Fedora 12
Kurze Vorstellung der zwölften Fedora-Ausgabe
Fedora 12 ist am 17. November 2009 erschienen und wartet mit aktualisierten Desktops und einer Vielzahl von neuen Funktionen auf. Dieser Artikel versucht einen Eindruck von der Distribution mit Schwerpunkt auf den Neuerungen zu geben.
Installation
Fedora kann auf verschiedene Arten installiert werden. Von einem Live-System aus, das als CD verfügbar ist, ist eine Möglichkeit. Ein direktes Starten eines Installationssystems ist mit einer DVD oder dem äquivalenten Satz von CDs möglich. Auch eine Installation von einem minimalen Image »boot.iso« ist möglich, das den Großteil der benötigten Pakete von einem Server herunterlädt. Ein etwas größeres, aber dennoch stark reduziertes ISO-Image ist »netinst.iso«. Zudem kann man mit einem einzelnen Kommando (livecd-iso-to-disk unter Linux, liveusb-creator unter Windows) einen bootfähigen USB-Stick mit Fedora erzeugen. Dies ist in der Installationsanleitung beschrieben.
Von Fedora 12 stehen DVDs für die Architekturen x86, x86_64 und PPC sowie Live-CDs mit GNOME und KDE für x86 und x86_64 zur Verfügung. Bei den Live-CDs ist der Umfang der Software natürlich beschränkt, das ist der Grund dafür, dass es verschiedene Varianten gibt, darunter eine mit KDE, eine mit GNOME und eine mit LXDE als Desktop. Letztere wurde aufgrund von Fehlern erst einmal zurückgezogen, ist aber mittlerweile wieder verfügbar. Mehr Software kann man von der DVD oder alternativ von einem Satz aus sechs CDs installieren. Die DVD bietet auch ein Rettungssystem sowie eine Textmodus-Installation.
Die Installation ist so einfach, dass sie von allen Anwendern meist ohne Probleme bewältigt werden kann, und das ist ja nach wie vor wichtig, solange nur wenige Rechner mit vorinstalliertem Linux ausgeliefert werden.
Die grafische Installation benötigt 192 MB RAM, die textbasierte kommt mit 64 MB aus. Fedora empfiehlt, die grafische Installation zu verwenden, wenn möglich. Ist das nicht möglich, sollte man die grafische Installation per VNC von einem anderen Rechner aus steuern oder die automatische Installation mit Kickstart wählen. Wenn nur der Textmodus bleibt, kann man nur ein System mit einer festen Auswahl von Basispaketen und einer Standard-Partitionierung aufsetzen.
Die grafische Installation ist gegenüber Fedora 11 nahezu unverändert. Die wesentliche Neuerung ist, dass der Bootloader GRUB jetzt ext4 unterstützt, was Bootpartitionen mit diesem Dateisystem ermöglicht. Man benötigt keine separate Bootpartition mit einem anderen Dateisystem wie ext2 oder ext3 mehr.
Laufender Betrieb
Fedora 12 soll nach Angaben der Entwickler nochmals etwas schneller starten, nachdem Fedora 11 diesbezüglich einige Erfolge feierte. Tatsächlich konnten wir eine weitere geringfügige Beschleunigung feststellen. Die Startzeit bis zum Login-Bildschirm verringerte sich von 35 auf etwa 25 Sekunden.
GNOME benötigt in Fedora 10 direkt nach dem Start mit einem geöffneten Terminal-Fenster 205 MB, KDE 260 MB und LXDE 145 MB. Bei allen erhöht sich der Speicherbedarf nach einigen Stunden Laufzeit nochmals um ca. 50 MB. Immer wieder faszinierend ist dabei, dass selbst vermeintlich simple Programme unter Top einen virtuellen Speicherbedarf von über 500 MB für sich reklamieren. Zum Glück belegt keines der Programme des Standard-Desktops mehr als 16 MB im realen RAM, und davon ist auch noch ein guter Teil Platz, der von den dynamischen Bibliotheken benötigt und von allen Programmen gemeinsam genutzt wird.
Alle drei Varianten hatten das Problem, dass der NetworkManager nach dem Start keine Netzwerkverbindung herstellen konnte. Erst nach einem Aus- und Wiedereinschalten des Netzwerks funktionierte es. Der Grund kann eigentlich nur in irgendwelchen Einstellungen liegen, da es mit anderen Distributionen diese Probleme nicht gab.
Als Office-Suite ist in der Live-Installation nicht OpenOffice, sondern unter GNOME Abiword und sonst keine weiteren Büroprogramme enthalten. KDE bringt einen Teil der KOffice-Suite (die Textverarbeitung KWord, die Tabellenkalkulation KCalc und das Präsentationsprogramm KPresenter), allerdings in der alten Version 1.6.3, mit. LXDE bietet ebenfalls nur Abiword an und hat generell eine ähnliche Software-Auswahl wie GNOME. Als Browser ist in GNOME und LXDE Firefox 3.5.5 installiert, in KDE Konqueror.
Das Grafikprogramm GIMP ist in keiner Fedora-Standardinstallation mehr vorhanden. Unter KDE ist KolourPaint als einfacher Ersatz vorhanden, unter den anderen Varianten muss man bei Bedarf von Hand GIMP oder ein anderes Programm nachinstallieren.
- 1. Fedora 12
- 2. Installation
- 3. Laufender Betrieb
- 4. Fazit - Teil 1
- 5. Fazit - Teil2





