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Di, 2. November 2004, 00:00

SimplyMEPIS 2004

Vom No-Name-Linux zum Star

Eine in Deutschland nur den Insidern bekannte Linuxdistribution lehrt etablierten Platzhirschen das Fürchten und erobert den Desktop. Interessant ist dabei auch das Lizenzmodell.

Desktoplinux der besonderen Art

Der MEPIS-Desktop

Gerhard Starrernayr

Der MEPIS-Desktop

Die auf GNU/Debian basierende SimplyMEPIS-Distribution ist vom Geheimtipp zum Star avanciert, insbesondere bei den Ein- und Umsteigern.

»I am totally new to Linux (after 12 years of using Windows) - I have tried Red Hat 9 and Suse 9.1 and had so much problems with configuring and support. But after I put Mepis on my machine I know that that's it! It's just great - easy to use, no problems with installation and detected hardware. It performs pretty well and I don't think about any other distro so far. Excellent piece of Linux!« (Quelle: http://www.desktopos.com/reviews.php?op=showcontent&id=12)

Die aktuelle Version SimplyMEPIS 2004 05 ist der Nachfolger der sehr erfolgreichen Version MEPIS 2003 und hat sich wochenlang in den Top 5 bei Distrowatch gehalten. Warum SimplyMEPIS 2004 immer öfter und immer schneller den Weg auf die Festplatten der Anwender findet, ist leicht zu erklären.

Point & Click und Anwenderfreundlichkeit

SimplyMEPIS 2004 ist eine Live-CD, die dem Anwender die Auswahl zwischen den Kernels 2.4 und 2.6 lässt und innerhalb von zwanzig Minuten und mit drei bis sechs Mausklicks installiert werden kann. Intern und vom Anwender verborgen verwendet SimplyMEPIS zwei kleine Programme »Meauto« und »Mefstab«. Meauto ist im Prinzip ähnlich wie Red Hats Kudzu, das die Hardware automatisch erkennt, während Mefstab verwendet wird, um die die Einträge in der fstab dynamisch zu generieren. Als Ergebnis dieser exzellenten Hardwareerkennung kann SimplyMEPIS mit fast beliebigen Geräten umgehen. Ein Apple iPod, Sony Clie TJ-series oder PalmOS 5.2 PDAs werden automatisch erkannt. Ob USB-Nager, Card Reader, Sony DVD-RW Drive, externe USB2- oder Firewire-Festplatten, USB Drucker und Scanner, SimplyMEPIS 2004 kann mit allen problemlos umgehen.

Install Center

Gerhard Starrernayr

Install Center

System Center

Gerhard Starrernayr

System Center

User Utilities

Gerhard Starrernayr

User Utilities

Ebenso wie Mandrake oder SuSE Linux erkennt SimplyMEPIS Firewire- oder USB-Aktionen. Wird z.B. ein USB-Stick im laufenden Betrieb angeschlossen, erzeugt SimplyMEPIS die relevanten fstab-Einträge, zeigt ein Desktop-Icon an und erlaubt dem Anwender die Verwendung des neuen Gerätes. Das funktioniert mit allen »Hotplug«-Geräten wie Kameras, Kartenleser, externen Festplatten etc. die am Firewire- oder USB-Anschluss Verwendung finden.

Multimedia

Nach der Installation steht dem Anwender ein fertig konfiguriertes System zur Verfügung. Java Runtime Environment (JRE), Flash 6, RealPlayer 10 und ein vollständiges Set von MPlayer-Plugins, eingeschlossen QuickTime 6, stellen ihre Funktionen den Webbrowsern Mozilla und Konqueror problemlos bereit.

Die beiden Kernel 2.4 und 2.6 verwenden ALSA. Gimp 2.0, Audacity 1.2, Scribus 1.2, RealPlayer 10, MPlayer, KMPlayer und Xine runden das Angebot ab. Gut gelöst ist das Rippen von Audio-CDs via audiocd:/ IOSlave in KDE. Legt der Anwender eine Audio-CD in das Laufwerk, werden automatisch alle Trackinformationen von CDDB ausgelesen und als Verzeichnisse im WAV, MP3 und Ogg-Format dargestellt. Um nun ein Format in das andere zu konvertieren, muss der Anwender die Dateien lediglich in das gewünschte Verzeichnis ziehen. Den Rest erledigt SimplyMEPIS. Das Ergebnis brennt der Anwender mit der aktuellsten Version von K3B auf eine CD.

Lizenzmodell

SimplyMEPIS 2004 kann von jedem Endanwender frei heruntergeladen und auf beliebig vielen Rechnern genutzt werden, wobei der Autor Warren Woodford um eine kleine freiwillige Spende bittet. Die Betonung liegt dabei auf »Endanwender«. Das Anbieten der SimplyMEPIS-ISOs von wirtschaftlich orientierten Anbietern, wie z.B. Webshops, ist nur mit einer formlosen Lizenz möglich. Dies soll sicherstellen, dass der Autor nicht leer ausgeht, während alle anderen von seiner Arbeit profitieren. Näheres dazu ist im deutschen SimplyMEPIS-Board nachzulesen.

Geschichte eines »Wahnsinnigen«

Es wird die Leser verwundern zu erfahren, dass hinter dieser TOP-Distribution keine Firma oder ein Team von Entwicklern steht. SimplyMEPIS ist das Resultat eines einzigen genialen Programmierers: Warren Woodford. Zur Motivation sagt er selbst:« Ich habe in den vergangenen Jahren viele Distribution ausprobiert und verwendet. Eine meiner Lieblingsdistribution war übrigens Mandrake. Letztlich erfüllte jedoch keine meine Erwartungen auf Dauer, und so blieb mir nichts anderes übrig, als für mich selbst eine Distribution zu entwickeln. Dabei habe ich mir auch angesehen, wie es andere machen und bei der Live-CD habe ich anfangs viel von Klaus Knopper gelernt. Durch einige Umwege und Freunde landete dieser Versuch auf einigen FTP-Servern und bei vielen Anwendern, die mir darauf hin begeisterte Emails schickten. So entwickelte ich SimplyMEPIS immer weiter.«

Da Warren Woodford weder Multimillionär noch wohlhabend ist und auch sonst keine Unterstützung erhält, kämpft er ständig um die finanzielle Freiheit, SimplyMEPIS weiterentwickeln zu können. Vor diesem Hintergrund ist auch das Lizenzmodell zu verstehen.

Mittlerweile kämpft Warren Woodford nicht mehr alleine. Rund um SimplyMEPIS hat sich in den letzten Monaten eine treue ständig wachsende Fangemeinde gebildet, die mit einer an Apple erinnernden Hingebung mithilft, das Produkt ständig zu verbessern. Sei es durch umfangreiche Tests, Support, neue Wallpapers oder anderes. Auch im deutschen Sprachraum fand SimplyMEPIS relativ früh Evangelisten wie den Linux-Experten und Linux-User Autor Michael Stibbs, dem u.a. die deutsche Übersetzung zu verdanken ist.

Einge Features von SimplyMEPIS 2004

  • basiert auf GNU/Debian (Sarge/Sid)
  • KDE 3.2.3
  • Kernel 2.4 und 2.6.7
  • SMP- und HT-Unterstützung
  • Selektive Zusammenstellung der besten Anwendungen
  • Live-CD
  • Einfache Installation
  • Extrem anwenderfreundlich (Click and Point)
  • apt-get (zusätzliches Mepis-Repository)
  • Installation in sechs Sprachen, darunter auch Deutsch
  • Deutscher Support und Community
  • Ständige Updates und Upgrades
  • Open Source (siehe Lizenzmodell)
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