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Mi, 6. April 2005, 00:00

Das Foresight Linux-Projekt

Interview mit Ken VanDine

Pro-Linux stellt Ihnen heute das noch sehr junge, freie Foresight Linux-Projekt vor. Angefangen hatte alles mit einer Frage an Ken van Dine zum Mission-Statement des Projektes. Schnell erklärte sich Ken VanDine einverstanden, an einem per Mail geführten Interview teilzunehmen. Es geht in dem Interview vor allem um die Hintergründe und den gegenwärtigen Status von Foresight Linux.

Ken van Dine

Thomas Schönhoff

Ken van Dine

PL: Ken, könntest du unseren Lesern etwas zu deinem persönlichen Hintergrund erzählen?

KV: Ich lebe gegenwärtig in Durham, NC (USA) und bin im IRC auf Freenode als kenvandine unterwegs. Seit elf Jahren habe ich beruflich mit Linux zu tun und bin Unterstützer von Open-Source-Software, mit Erfahrungen im IT-Management in kleineren Linux-Shops ebenso wie in großen »Fortune 50«-Firmen. Dabei habe ich Erfahrungen mit den Schwächen im Management großer Linux-Systeme gemacht. Ich habe den Traum, ein System zu entwerfen, das mühelos von einer durchschnittlichen Heim-Installation auf eine Unternehmens-Installation mit 30.000 Systemen skaliert werden kann.

PL: Seit wann interessierst du dich für freie Software? Wie sieht deine persönliche Geschichte mit freien Software-Projekten aus?

KV: 1994 habe ich Linux gefunden, oder besser, es hat mich gefunden! Seitdem habe ich diese Leidenschaft für OSS. Im Laufe der Jahre habe ich auf vielfältige Weise zu freier und offener Software beigetragen. Dazu zähle ich Jahre des Engagements auf Mailinglisten und Test von Software. Zahlreiche Beiträge zu verschiedenen Projekten, besonders sichtbar in meinen Beiträgen zum Projekt MythTV. Ich habe das Foresight Linux-Projekt gestartet in der Hoffnung, dass sich eine Community bildet, und wünsche mir ein wachsendes Engagement neuer Mitstreiter.

PL: Welche Rolle spielst du aktuell innerhalb des Foresight Linux-Projekts?

KV: Ich bin zugleich Gründer und Manager. Das Projekt ist sehr auf die Community ausgerichtet und genießt enorme Aufmerksamkeit durch viele beitragende Mitstreiter, was einfach großartig ist! Ich koordiniere die Kommunikation innerhalb des Projekts und manage auch die einzelnen Releases.

PL: Erzähle bitte etwas mehr über die Geschichte des Projekts.

KV: Wir sind noch ein relativ junges Projekt. Ich habe eine ziemlich lange Geschichte mit der Administration von großen Linux Systemen. Leider arbeiteten die meisten Paketmanagement-System nicht wirklich gut in großen IT-Umgebungen. Natürlich ist die Situation etwas besser, seitdem es Apt/Deb oder YUM gibt, aber ehrlich, auch diese Systeme werfen mehr Probleme auf, als sie tatsächlich lösen. Beide arbeiten nur dann hervorragend, solange du Zugriff auf die entsprechenden Quellen von Paketen hast.

Conary kann die Probleme bisheriger Paketmanagement-Systeme, besonders im Hinblick auf Namensgebung und Versionierung von Paketen, besser lösen. Nehmen wir mal an, du willst Abiword aus dem Foresight Haupt-Repository installieren. Etwas später fügst du noch ein paar weitere Repositorien zum Installationspfad dazu, darin befindet unter anderem auch eine neuere Version von Abiword. In dieser Situation wird nur das Abiword aus dem Haupt-Repository von Foresight Linux upgedatet. Warum das so bedeutsam ist? Weil das Updaten von Paketen, die aus den selben Quellen gebaut wurden, einfach mehr Stabilität bringt, denn verschiedene Paketbauer tun manchmal radikal unterschiedliche Sachen. Wenn das so ist, dann kann man einfach das geeignete Repository auswählen und von dort aus seine Updates vornehmen.

Nun, das ist ein sehr verwickeltes Beispiel... macht aber die Probleme deutlich, mit denen ich es bisher immer zu tun hatte.

Ein anderes Projekt, das ich im Zusammenhang mit Foresight Linux gestartet habe, ist Oversite. Oversite ist ein administratives Programm, dass sehr gut mit Conary harmoniert.

Noch ist Oversite ziemlich jung, aber eines Tages wird es viele Low-Level Konfigurationsaufgaben leisten können. Es wird Web-Funktionen bieten, die sowohl den Bedürfnissen großer Unternehmen als auch neuen Heimnutzern gleichermaßen entsprechen sollen. Da ist noch einiges zu erwarten.

PL: Was ist die Mission von Foresight Linux? An wen richtet sich diese neue Distribution?

KV: Unsere Mission ist, eine hochwertige Desktop-Distribution aufzubauen, die neu gewechselte ebenso wie fortgeschrittene Benutzer anspricht. Wir wollen damit den erstaunlichen Fortschritt von GNOME, insbesondere der verwendeten Technologien, demonstrieren.

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