Mobiltelefone und Linux
USB
Eine solche Verbindung ist trotz allem Anschein relativ schwierig zu realisieren - in vielen Fallen funktioniert sie einfach nicht. Obwohl wir ein USB-Kabel besitzen, hat der Apparat selbst meist nur einen seriellen Anschluss (im Kabel befindet sich ein USB-seriell-Wandler). So ist es z.B. mit dem Kabel Nokia DKU-5 (sie werden für Handys ohne externen Speicher geliefert) und auch im Falle von vielen anderen Herstellern.
Zum Glück funktionieren unter Linux viele USB-serial-Wandler. Nach dem Anschluss eines solchen Geräts muss das entsprechende Kernelmodul geladen werden (vom Verzeichnis /lib/modules/[kernelversion]/kernel/drivers/usb/serial). Dann ist unser Telefon als das Gerät /dev/ttyUSB0 vorhanden.
Wenn die Anweisung dmesg nach Anschluss von Wandler und Kabel nicht erkennt, können wir für unser Kabel einen universellen Treiber benutzen. Mit Hilfe des Kommandos lsusb überprüfen wir die Identifikatoren unseres Geräts (z.B. 0ea0:6858), und dann entfernen wir das Modul usbserial aus dem Kernel (mit dem Kommando modprobe -r usbserial) und laden es erneut mit Parametern, die die Identifikatoren unseres Geräts bestimmen. Wir müssen dazu die Anweisung insmod benutzen, z.B. cd /lib/modules/[kernelversion]/kernel/drivers/usb/serial/; insmod usbserial.ko vendor=0x0ea0 product=0x6858. In den Systemlogs sollten wir dann den folgenden Eintrag sehen: usb 1-1: Generic converter now attached to ttyUSB0.
Wir können dann versuchen, uns mit Hilfe von /dev/ttyUSB0 mit unserem Telefon zu verbinden, aber es gibt keine Garantie, dass das funktioniert. Einige Benutzer berichten auch, dass das automatische Laden von Modulen nicht funktioniert hat und man ein Modul aus dem vorher erwähnten Verzeichnis von Hand laden musste. Interessant: Angeblich funktionieren im Falle von Kabeln für Nokia originale Produkte teilweise nicht, dafür gibt es aber keine Probleme mit billigen, »geklonten« Kabeln, die von vielen Herstellern hergestellt werden.
Noch mehr Probleme verursachen Geräte, die zwar die volle Elektronik zur Bedienung von USB besitzen, aber keine USB-Serial-Wandler benutzen. So ist es z.B. bei Nokia-Handys mit dem DKU2-Kabel, die einen erweiterbaren Speicher besitzen. Die Kommunikation über ein solches Kabel ist unter Linux mit den meisten Geräten eher unmöglich. Eine Ausnahme sind hier einige Geräte von Nokia, da die Autoren des Programms Gnokii ein spezielles Kernelmodul entwickelt haben, mit dessen Hilfe eine Kommunikation mit einem solchen Kabel möglich ist. Dies ist aber ausschließlich eine Aufgabe für erfahrene Linux-Benutzer. Alle Informationen darüber, wie man das machen kann, findet man in der Datei README-DKU2, die wir nach der Installation von Gnokii in /usr/share/doc/gnokii finden.
Zusammenfassung
Von den zwei hier präsentierten Technologien der drahtlosen Kommunikation scheint IrDA viel stabiler in der Arbeit und einfacher in der Konfiguration zu sein. Trotzdem hat BlueTooth indiskutable Vorteile in Form der schnelleren und bequemeren Übertragung.
Die Technologien BlueTooth und IrDA erlangen, obwohl sie nicht neu sind, allmählich größere Popularität und somit auch eine bessere Unterstützung in Linux-Distributionen. Ein Hindernis sind die teilweise sehr große Unterschiede in der Funktionsweise von einzelnen Geräten.
Verwaltung des Telefons
Momentan werden nur einige Programme, die zur Verwaltung von Mobiltelefonen dienen, aktiv entwickelt. Mit deren Hilfe kann man das Telefonverzeichnis, die Liste von Verbindungen, den Organizer im Telefon senden, modifizieren oder archivieren, oder SMS-Nachrichten schreiben und versenden. Von diesen Programmen beschreibe ich die populärsten davon, die von den meisten Benutzern verwendet werden.
Gnokii
Wie der Name schon sagt, wurde dieses Programm für Nokia-Geräte geschrieben. Mit diesen Geräten funktioniert es am besten; es ist aber auch ziemlich nützlich für Besitzer von verschiedenen Modellen der Firmen Ericsson oder Siemens und anderen - mit vielen Handys kann es mit Hilfe von AT-Kommandos erfolgreich kommunizieren.

