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Di, 15. Dezember 2009, 00:00

Erfahrungsbericht zum Wacom Bamboo

Stifttabletts unter Linux

Wer viel mit Fotos und anderen Grafikanwendungen arbeitet, kommt vielleicht auf die Idee, in ein Stifttablett zu investieren. Dass dies auch unter Linux sehr lohnenswert sein kann, zeigt der folgende Erfahrungsbericht.

Schon vor vielen Jahren, womöglich aber auch erst seit kurzem, hat man seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckt. Die alte Analogfilm-Kamera ist schon vor einiger Zeit gegen ein neues digitales Äquivalent eingetauscht worden. Sei es nun ein kleines handliches Gerät oder eine große, schwere und vor allem leistungsfähige Spiegelreflex, die auf dem Tisch steht ­ Bedarf an kleinen und großen Korrekturen an den Aufnahmen besteht immer.

Für all diese Korrekturen, oder manchmal auch nur Spielereien, bedarf es natürlich eines fähigen Grafikprogramms bzw. je nach Einsatz einer ganzen Hand voll verschiedener Applikationen. Wenn man in der Welt von Windows oder Apple zu Hause ist, wird man wohl spontan »Adobe Photoshop« rufen, auch wenn es viele Alternativen gibt. Wer eine der vielen Linux-Distributionen auf seiner Festplatte nutzt, wird wohl eher auf GIMP zurückgreifen wollen. Doch ganz egal, auf welchem Wege man seine Fotos digital aufwerten möchte, ist auch die Wahl des richtigen Werkzeugs entscheidend. Dabei spielen freilich Monitor und Hardware des PC eine Rolle. Viel wichtiger für die Arbeit am virtuellen Lichtbild dürfte aber das jeweilige Eingabegerät sein.

Wer oft am PC sitzt, seine Fotos organisiert und verbessert, oder gar künstlerisch mit ihnen arbeitet, der wird vor allem bei komplexeren Tätigkeiten wie dem Freistellen von Objekten, beim Bearbeiten von Details, der Arbeit mit Masken, bei Verläufen, Farbspielereien u.ä. die Grenzen der Maus zu spüren bekommen. Leider kommen irgendwann auch gute und präzise Lasermäuse nicht mehr mit den Ansprüchen des Lichtbildners mit.

»Back to the roots« ­ von der Maus zum Stift

Die natürlichste Variante für die bildgestalterische Arbeit wäre natürlich das Zeichnen mit einem Stift, lernt man es doch mit diesem schon von Kindesbeinen an. Dabei hat man als gewillter Nutzer gleich verschiedene Möglichkeiten. Die wohl dem Zeichnen per Hand am Nächsten kommende Variante wäre ein Tablet-PC oder ein Bildschirm, der auch auf die Eingabe von Stiften reagiert. Jedoch wird man als Otto-Normal-Verbraucher schnell feststellen, dass man für solche Geräte eine sehr pralle Geldbörse mitbringen sollte. So kostet ein kleines Wacom Cintiq 12WX mit 12-Zoll-Display schon um die 1000 Euro, ein 21-Zoll-Monitor von Wacom schlägt gleich mit dem doppelten Preis zu Buche. Selbst für günstige Varianten sollte man rund 600 Euro einplanen. Es gilt also einen Mittelweg zu finden ­ diesen bilden die sogenannten Stift-Tabletts. Diese sind kleine »Bretter« die anstelle des Monitors auf die Stifteingabe reagieren. Natürlich ist damit eine kleine Eingewöhnung nötig ­ schließlich zeichnet man quasi »neben dem Bildschirm auf dem Bildschirm«. Dennoch sind die Tabletts die günstigste Möglichkeit, sehr präzise zu arbeiten.

Die Treiber-Frage

Der de-facto Marktführer in Sachen Stift-Tabletts ist der Hersteller Wacom. Natürlich gibt es auch Alternativen auf dem Markt: Die Fotozeitschrift »FOTO Hits« nennt zum Beispiel in Ausgabe 9/2009 die Tabletts von Aiptek, welche wohl auch sehr gut, günstig und teils größer sind.

Wer nun auf einem Linux-System seiner Kreativität freien Lauf lassen möchte, steht natürlich zunächst vor der Frage: »Gibt es denn Treiber?« Sie kann glücklicherweise mit einem deutlichen »JA!« beantwortet werden ­ zumindest in Hinsicht auf den Marktführer Wacom. Zwar gibt es von offizieller Seite keine Treiber, sondern man beschränkt sich in Sachen Support auf MAC und Windows, aber immerhin wird auf der Website auf das »Linux Wacom Project« hingewiesen. Demnach gibt es einen freien Treiber für Wacom Stift-Tabletts. Dieser funktioniert normalerweise tadellos, muss jedoch, wenn nicht in der eigenen Distribution schon eingepflegt, selbst kompiliert werden. Für Anfänger ist das zunächst eventuell etwas schwierig, aber immerhin ein Grund, sich vielleicht das erste Mal an das Kompilieren heran zu trauen. Auch gibt es sehr ausführliche Beschreibungen und Anleitungen auf den Websites ­ jedoch nur in Englisch. Wenn man eine aktuelle Ubuntu-Variante verwendet, in meinem Fall Jaunty Jackalope 9.04, lässt sich der Treiber einfach per

sudo apt-get install xserver-xorg-input-wacom

aus den Quellen installieren, falls er nicht schon installiert sein sollte. An sich gibt es nur zu beachten, dass es auch ein Programm gibt, welches sich »wacom-tools« nennt, dieses sollte ebenfalls per

sudo apt-get install wacom-tools

installiert werden, um später alle möglichen Einstellungen konfigurieren zu können. Das praktische »wacomcpl« lässt sich leider nur verwenden, wenn man noch ein Ubuntu einsetzt, dass per xorg.conf konfiguriert wird, beispielsweise die LTS Hardy Heron 8.04. Die neueren Versionen von Ubuntu setzen auf HAL, was ein paar kleine Schwierigkeiten mitbringen kann. Außerdem sind die Treiber je nach Distribution schon zu alt, um die aktuellsten Tabletts zu unterstützen, wodurch das Selberkompilieren nötig werden kann.

Wenn man auf ein alternatives Stift-Tablett vertrauen möchte, sollte man sich erst nach Treibern für dieses bzw. deren Linux-Kompatibilität erkundigen. Mag man einigen Einträgen im Internet glauben schenken, funktioniert der Wacom-Linux-Treiber auch mit Geräten anderer Hersteller ­ dies angeblich sowohl für Stift-Monitore als auch andere Tabletts, allerdings nur, wenn dieser Hersteller im Hintergrund ebenfalls auf Wacom-Technik setzt oder einfach Glück im Spiel ist. Laut dem Wacom Linux Project werden aktuell alle Geräte unterstützt, außer die ganz neuen Pen & Touch, welche es ermöglichen, die Tabletts als riesiges Touch-Pad zu nutzen.

Kommentare (Insgesamt: 3 || Alle anzeigen || Kommentieren )
zu schnell (welches ubuntu?, Do, 18. Februar 2010)
welches ubuntu? (betriebssystem, Do, 18. Februar 2010)
Cellwriter (Alex, So, 3. Januar 2010)
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