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Mi, 13. Dezember 2000, 00:00

Installation und Gesamteindruck der Halloween V Distribution

Halloween V ist mit zehn CDs für 49,90 DM eine sehr preisgünstige Linux-Distribution. Sie basiert auf Red Hat 7 GPL. Sie ist aktualisiert, verbessert, besser internationalisiert (vor allem auf deutsch) und mit einem netten neuen Logo versehen.

Vorwort

Halloween 5 CD

Reinhard Katzmann

Halloween 5 CD

Anfang Dezember habe ich die Halloween V CDs bekommen. Wie angekündigt, war dies ein Paket von zehn CDs. Sehr geschickt finde ich die Anordnung der Hüllen, so hat man auf einen Blick alle CDs, besonders wenn man links noch neben jeder CD hinschreibt, was darauf ist ;-)

Die Halloween V ist mit zehn CDs für 49,90 DM eine sehr preisgünstige Linux-Distribution. Sie basiert auf Red Hat 7 GPL. Sie ist aktualisiert, verbessert, besser internationalisiert (vor allem auf deutsch) und mit einem netten neuen Logo versehen :-).

Installation

Ich habe einen AMD K6-2 450 / Asus P5A Rechner mit 196 MB RAM und zwei IDE Festplatten, von der ich 4 Gigabyte der zweiten Platte für die Halloween V investiert habe (und damit RedHat 7 Beta rausgeschmissen habe ;-). Ich habe einen Brenner und ein SCSI-CDROM-Laufwerk (bootfähig). Dazu kommt ein Canon BJC-6000 Drucker, eine WinTV Hauppauge Karte, eine DVB-Satellitenkarte, ein US Robotics Modem und eine Soundblaster Live (Emu10K1) Karte. Alle Geräte funktionieren tadellos unter Linux mit einer anderen Distribution, die ich hier nicht nennen möchte (nicht alle jedoch werden bei der Installation oder erstem Booten erkannt). Die Grafikkarte ist eine Diamond Viper 550, Netzwerkkarte eine einfache Realtek-Karte (ne2k-pci-kompatibel). USB-Unterstützung und ISDN konnte ich mangels Hardware und Anschluß nicht testen.

Von CD booten klappte problemlos, und die CDROM-Laufwerke wurden tadellos erkannt. Das erste, was mir auffiel, war die Aufforderung, daß ich mich bei www.redhat.com/now registrieren lassen soll. Ob dies wohl auch auf die Halloween V zutrifft? Am Ende der Installation kommt eine ähnliche Aufforderung (Fehler bei redhat.com/errata melden).

Ich habe eine benutzerdefinierte Installation gewählt und zum Partitionieren Disk Druid. Dieser hat die Partitionen von beiden Festplatten erkannt und Ich konnte die mount-Punkte zuweisen. Leider konnte ich den Partitionstyp nicht ändern, sondern nur die Partition löschen und dann eine Partition mit einem anderen Partitionstyp anlegen. Richtig vermisst habe ich Unterstützung für ReiserFS-Partitionen. Hier muß ich einen Patch in die Kernel-Quellen einspielen, um meine anderen ReiserFS-Partitionen einbinden zu können, wie meine Backup-Partition.

Als nächstes wurden die Benutzeraccounts angelegt. Hier habe ich lediglich eine Möglichkeit vermißt, Benutzergruppen auszuwählen. Typische Beispiele: floppy für Disklaufwerke, cdwriter für Brenner, games für Spieleuser. Einen besonderen Sicherheitsgrad kann man nicht auswählen. Für die Paketauswahl habe ich eine individuelle Paketauswahl gewählt. Dabei mußte ich feststellen, daß die Abhängigkeiten nicht bei der Auswahl eines RPM-Paketes getestet und automatisch aufgelöst werden, sondern erst hinterher, wenn man alles fertig ausgewählt hat. Bei mir war zwar nur ein Paket davon betroffen, ich kenne aber auch ziemlich gut die Abhängigkeiten zwischen den RPM-Paketen. Ein etwas unbedarfterer Benutzer hätte sicher Probleme, hinterher Pakete zu deselektieren, wenn er sich gegen die Installation entscheidet in so einem Fall. Bei der Internationalisierung fiel mir nur auf, daß aspell-de nicht automatisch ausgewählt war.

Ein "Win-Fetisch" fiel mir auf: Installation wird vorbereitet ;-) Die Installation verlief schnell (ca. 19 Minuten für 1,5 GB) und die Zeitanzeige schwankte kaum (19 Minuten nach 1/5, 18 Minuten nach 4/5 der Installation). Probleme traten keine auf. Einmal wurde die zweite Installations-CD verlangt. Andere CDs wurden nicht verlangt. Ich hatte beinahe befürchtet, daß ich noch hinterher die CDs von Hand oder mit einem der RPM-Tools durchforsten muß.

Die X-Konfiguration nach der Installation hat meinen Grafik-Chipsatz erkannt, jedoch nicht meine Grafikkarte, die ich dann von Hand ausge- wählt habe. Leider wurde auch die Speichergröße nicht richtig erkannt, aber in der Hilfe darauf hingewiesen, daß man sie auswählen soll (bei mir 4 MB statt 16 MB). Über die 3D-Unterstützung habe ich keine Ausagen gefunden an dieser Stelle.

Die Netzkonfiguration verlief unproblematisch. Ein PPP-Netz über Modem wird leider bei der Installation nicht angeboten. LILO wird als einziger Bootloader unterstützt. Da ich bereits einen Bootloader installiert habe, verzichtete ich auf die Installation (mit Ausnahme der Bootdiskette). Ich verwende den Bootloader grub, dessen Kommandozeile man noch beim Start anpassen kann (für Testen von Framebuffer-Einstellungen beispielsweise), was ich sehr geschickt finde. Dieser wird leider nicht unterstützt.

Konfiguration

Weitere Hardware-Konfiguration gibt es leider nicht bei der Installation. Nach dem Neustart, wo freundlicherweise die CD automatisch ausgeworfen wird, wurde mir vom Hardware-Erkennungsprogramm kudzu mitgeteilt, daß alle SCSI-Geräte fehlen und daß er die Konfigurationsdaten auf Wunsch entfernt, was ich natürlich abgelehnt habe (das sind vor allem die Links in /dev: /dev/cdrom, /dev/cdrom1, /dev/zip). Leider wurde trotz Eintrag des SCSI-Hostadapters in /etc/modules mit dem mount-Befehl der Treiber nicht eingebunden. Dies mache ich, bis ich einen neuen Kernel konfiguriert habe, von Hand. Die modules.conf sieht nach der Installation des NVidia-Kernel Treibers von der Tools-CD 7 so aus:

alias scsi_hostadapter AM53C974
alias eth0 ne2k-pci
alias parport_lowlevel parport_pc
alias char-major- NVdriver

Der letzte Eintrag sollte wohl sein "alias char-major-195 NVdriver" vermute ich (zumindest bei meiner anderen Distribution hat sich der Treiber so eingetragen). Was fehlt und definitiv erkannt wurde ist also meine TV-Karte und vor allem die Soundkarte. Deswegen habe ich als nächstes die /etc/sysconfig/hwconf (Kudzu-Konfigurationsdatei) untersucht.

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