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Mo, 22. November 1999, 00:00

RedLinux Test

Einführung

RedLinux V7 ist zur Zeit eine der günstigsten Distributionen auf dem deutschen Markt und will den Benutzer durch einfache Installation und die große Paketauswahl überraschen. Wir fühlten diesem Produkt auf den Zahn und wollten für Sie herausfinden, ob das Paket hält, was es verspricht. Die 29 DM teure Distribution gehört zu den billigsten Produkten auf dem bereits heiß umkämpften Markt der Linux-Distributionen. Basierend auf Red Hat 6.0 GPL-Version, ist diese Zusammenstellung der Applikationen deshalb auch absolut mit Red Hat kompatibel und sogar durch die selben Schritte zu installieren, was auch nicht verwunderlich ist, weil hier auch dieselben Installationstools verwendet wurden.

Installation

Die Installation verläuft sehr schnell, obwohl für Anfänger bestimmt nicht unkompliziert. Nachdem die teilweise sehr gewöhnungsbedürftigen Werkzeuge erforscht und verstanden wurden, erweist sich das Installieren als recht einfach. Mit Hilfe des »DiskDruid« können Sie z.B. auf eine sehr einfache Weise das System partitionieren. Erschwert wird die Prozedur nur durch die teilweise nicht komplette Deutsch-Übersetzung. So staunt schon der anfängliche User, wenn er plötzlich statt deutsch englisch lesen muß.

Auch wenn das mitgelieferte Handbuch die Größe einer Broschüre hat und nur die Installation beschreibt, findet der User stets schnell den passenden Weg, sein System mit Linux zu beglücken. Unterteilt in Kapitel beschränkt sich das Buch nur auf die Installation des Systems. Jede weitere Hilfe und Tips sucht der Anwender vergebens. An dieser Stelle wird der Anwender an die Originaldokumentationen oder FAQs verwiesen. Dem Bereich Problemlösung spendierte S.A.D. gerade zwei Seiten des 60-seitigen Handbuchs. Nachdem Sie aber das System und seine Komponenten erfolgreich auf ihrer Platte untergebracht haben, finden sie ein sehr gut konfiguriertes und eingerichtetes System vor.

Ein nacktes System muß noch an eigene Bedürfnisse angepaßt werden. Dies erweist sich als äußerst schwer. So findet der Anfänger im Handbuch keine Information zur Konfiguration des Systems. Durch das Starten von Gnome kann aber ein Tool gestartet werden, welches eine Konfiguration erlaubt. Leider erweist sich dieses Werkzeug als sehr umständlich, was durch eine schlampige und unvollständige Übersetzung noch erschwert wird.

Solche Dialoge verwirren den Anwender und tragen nicht einer komfortablen Konfiguration bei. Diese Mankos sollten auf jeden Fall behoben werden und eine neue Version der Distribution sollte nicht nur die Installation, sondern auch die Konfiguration behandeln. Sie werden zwar die Konfiguration mittels KISDN im Handbuch vorfinden, dies ist aber entschieden zu wenig.

RedLinux V7

demon

RedLinux V7

Hersteller ixsoft baute diese Distribution auf zwei CDs auf, was angesichts der Tatsache, daß die zweite CD außer Demos nur die Quellen der Programme beheimatet, sehr wenig erscheint. In der Praxis erreichte das Programmierteam eine Leistung, die wirklich bewundernswert ist. So findet der Anwender jede nur erdenkliche Software. Nicht nur, daß RedLinux die wichtigsten Windowsmanager (KDE 1.1.1 und GNOME 1.0.8 mit Envelopment) beherbergt, sondern auch die aktuellsten und bekanntesten Produkte der Linux-Gemeinde enthält, vermag den Benutzer in Staunen zu versetzen. Demoversionen von Programmen wie Accelerated X 5.0 und des Spieles Hopkins FBI runden zusätzlich die wirklich ausgezeichnete Paketauswahl ab.

Die Pakete von RedLinux V7 sind alle auf dem neuestem Stand. Programme, die veraltet sind und seit längerem in einer neue Version vorhanden sind, sind eine Seltenheit. Eine vortreffliche Auswahl an Programmen!

Da RedLinux seine Distribution auf Red Hat 6.0 aufbaut, können auch die komfortablen RPM-Pakete des US-amerikanischen Linux-Herstellers verwendet werden. Damit haben Sie Zugriff auf einen Pool von Applikationen, die teilweise für keine andere Distribution angeboten werden. Diese Tatsache ist besonders für anfängliche Benutzer von großem Wert, die noch keine Erfahrung mit Kompilieren von Programmen und der Einbindung von Bibliotheken unter der freien Unix-Alternative gemacht haben.

Fazit

RedLinux ist eine perfekte Distribution für alle, die schon Erfahrung mit Linux gemacht haben und die grundlegenden Funktionen des Systems kennen. Ohne Installationstools, die eine Einrichtung des Systems in der Anfangsphase der Linux-Forschung vereinfachen, wird sich der anfängliche User sehr schwer tun. Die wirklich ausgezeichnete Paketauswahl und das vorbildlich installierte System stellen zugleich eine willkommene Gelegenheit dar, das System auf den neuesten Stand zu bringen. Durch den Einsatz der RPM-Pakete, die Kompatibilität mit der Mutterdistribution Red Hat aufweisen, können die Käufer auf eine schier unerschöpfliche Quelle der Applikationen zugreifen, ohne diese neu kompilieren zu müssen. Der günstige Preis sollte aber nicht blenden. Anfänger sollten zu einer anderen Distribution greifen, damit der Ausflug in die Welt von Linux nicht zum Frust wird.

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