Fedora 10
Die zehnte Fedora-Ausgabe vorgestellt
Fedora 10 ist Ende November 2008 erschienen und wartet mit einer Vielzahl von neuen Funktionen auf. Dieser Artikel versucht einen Eindruck von der Distribution mit Schwerpunkt auf den Neuerungen zu geben.
Die eigentliche Installation, die leicht über tausend Pakete umfassen kann, nimmt dann vielleicht eine Stunde in Anspruch, je nach System und ausgewählter Software. In dieser Zeit kann man sich anderen Dingen widmen, da die Installation vollautomatisch beendet wird. Wünschenswert wäre allerdings eine Abschätzung, wie lange es dauert, damit man besser planen kann, wann man weitermachen kann.
Setup
Beim ersten Systemstart nach der Installation wird noch eine kleine Setup-Routine namens Firstboot durchlaufen. Diese zeigt zunächst Lizenzinformationen an, erfordert aber kein Akzeptieren von Lizenzen.
Nun muss man einen Benutzer definieren, wobei man auch ein Netzwerk-Login (LDAP, NIS, Kerberos etc.) festlegen kann. Da der Display-Manager gdm es nicht mehr erlaubt, sich als Root an der grafischen Oberfläche anzumelden, ist dieser Schritt zwingend. Danach kann man nochmals Datum und Uhrzeit prüfen oder ändern und auch die Verwendung von NTP festlegen.
Abschließend fragt Firstboot, ob es die Hardware-Daten anonymisiert an das Fedora-Projekt zurückmelden darf. Hinter dieser Option verbirgt sich das Programm Smolt.
Meiner Meinung nach hätte die Angabe oder Prüfung dieser Dinge bereits vor der Installation erfolgen können, so dass man wie bei Ubuntu schon beim ersten Start das fertige System vor sich hat.
Benutzung
Fedora 10 bringt mehrere Desktopsysteme mit, darunter GNOME, KDE, LXDE und einige Window-Manager. Doch beobachten wir zunächst den Systemstart, bevor wir GNOME, KDE und LXDE ansehen.
Systemstart
Fedora 10 soll schneller hochfahren als frühere Versionen. Dazu wird im Normalfall auf das GRUB-Menü verzichtet. Es wird nur bei Dual-Boot-Systemen gezeigt, ansonsten muss man eine Taste drücken, um es zu sehen. Ferner wurde das neue grafische Bootsystem Plymouth integriert, das aber noch einige Einschränkungen hat. Wenn man beispielsweise keinen grafischen Bildschirm sieht oder nur einen schwarzen Bildschirm, ist möglicherweise noch kein Treiber für den Wechsel des Grafikmodus im Kernel für diese Hardware vorhanden. Mit den Hinweisen aus den Release Notes kann man das Problem eventuell umgehen.
Doch selbst dann sorgt der animierte grafische Bildschirm allenfalls vorübergehend für Kurzweil. Auf Systemen, die nicht gut geeignet sind, bootet Plymouth ultralangsam. Paradox ist, dass man mit weniger Aufwand, als zur Entwicklung von Plymouth und ähnlichem Kram nötig war, den Kernel und Init so hätte beschleunigen können, dass Plymouth komplett unnötig wäre. Man denke nur an dem Asus EeePC, auf dem einige Entwickler eine Startzeit von fünf Sekunden demonstrierten.
GNOME
GNOME in Version 2.24.1 kommt unter Fedora mit einer etwas anderen Menübelegung als Ubuntu, wobei überlange Menüs vermieden werden. Mit gestartetem Tomboy in der Taskleiste werden etwa 180 MB Speicher belegt. Ohne Tomboy sind es 10 MB weniger. Unnötigerweise läuft gnome-screensaver auch dann, wenn es gar nicht benötigt wird, weil der Screensaver abgeschaltet wurde.
Die Paketverwaltung erfolgt über PackageKit, daneben steht yum auf der Kommandozeile zur Verfügung. Wer statt yum lieber APT verwenden will, kann das nachinstallieren. Was bei der grafischen Oberfläche gpk-application sehr negativ auffällt, ist die ständige Größenänderung der Fensteraufteilung, je nachdem, was man gerade angeklickt hat. Es fehlt außerdem an einer komfortablen Möglichkeit, beispielsweise alle nicht benötigten installierten Sprachunterstützungen zu entfernen.
Wieder einmal gelang es mir ohne Mühe, die Paketverwaltung in eine Endlosschleife oder einen Deadlock zu bringen. Die Ursache war, wie sich später herausstellte, ein DNS-Problem in Fedora, dazu später mehr. Yum blieb daraufhin hängen, was auch die Oberfläche gpk-application völlig durcheinanderbrachte. Nach einem Neustart verschwand dieses Problem, glücklicherweise ohne Schaden zu hinterlassen. Jedoch hatte gpk-application auch sonst wenig Sinn für die Realität. So hatte es noch Paketgruppen als installiert markiert, die ich zuvor deinstalliert hatte. Nachdem ich dann die Paketgruppe KDE installiert hatte, wollte das Programm partout die Änderungen anwenden, obwohl die Installation Minuten zuvor erfolgreich abgeschlossen wurde.
- 1. Fedora 10
- 2. Benutzung
- 3. Paketverwaltung
- 4. Fazit











