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Do, 7. Juni 2001, 00:00

Web-Texteditoren für Linux

Vorwort

Im Zeitalter des globalen Dorfes ist die Informationsvermittlung einfacher denn je. Wenn Sie etwa eine wertvolle Münzsammlung besitzen und diese einer breiten Öffentlichkeit vorstellen wollen, so bietet sich eine eigene Web-Site an. Mit dem geeigneten Editor ist eine solche Seite fix erstellt und schon bald können begeisterte Numismatiker von Wanne-Eickel bis Hong-Kong die Schätze Ihrer Kollektion im Web betrachten. Allein, wie bzw. mit welchem Werkzeug soll diese Seite erstellt werden?

HTML-Editoren für Linux gibt es wie Sand am Meer. Das Angebot der Programme ist so unterschiedlich wie die Applikationen selbst. Sind kleinere Projekte noch mit Hilfe grafischer sogenannter WYSIWYG-Editoren durchaus machbar, so wird man spätestens bei größeren Projekten dem Texteditor den Vorzug geben. Welcher Editor ist also für welchen Zweck am besten geeignet? Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier.

Welcher Editor darf's denn sein?

Wenn Sie Ihre Web-Site selbst erstellen möchten, müssen Sie zunächst klären, zu welchem Tool Sie greifen sollten. Auch unter Linux gibt es zahlreiche Applikationen, die Sie mehr oder minder bequem und erfolgreich ans Ziel bringen. Wenn Sie lediglich mit einer privaten Seite an die Weltöffentlichkeit treten möchten und keine großen Ansprüche an die Flexibilität des Webauftritts stellen, so werden Sie mit einem WYSIWYG-Editor (what you see is what you get) gut bedient sein. Damit können Sie in relativ kurzer Zeit eigene Seiten erstellen, ohne sich lange damit zu plagen, die erforderliche Programmiersprache Hypertext Markup Language (HTML) zu erlernen. Leider sehen solche Produkte in der Realität etwas anders aus, als es den Designern bei der Planung vorschwebte.

HTML-Texteditoren sind nicht nur bei der Seitengestaltung hilfreich (hier Bluefish mit PHP-Referenz)

demon (Mirko Lindner)

HTML-Texteditoren sind nicht nur bei der Seitengestaltung hilfreich (hier Bluefish mit PHP-Referenz)

Die meisten Editoren optimieren den Quelltext oder Sourcecode einer Homepage lediglich für einen einzigen Browser. Folge: Ihre Homepage, die am eigenen Monitor wunderschön aussieht, erscheint auf einem PC mit einem anderen Browser als einziger Textbrei. Noch breiiger wird's, wenn - was nicht selten der Fall ist - der jeweilige Browser eine Handoptimierung erfordert.

Da eine solche Überarbeitung des Codes HTML-Kenntnisse und sehr viel Zeit erfordert, greifen fast alle Betreiber bei der Erstellung von größeren Seiten zu so genannten Text-Editoren, um den erwähnten Textbrei zu vermeiden. Wer dies nicht macht, vergrault automatisch potenzielle Kunden bzw. Interessenten, die sich auf Ihrer Seite über Produkte oder andere Angebote schnell und effizient informieren möchten. Wer bei seinem Browser erst einmal die Bildschirmansicht und Schriftgrößen ändern muss, um die Web-Seite betrachten zu können, der surft schnell zu einem besser aufgemachten Web-Angebot.

Um eine Seite zu erstellen, reicht im Prinzip ein gewöhnlicher Texteditor. Wer aber nicht alle Befehle der HTML-Sprache auswendig kennt und sich dennoch an die Standards des World Wide Web Konsortiums (W3C) halten möchte bzw. mit wenig Aufwand zum Ziel gelangen will, der sollte sich einen solchen HTML-Editor ein wenig näher anschauen. Viele der kleinen Helfer enthalten Funktionen, die die Arbeit an komplexen Seiten erheblich erleichtern und unnötige Zwischenschritte verhindern. Solche Editoren gibt es eben auch für Linux. Eine Auswahl der bedeutendsten stellen wir hier vor.

August

August ist ein HTML-Editor auf Basis von Tcl/Tk (Tool Command Language/Tool Kit). Dahinter verbergen sich eine Skriptsprache und eine grafische Werkzeugsammlung. Dieser Editor läuft vor allem unter Linux und UNIX. Die Skriptsprache Tcl wurde ursprünglich für die Plattformen UNIX, Macintosh sowie 32-Bit-Windows konzipiert. Somit kann August auf nahezu allen Plattformen benutzt werden, für die auch Tcl/Tk verfügbar ist. Neben fundamentalen Funktionen, die kein Editor missen sollte, verfügt die Anwendung über eine Reihe von nützlichen Zusatzoptionen. Leider ist die Oberfläche der Applikation viel zu überladen, was dazu führt, dass manch nützliche Funktion übersehen wird. Es passiert nicht selten, dass August-Benutzer erst nach einer gewissen Zeit eine Funktion entdecken, die sie bis dato für nicht-existent hielten.

Der HTML-Texteditor August

demon (Mirko Lindner)

Der HTML-Texteditor August

Andere Funktionen, die das Leben eines Designers erleichtern, suchen Sie bei August leider vergebens: So z.B. die automatische Ermittlung der Bildgröße oder aber eine Grafikvorschau. Da Sie für die Weiterverarbeitung die Bildgröße benötigen, müssen Sie Grafiken folglich erst in einem geeigneten Bildbearbeitungsprogramm wie "The Gimp" öffnen, um die gewünschte Angabe zu ermitteln. Ferner weist das Syntax-Highlighting einige Schwächen auf. Die von August erkannten Tags werden lediglich in einer Farbe dargestellt. Eine interne Vorschau des Dokuments fehlt ebenso. Eine der Stärken von August stellt allerdings die Template-Funktionalität der Applikation dar. Ohne größeren Aufwand ist es unter August möglich, ein Grundgerüst einer Homepage als so genanntes "Template" zu speichern und dieses dann um die gewünschten Inhalte zu erweitern. So eine Vorgehensweise spart vor allem bei größeren Projekten enorm Zeit und erleichtert die Arbeit ungemein.

  • Vorteil: Läuft auf allen gängigen Plattformen; umfangreiche Funktionen
  • Nachteil: Automatische Ermittlung der Bildgröße sowie Grafikvorschau fehlen.
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