SUSE Linux Professional 9.3
Sechs Monate sind es her, dass SUSE mit [a 1.343]SUSE Linux Professional 9.2[/a] eine neue Version der Distribution ankündigte. Nun liefert der Nürnberger Distributor ein neues Release seines Produktes aus. Nach Aussagen des Herstellers bietet die neue SUSE Linux Professional 9.3 alles, was zeitgemäße Linux-Benutzer für zuhause und unterwegs benötigen. Das System umfasst demnach »ein stabiles und zuverlässiges Linux-Betriebssystem sowie eine umfassende Auswahl an Desktopanwendungen wie eine Office-Suite, Webbrowser, Instant Messaging Clients, Multimedia-Betrachter und Grafiksoftware«. Pro-Linux schaute sich die Distribution eine Zeitlang an und testete sie in einer produktiven Umgebung.
Konfiguration des Systems
Mirko Lindner (demon)
Die erweiterte Bluetooth-Konfiguration ermöglicht mehr Einstellungen und eine feinere Konfiguration
Mirko Lindner (demon)
Die im Umfang geänderte Firewallfunktionalität (unten) gegenüber der von SUSE 9.2 (oben)
Die Vorkonfiguration des Systems unterlag gegenüber SUSE Linux 9.2 nur wenigen Änderungen. Nach der Auswahl der Sprache schlägt SUSE alle nötigen Schritte vor. Dies spart vor allem Anfängern eine Menge Nerven und Handbuch-Konsultation. Systemprofis und fortgeschrittene Nutzer können dagegen weiterhin das System ihren Wünschen entsprechend anpassen.
Die anfängliche Konfiguration des Systems besteht aus der Auswahl des Installationsmodus, der Tastaturbelegung, der Maus und der Festlegung der Partitionierung, der zu installierenden Pakete, der Sprache, der Wahl des Bootloaders und der Zeitzone sowie des Default-Runlevels.
Gegenüber der Version 9.2 entfernte SUSE JFS aus der Liste der unterstützten Dateisysteme. Ferner unterlag das integrierte Softwareauswahl-Modul kleineren Änderungen. So bietet das Tool eine erweiterte Selektionsmöglichkeit (Selektion von »Fonts«, »Laptop«, »Xen« und »Voice over IP«) und eine Selektion der Pakete nach der verwendeten Sprache an. Eine weitere Änderung stellt die Möglichkeit dar, automatisch bei der Installation eines Pakets neben Devel- auch Debug-Pakete zu installieren.
Nach der Installation aller Pakete startet SUSE wie gewohnt die Konfiguration des Netzes und die Hardwareerkennung. Das Bluetooth-Modul unterlag gegenüber der letzten Version einer Reihe von Änderungen und zeigt sich funktioneller. Neben der Möglichkeit der Festlegung des Gerätenamens ermöglicht das geänderte Modul auch diverse Einstellungen des Sicherheitsmanagers. Eine weitere Neuerung stellt die Implementierung der Geräteklassen in den Manager dar.
Die Installation der Firewall erfuhr die wohl größten Änderungen. So erlaubt das Tool ein flexibleres Setzen der Zonen und eine gezieltere Definition der internen und externen Schnittstellen. Ferner lassen sich mit der überarbeiteten Firewall-Konfiguration die erlaubten Dienste für jede Zone separat einstellen. Einstellungen zum Masquerading und Broadcast runden den Funktionsumfang des Tools auf. Neben neuen Konfigurationsmöglichkeiten änderten die Entwickler auch das Layout der Dialoge: Statt wie bisher die Hilfe auf der linken Seite des Dialoges zu platzieren, setzen sie an diesen Platz eine Baum-Ansicht der Optionen. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Dialoge an dieser Stelle eine Hilfe haben, stellt sich diese Lösung nicht nur inkonsistent dar, sondern verwirrt auch.
Die Bedienung
Der erste Start des Systems gestaltet sich problemlos. Wie gewohnt startet SUSE nach der Installation die Defaultumgebung KDE. Der Desktop der Distribution ist aufgeräumt. Auffallend ist die geänderte Fensterdekoration, die eleganter daher kommt und das nun verwendete Plastik-Theme unter KDE. Anzumerken wäre auch, dass der Hersteller in SUSE Linux 9.3 beiden Umgebungen, GNOME und KDE, dieselbe Aufmerksamkeit widmete und beide fast das selbe Aussehen haben. Im Gegensatz zu Vorgängerversionen ist GNOME nicht mehr nur ein Stück Software, das der Distribution beigegeben wurde, sondern eine vollwertige, konfigurierte und angepasste Umgebung. Die noch in der Version 9.2 von SUSE Linux gemeldeten Inkonsistenten und Ungereimtheiten sind endgültig passé. Es ist sichtlich eine Menge Arbeit in die Umgebung eingeflossen, die sich auf jeden Fall gelohnt hat. Damit dürfte SUSE zu den wenigen Distributoren gehören, die sowohl GNOME wie auch KDE gleich gut unterstützen.



