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Mo, 27. Januar 2003, 00:00

Der Aufbruch in eine neue Ära - Athlon 64 im Test

Namhafte Linux-Distributoren arbeiten an einer Portierung von Linux auf die Athlon 64-Bit-Architektur und zeigen seit geraumer Zeit erste Systeme mit teilweise beeindruckenden Testergebnissen.

Während die Windows-Unterstützung der Athlon 64-Architektur immer noch in Kinderschuhen steckt und Microsoft die Beta-Tester erst kürzlich mit einer neuen Version beglückte, arbeiten namhafte Linux-Distributoren an einer Portierung von Linux auf die Athlon 64-bit-Architektur und zeigen seit geraumer Zeit erste Systeme mit teilweise beeindruckenden Testergebnissen. Pro-Linux schaute sich die Nürnberger SuSE-Distribution für die Athlon 64-Familie an und testete eine der Beta-Versionen auf einem AMD Athlon 64-System über drei Wochen lang im produktiven Einsatz.

Hammer für Linux - Der Hammer?

Die recht geringen Verbesserungen, die der neue Thoroughbred-Kern der Athlon-XP-Baureihe bringt, dürften viele potenzielle AMD-Kunden enttäuscht haben. Diese Tatsache dürfte sich nicht nur in der Einführung der QuantiSpeed-Bezeichnung wiederspiegeln, die statt der wirklichen internen Taktfrequenz die (laut AMD) Verbesserung der Rechenleistung im Vergleich zu den alten Thunderbird-Athlons beziffert. AMD kommt im Gigahertz-Wettstreit mit Intel zunehmend in die Klemme.

Die Architektur des Athlon64 Prozessors

demon (Mirko Lindner)

Die Architektur des Athlon64 Prozessors

Abhilfe aus dem Dilemma sollen die in der SOI-Technik (Silicon-on-Insulator) gefertigten Hammer-Prozessoren bringen, die 32-Bit-Software deutlich schneller verarbeiten sollen und darüber hinaus eine x86-64-Befehlssatzerweiterung beinhalten. Die neue Architektur des amerikanischen Unternehmens soll, wenn es nach AMD geht, Maßstäbe setzen. Anders als beim Intel Itanium, der als 64-Bit-EPIC-Prozessor fungiert und 32-Bit-Code nicht gerade mag, sieht AMD die x86-64-Technik als nützliche Zusatzfunktion eines schnellen 32-Bit-Kerns. Die Einführung der 64-Bit-tauglichen Prozessorfamilie war ursprünglich für Anfang 2002 geplant und wurde schon mehrfach verschoben. AMD dürfte somit immer noch im Rahmen liegen - Itanium verspätete sich ebenfalls um ein Jahr.

Im Gegensatz zu Intels Itanium-Architektur vermag der Prozessor nicht nur 64-bit-Anwendungen, sondern auch 32-bit-Code auszuführen. Den Pferdefuß für ein schnelles System stellt allerdings im Moment das Betriebssystem dar, welches erst an die 64-bit-Umgebung angepasst werden muss und darüber hinaus den erweiterten Befehlssatz des Prozessors nutzen sollte - eine Aufgabe, die unter Linux bereits durchgeführt wurde und zum Teil beeindruckende Ergebnisse liefert.

Viele Distributoren nahmen sich der Aufgabe an und passten ihre Systeme auf AMDs neuesten Sprößling an. Allen voran das Nürnberger Unternehmen SuSE leistet einen enormen Beitrag an der Anpassung und Erweiterung von Linux an die neue AMD Athlon 64-Architektur. Der für die Arbeiten beschäftige Andreas Jäger stellt nicht nur einen der wichtigsten Entwickler dar, sondern ist auch einer der ersten Ansprechpartner in Sachen AMD Athlon 64 für Linux. Neben SuSE portieren auch Mandrake, Red Hat und weitere Unternehmen ihre Produkte auf den ehemals unter dem Namen »Hammer« vorgestellten Prozessor.

Die Home-Variante des Hammer-Prozessors - Athlon 64

AMD

Die Home-Variante des Hammer-Prozessors - Athlon 64

Server oder Desktop?

Im Serverbereich sind 64-Bit-Prozessoren seit Jahren etabliert. Sun, IBM und weitere Hersteller vertreiben nicht erst seit gestern ihre 64-Bit-Maschinen. Intels IA64-Architektur in Form der Itanium-Prozessoren scheint sich aber nur schleppend zu verkaufen, trotz der Tatsache, dass sowohl Microsoft mit Microsoft Windows 2000 Advanced Server, Limited Edition, wie aber auch die freie Linux-Community die Plattform bereits seit längerer Zeit unterstützen. Nun soll AMD mit der unter dem Namen »Opteron« vorgestellten Server-Variante größere Erfolge verbuchen.

Der Clou scheint allerdings nicht die Anpassung des Prozessors auf Server-Systeme zu sein, sondern die Alltagstauglichkeit von Hammer für Belange der Heim- und Office-Nutzer. Während der Itanium-Server einer Waschmaschine gleicht, präsentiert sich das Gehäuse des Desktop-Hammers, Athlon 64, wie ein normales Gehäuse. Ein Tower, wie er auch im Supermarkt zu finden sein dürfte, passt unter jeden Schreibtisch und ist zugleich leiser als der Kollege aus dem Hause Intel. Obgleich hinzuzufügen wäre, dass die Lüfter, die das Athlon-System kühl halten sollen, nicht zu den leisesten ihrer Art gehören.

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