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So, 7. Dezember 2003, 00:00

Der eigene Webserver

Von Michael

Vorwort

Der eigene Webserver

Michael Flaig

Der eigene Webserver

In dieser Buchbesprechung möchte ich Ihnen das Buch "Der eigene Webserver" von Michael Hilscher etwas genauer vorstellen. Erschienen ist dieses Werk in diesem Jahr (2003) beim Verlag Galileo Press.

Eins möchte ich gleich vorweg nehmen, denn wenn Sie nun beim Titel "Der eigene Webserver" sofort an ein Apache-Buch denken, dann liegen Sie da nicht ganz richtig. Dieses Buch verspricht weit umfangreicher zu sein und die Themen Web-, FTP- und Email-Server abzudecken und somit "komplettes Know-how für den dedizierten Webserver" zu bieten.

"Das Buch stellt Ihnen praxisnah und mit zahlreichen Beispielen Aufbau, Betrieb und Administration eines Server vor. [...] Angefangen von der Wahl des Hosters und der Hardware bis hin zu rechtlichen Fragen, von Sicherheitsaspekten oder der Überwachung der Speicherauslastung, bietet das Buch das komplette Know-how für den Betrieb Ihres eigenen Servers", beschreibt der Autor sein Werk auf der Rückseite des Einbandes.

Eindrücke

Auf den fast 460 Seiten des Buches vermittelt der Autor das nötige Wissen, um einen dedizierten Server erfolgreich aufzubauen und zu betreiben. Als sehr gelungen empfinde ich, dass sich der Autor nicht auf eine Distribution festgelegt hat, sondern sowohl Debian als auch SuSE und Red Hat beschreibt. Abgerundet wird die Wahl des Betriebssystems mit OpenBSD, das hier aufgrund der hohen Grundsicherheit und Stabilität die BSD-Derivate repräsentiert. Debian "Woody", SuSE-Installations-CD und OpenBSD-Installationsdisketten befinden sich auf der mitgelieferten CD. Auf der CD finden sich auch Tools für Windows (z.B. Putty, WinSCP ...) und weitere Software.

"Der eigene Webserver" soll aber keinesfalls die Installation von OpenBSD oder den Linux-Distributionen beschreiben. Dies ist Aufgabe der Handbücher zu der jeweiligen Distribution. Der Leser wird beraten, welche Features, sowie Vor- und Nachteile die besprochenen Betriebssysteme haben und so bei der Entscheidung für das für ihn passende System unterstützt. Nach der Wahl des passenden Betriebssystems führt das Buch durch sämtliche auf einem dedizierten (Web-)Server eingesetzten Dienste, darunter Apache, Tomcat, Bind, Postfix usw. bis hin zum Absichern des Servers.

Kapitelstruktur

Das Buch gliedert sich in acht Hauptkapitel, die in weitere Unterkapitel unterteilt sind. Insgesamt ist das Inhaltsverzeichnis gut strukturiert und verschafft dem Leser so einen guten Überblick. Das Inhaltsverzeichnis umfasst mehrere Seiten und ist in etliche Abschnitte unterteilt.

1. Einführung:

Neben dem üblichen Vorwort und den Arbeitsvoraussetzungen beschreibt der Autor Michael Hilscher in der Einführung die Geschichte von UNIX, BSD und natürlich Linux. Direkt im Anschluss geht es flüssig über zur Frage "Welches System ist für mich das richtige?". Da das Buch auf den eigenen Server abzielt, hat der Autor aus den unzähligen Linux-Distributionen und BSDs bereits vorselektiert und stellt Debian, SuSE, Red Hat und OpenBSD einander gegenüber. Leser, für die Open-Source-Betriebssysteme Neuland sind oder die Linux nur von dem Desktop kennen, ist diese Übersicht durchaus gelungen, da sie auch Themen wie Updates im Betrieb, Support (Mailinglisten, Dokumentation und kommerziell) und Lebenszeit der Distributionen (wie lange man Sicherheits-Updates erhalten kann) beleuchtet.

2. Erste Schritte:

In diesem Kapitel erhält der Leser einige nützliche Informationen zur Installation und zum Paketmanagement der besprochenen Distributionen, aber auch allgemeiner Natur, z.B. der Wahl des Dateisystems oder der Partitionierung. Der Autor legt danach sofort los mit einem Crashkurs durch die Grundbefehle, die zur täglichen Arbeit an der Konsole benötigt werden. Sinnvoll gestaltet ist auch die Einführung in die Editor-Programme pico (nano) und vi(m). Für den Einsteiger ist vi immer ein Monster und der Autor versucht dieses Problem mit einer Tabelle der wichtigsten Kommandos zu beseitigen. Weiter wird beschrieben, wie man mit locate, find und grep Dateien und Inhalte findet, welches Kommando für die Prozessverwaltung wichtig sind und wie sie funktionieren. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird dem Leser das Rechtesystem, das Verwalten von Benutzer-Accounts und der Umgang mit der Shell näher gebracht. Die Einführung zu sudo hätte etwas ausführlicher ausfallen können. Insgesamt ist dieses Kapitel aber gut gelungen.

Zu Ende des Kapitels folgen dann die etwas komplizierteren Grundlagen. Michael Hilscher beschreibt hier die Konfiguration der Bootloader, die Netzwerkkonfiguration von GNU/Linux und OpenBSD, das manuelle Installieren von Software (kompilieren), die Startskripte von GNU/Linux und OpenBSD und das Erstellen (kompilieren) eines eigenen Kernels. Das Unterkapitel "Der eigene Kernel" geht für den Leser, der noch keinen Kernel kompiliert hat, so denke ich, nicht tief genug.

3. Wichtige Serverdienste:

In diesem Bereich dreht sich alles um die Serverdienste, angefangen mit OpenSSH, weiter mit Domain Name Server System, über Apache, Tomcat und MySQL zu Mail- und FTP-Server. Positiv fällt auf, gleich zu Beginn des Kapitels OpenSSH zu beschreiben mit dem Sicherheitshinweis, den Telnet-Dienst (sofern installiert) zu entfernen.

Als Domain Name Server wird BIND und dessen Konfiguration beschrieben. Dem Autor ist es gelungen, auf nur zehn Seiten alles für den angehenden Hostmaster Wichtige zu DNS, Bind und Domains zusammenzufassen, was normalerweise ganze Bücher füllt.

Zum Unterkapitel Apache zieht der Autor den Apache 2 heran, der sich bei den Distributionen noch nicht als Standard durchsetzen konnte. Daher beginnt der Bereich zu Apache mit der Kompilierung aus den Quellen, erstreckt sich über die Konfiguration, den Zugriffsschutz, SSL bis zu Logdateien und Auswertungen. Ebenfalls mit eingearbeitet ist die Installation und Konfiguration von PHP und CGI (mit Perl/Python).

Im nächsten Bereich dreht sich alles um den Server Tomcat. Dies ist ein eigenständiger Server, der Java Servlets und JSP (Java Server Pages) ausführen kann. Die Installation wird "from scratch" also aus dem Quellcode beschrieben.

Beim Unterkapitel MySQL geht es weniger um die Installation (jede Distribution bietet ein MySQL-Paket), sondern mehr um die Absicherung, Administration und Optimierung.

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