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So, 17. Oktober 2004, 00:00

Muvo² unter Linux

Creatives kleiner MP3-Player Muvo² lässt sich auch unter Linux mit neuer Musik versorgen. Dieser Artikel erklärt die nötigen Schritte.

Creative Muvo

Julius Stiebert

Creative Muvo

Einleitung

Creatives Muvo² ist ein kleiner MP3-Player, der mit zwei verschiedenen Speichergrößen erhältlich ist. Die 1,5 GB-Variante ist schon länger erhältlich. Besonders die neuere 4 GB-Version jedoch kann überzeugen. Hierin kommt ein original Hitachi Microdrive zum Einsatz. Einziges Manko des Muvo² ist, dass er kein Ogg Vorbis unterstützt. Wem das aber nicht wichtig ist, der wird sicher seine Freude an dem kompakten MP3-Player haben. Der Player lässt sich auch mit einem Linux-PC verbinden, obwohl das freie Betriebssystem offiziell nicht unterstützt wird. Nur einige kleine Schritte sind dafür nötig. Dieser Artikel erklärt, welche Vorbereitungen getroffen werden müssen.

Kernel und Hotplug

Um die Kernel-Konfiguration braucht sich in der Regel niemand mehr kümmern. Alle modernen Distributionen bringen den notwendigen USB-Support bereits mit. Auf jeden Fall muss aber ein Kernel der 2.4er- oder 2.6er-Serie genutzt werden. Auf dem Testsystem lief ein Kernel 2.6.7. Neben der eigentlichen USB-Unterstützung muss der Kernel auch »USB Mass Storage support« mitbringen. Da der Muvo² eine USB-2-Schnittstelle hat, sollte auch das ehci-hcd-Modul geladen werden. Vorausgesetzt, der Computer verfügt ebenfalls über USB 2. Außerdem muss »VFAT (Windows-95) fs support« ausgewählt werden, damit Linux auf das FAT16-Dateisystem des Players zugreifen kann.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann theoretisch schon auf den Muvo² zugegriffen werden. Allerdings sollte vorher noch hotplug installiert werden. Denn erst mit den Linux Hotplug-Skripten kann der Player sofort, nachdem er angeschlossen wurde, auch eingesetzt werden. Hotplug weist dem Player nicht nur einen Device-Namen zu, sondern lädt bei Bedarf auch Module nach. Die verschiedenen Distributionen bringen entsprechende Pakete schon mit. Meistens heißt das Paket auch einfach »hotplug«.

Ist auch hotplug installiert und läuft, kann der Player angestöpselt werden. Auf der Konsole sollte nun eine Meldung erscheinen:

usb 1-1: new full speed USB device using address 2
Initializing USB Mass Storage driver...
scsi1 : SCSI emulation for USB Mass Storage devices
 Vendor: CREATIVE Model: MuVo^2 (uHDD) Rev: 0001
 Type: Direct-Access ANSI SCSI revision: 02
SCSI device sdb: 7958527 512-byte hdwr sectors (4075 MB)
sdb: assuming Write Enabled
sdb: assuming drive cache: write through
 /dev/scsi/host1/bus0/target0/lun0: unknown partition table
Attached scsi removable disk sdb at scsi1, channel 0, id 0, lun 0
usbcore: registered new driver usb-storage
USB Mass Storage support registered.

Die Ausgabe kann natürlich auch etwas anders aussehen. Ist in einem System kein weiteres SCSI-Device vorhanden, würde der Muvo² beispielsweise als sda eingebunden. Davon, dass die Partitionstabelle nicht gelesen werden kann, darf man sich nicht stören lassen.

Mounten und Kopieren

Die Voraussetzungen, um den Muvo² ins Dateisystem einzubinden, sind nun geschaffen. Als erstes sollte nun der Mount-Punkt erstellt werden. Als Root man auch ein anderes Verzeichnis wählen. Nun gilt es noch, die Datei /etc/fstab mit dem bevorzugten Editor zu bearbeiten. Hier muss folgende Zeile eingefügt werden:

/dev/sdb /media/muvo auto defaults,user,noauto 0 0

Fortan kann der Player ganz einfach mit mount /dev/sdb gemountet werden - auch als normaler User. MP3s werden einfach nach /media/muvo kopiert. Dabei ist zu beachten, dass der Muvo² nur eine Verzeichnisebene verwalten kann. Kopiert man also das Verzeichnis "Album1", darf dieses keine weiteren Unterverzeichnisse enthalten - andernfalls werden die Dateien darin einfach ignoriert. Am besten kopiert man also immer mit cp -r Album1 /media/muvo komplette Ordner, denn diese lassen sich so dann auch auf dem Player zum Abspielen wählen. Wer es lieber grafisch mag, kann natürlich auch einen Dateimanager unter der bevorzugten grafischen Oberfläche nutzen, um auf den Player zuzugreifen. Der Konqueror beispielsweise zeigt den gemounteten Muvo² schon im Gerätebaum an (siehe Screenshot).

Wichtig ist allerdings, dass der Muvo² immer erst ungemountet wird, bevor das USB-Kabel abgezogen wird. Ähnlich wie bei Disketten werden in diesem Moment nämlich noch Dateien auf den Player geschrieben. Vergisst man diesen Schritt also, sind die kopierten MP3-Dateien unter Umständen gar nicht da.

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