kommando sudo vorhanden. Damit kann man jeden beliebigen Befehl ausführen, nachdem man sein eigenes Passwort eingegeben hat. Wenn man, nachdem man als Root eingeloggt ist, ein Passwort vergibt, ist auch das direkte Root-Login möglich.
Desktop
Ubuntu 9.04 behält die Brauntöne des Themes »Human« bei. Anders als beim Vorgänger 8.10 wurde der Desktop-Hintergrund dieses Mal schlicht gehalten. Im Standard-Lieferumfang stehen nur zwei, auch nicht interessantere, Alternativen zum Hintergrund und einige Themes zur Verfügung. Andere Themes und erst recht Hintergrundbilder findet man aber im Web zur Genüge.
Gegenüber der Vorversion hat sich die Optik ansonsten nur wenig geändert. Die Menüs sind weitgehend gleich geblieben. Der Composite-Manager Compiz wird standardmäßig mit einigen Plugins installiert, aktuell in Version 0.8.2, und auf Systemen mit unterstützter Hardware-3D-Beschleunigung auch aktiviert. Für die Konfiguration wird das Paket »compizconfig-backend-gconf« mitinstalliert.
- 1. Ubuntu 9.04
- 2. Laufender Betrieb
- 3. Laufender Betrieb - Desktop
- 4. KDE
- 5. Fazit







